Coworking

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Coworking ist eine neue Form der Verräumlichung von Arbeit. Während es in früheren Phasen der Industriegesellschaft vorrangig große und fest strukturierte Organisationen gab, in denen das Arbeitssubjekt einen festen Platz und die Aussicht auf lange und planbare Beschäftigung hatte, ist diese Form zunehmend in Auflösung begriffen, jedenfalls nicht mehr exklusiv. Es entstehen verstärkt kleine, flexible Einheiten und eine andere Realität und Subjektivität von Arbeit. Die Gruppe von kreativen Projektarbeitern, die temporär begrenzte Aufträge bearbeiten, wächst. Sie sind meist jung, räumlich ungebunden und gestalten ihre Arbeitszeit selbst. Ihre Notebooks führen sie stets mit sich. Ihre Daten sind in einer Cloud gespeichert und überall zugänglich. Das Coworking ist das räumlich-soziale Arrangement, das in diesem Kontext gedeiht. Oft handelt es sich um das Teilen von Arbeitsräumen auf Zeit. Man bewegt sich mit leichtem Gepäck, man erhebt keine überzogenen Ansprüche, was das feste und bewegliche Inventar betrifft.

Coworking-Spaces liegen bevorzugt in urbanen Umgebungen, in denen andere kreative Akteure ihre Spuren hinterlassen haben und in denen ein Kiez-Lebensgefühl spürbar ist. Coworking ist Teil dieser Atmosphäre und ihrer vielen, meist kleineren Räume. Das Café, bestimmte Läden und angesagte Treffpunkte gehören dazu.

Bender, Désirée (2013): Mobile Arbeitsplätze als kreative Räume. Coworking Spaces, Cafés und andere urbane Arbeitsorte. Bielefeld: transcript.

 

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