Dinge

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Dinge spielen im DIY eine große Rolle: kleine und große Werkzeuge, Maschinen, PCs. Es werden neue Kontrakte mit diesen Helfern geschlossen. Das Werkzeug ist hier mehr als nur das Ding. Das Werkzeug, die Hardware oder das Tool sind auch als Metapher bedeutsam. In vielen offenen Werkstätten treten einem Werkzeuge in weit geöffneten Schränken oder an Wänden entgegen und prägen so eine räumliche Sphäre ansteckender Kreativität. Kollektionen und Anhäufungen von Proto-Werkzeugen eigener Art zieren den Raum. Man muss nur zugreifen. Im Prinzip kann jedoch alles zum Werkzeug werden. Man baut sie auch selbst, wenn es nicht anders geht, oder wenn es gerade den eigenen Ehrgeiz anstachelt. Metamorphosen überall. Es wird jedoch nicht gehegt und gepflegt. Man greift bei Bedarf darauf zu. Danach wird es irgendwo abgelegt oder hingestellt und zum Teil von Raum-Ensembles eigenen Stils. Man kohabitiert gerne mit ihnen.

Die Widerständigkeit, Sperrigkeit und Fremdheit der Dinge einerseits und die vielen Meriten und Gelegenheiten, die sie ihren Nutzern bescheren andererseits, ermöglichen im DIY eine neue Weise mit und durch sie zu sein, in einen eigenen Austausch mit ihnen einzutreten, der beinahe animistische Züge trägt. Der Blick auf die Dinge kann und soll hier nicht stillgestellt und auf die eine Funktion reduziert werden. Dies entspricht eher dem Blickregime des industriellen Fordismus, mit dem das DIY bricht. Das DIY interessiert sich besonders für das zweite und dritte Leben der Dinge, was sich u.a. im > Upcycling manifestiert. Die Dinge sollen von Hand zu Hand gehen. In der Logik der Zirkulation, des Weitergebens, > Teilens und Tauschens gehören die Dinge keinem Einzelnen. Besitz und exklusive Nutzung bedeuten Stillstand und Stagnation, auch Unternutzung. Das findet man weder intelligent noch sinnvoll. Indem man sie in Bewegung bringt und teilt, verflüssigt sich das Harte an den Dingen. 

 

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