Do it yourself

 

Es gibt viele Arten und Weisen, Dinge selber zu machen. Das neue DIY ist, wie die Künstlerin Lisa Anne Auerbach schreibt, „unkommerziell, tauschbasiert, gemeinschaftsverrückt und befreiend“. Es ist wirtschaftliches und soziales Handeln, das sich der Warenförmigkeit verweigert. Räume und Netzwerke des DIY sind u.a. die neuen urbanen Gärten, offene Werkstätten, > Knit Nites und Kleidertauschpartys, Aktivitäten im öffentlichen Raum wie Guerilla Gardening oder Strickmobs, Open Source und Open Design, Repair-Cafés, Workshops zu Terra Preta und Lastenfahrrädern, Aktivitäten im Bereich Recycling und Upcycling.

Bei DIY geht es auch um den Versuch, Orte zu schaffen, an denen ein anderes Arbeiten, Wirtschaften, Miteinander möglich ist. Dadurch bilden sich freie(re) Räume, wo Menschen so zusammenwirken, dass nicht alles, was man zum Leben braucht, Geld kostet. In diesen Räumen ist Zeit nicht Geld, sondern Zeit. Das Zauberwort lautet > Kollektivität. Folgerichtig heißt es inzwischen oft Do it together (statt Do it yourself). Es geht um den Versuch, nichtkommerzielle Tauschbeziehungen zu entwickeln, um angesichts der globalisierten Konsumindustrie Räume von Souveränität zu bewahren.

Auerbach, Lisa Anne (2012): Don’t do it yourself! In: Studienhefte Problemorientiertes Design, Heft 2. Hamburg: Adocs.
Baier, Andrea (2012): Selbermachen statt Konsumieren. In: FORUM Wissenschaft 2/2012. Marburg: BdWi, S. 29-32.

 

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