Gentrifizierung

 

Steigende Immobilienpreise, räumliche Verdrängungsprozesse, Austausch von sozialen Milieus, Homogenisierung: Phänomene wie diese beschreiben den Prozess der Gentrifizierung. Durch die Aufwertung von innerstädtischen Quartieren werden die unteren Mittelschichten und die sozial Schwachen in die Außenbezirke abgedrängt; während der Zuzug der „Gentry“ (englisch für die Klasse der Landeigentümer) in die immer teurer werdenden innerstädtischen Quartiere anhält.

Tragen auch die urbanen Gemeinschaftsgärten zum sozialräumlichen Wandel bei? In Frankfurt oder Berlin werben Investoren bereits für exklusive Eigentumswohnungenmit dem Hinweis, “ganz in der Nähe vom urbanen Garten im Quartier gelegen”. Gentrifizierungsprozesse vollziehen sich insbesondere dann gegenläufig zu den Intentionen zivilgesellschaftlicher Akteure, wenn die Stadtpolitik die Privatisierung zum Programm erhoben hat. Doch dieser Abschöpfungsprozess der Marktakteure stößt zunehmend auf Widerstand. In Berlin fordert die Initiative „Stadt Neudenken“ ein Moratorium für Liegenschaftsverkäufe und eine Neuausrichtung der Bodenpolitik. Im > Manifest „Die Stadt ist unser Garten" fordert die neue urbane Gartenbewegung von den Kommunen, den prekären rechtlichen Status der Gemeinschaftsgärten zu verbessern und nicht nur den monetären Wert ihrer Flächen, sondern auch deren Bedeutung für den Stadtraum und die Stadtgesellschaft zu wertschätzen. Eine Stadt für alle benötigt Freiraum und ein Bewusstsein öffentlicher Flächen als Gemeingüter.

www.urbangardeningmanifest.de

http://stadt-neudenken.tumblr.com

 Holm, Andrej (2010): Wir bleiben alle! Gentrifizierung – Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung. Münster: Unrast.
Twickel, Christoph (2010): Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle. Hamburg: Edition Nautilus.

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