Wir haben bereits Oktober und immer noch fühlt es sich an wie Spätsommer.

Die zahlreichen Tomatenpflanzen auf unserer kleinen Terrasse sind dafür dankbar und produzieren weiter Früchte. Doch diese werden jetzt nur noch langsam reif. Was also tun? Wir haben uns schlau gemacht.

Es war ein Superjahr für Tomaten. Den ganzen Sommer haben wir gelbe, rote und schwarze Früchte geerntet und zu Pasta verarbeitet oder sie einfach direkt vom Strauch genascht. Dass die Pflanzen noch im Herbst Früchte tragen ist keineswegs ungewöhnlich, denn sie sind kälteunempfindlicher als man denkt. Allerdings scheint die Sonne jetzt seltener und steht niedriger, so dass die Tomaten im Freien nicht mehr gut reifen können. Die noch grünen Früchte dürfen – bis auf wenige Sorten, die grün bleiben, wenn sie reif sind – auf keinen Fall verzehrt werden, da sie den Bitterstoff Solanin enthalten, der gesundheitsgefährdend ist. Es gibt jedoch ein paar einfache Tricks, doch noch zu reifen Tomaten zu kommen:

Foto: Frankfurter Beete
Gibt es nur wenige grüne Tomaten am Strauch, kann man sie zum Reifen einfach in Zeitungspapier wickeln.
In Zeitungspapier einwickeln:

Der schnellste und einfachste Weg, Tomaten reifen zu lassen, ist, sie in Zeitungspapier einzuwickeln, denn sie haben es lieber Dunkel, wenn sie nachreifen. Bei Zimmertemperatur dauert es nur wenige Tage, bis die Früchte rot werden. Wer das Nachreifen beschleunigen möchte, legt einfach einen Apfel oder eine Banane dazu. Das Reifegas Ethylen unterstützt den Reifevorgang.

Im Heizungskeller aufhängen:

Ein weiterer Trick ist, die Tomatenpflanze am unteren Ende abzuschneiden, die Blätter zu entfernen und umgedreht in einen warmen Raum wie zum Beispiel den Heizungskeller aufzuhängen. Grundsätzlich gilt: je wärmer die Temperatur (bis 25 Grad) und je höher die Luftfeuchtigkeit (bis 80 %), desto schneller der Reifevorgang. Bereits nach wenigen Tagen sind die Tomaten erntereif.

Auf die Fensterbank legen:

Auch, wenn Tomatenfrüchte die Dunkelheit mögen, spricht einiges dafür sie einfach bei Sonnenlicht auf der Fensterbank nachreifen zu lassen, denn so erhalten sie ihr typisches Aroma, dass beim Einwickeln in Zeitungspapier nicht gewährleistet ist.

Nachreifen in der Plastiktüte:

Hat man größere Mengen an Früchten, eignet sich auch eine durchsichtige Plastiktüte zum Nachreifen. Hierzu sollte einige Luftlöcher in die Tüte gestochen werden, damit die Tomaten nicht faulen. Der Lagerraum ist idealerweise warm, dunkel und etwas feucht.

Im Beet umknicken:

Der einfachste Weg, Tomaten nachreifen zu lassen ist, die Pflanze im Beet oder Topf zu lassen und umzuknicken, so dass keine Nährstoffe mehr zugeführt werden können. Die Früchte sollten dabei nicht den Boden berühren, damit keine Staunässe entsteht, wodurch sie faulen. Hierfür kann man bspw. eine wasserundurchlässige Folie oder Unterlage auslegen. Zudem sollten die Außentemperaturen passen, also sonniges Wetter und kein Nachtfrost.

Rote Folie auslegen:

Ein etwas ungewöhnlicher Nachreifetrick ist, rote Folie unter oder neben der Pflanzen auszulegen. Das langwellige rote Licht, dass dabei entsteht, gaukelt lautet wissenschaftlichen Forschungen den unreifen Tomaten vor, dass es bereits reife Früchte gibt, worauf diese den vermeintlichen Vorsprung wieder aufholen möchten. Wäre jedenfalls mal interessant, es auszuprobieren.

Foto: Frankfurter Beete
Welchen Reifegrade Tomaten auch haben: Sie dürfen keine Risse oder Schimmel aufweisen, um weiterverarbeitet zu werden.

Nur gesunde Früchte ernten

Grundsätzlich gilt beim Pflücken, nur gesunde und intakte Tomaten zu nehmen. Weisen diese Schimmel oder Risse auf, müssen sie auf dem Kompost oder in die Biotonne. Zudem sollten die grünen Tomaten vor dem ersten Nachtfrost geerntet werden, denn auch bei Frostschäden müssen sie entsorgt werden.

Grüne Tomate gegen Krampfadern

Doch auch für grüne Tomaten gibt es eine gute Verwendung: So ist der bereits beschriebene Bitterstoff Solanin zwar giftig beim Verzehr, doch hilft er gegen Krampfadern und Besenreiter. Dafür die grünen Früchte in Scheiben schneiden auf die betroffene Stelle legen oder noch besser mit einer Baumwollbinde fixieren. Der Bitterstoff zieht die Haut zusammen und hilft so bei wiederholter Anwendung gegen die lästigen Bindegewebsschwächen. Spürt man ein Kribbeln oder brennen, die Früchte entfernen und die Stelle mit lauwarmem Wasser gründlich säubern. So kann man Tomaten ganz im Sinne der Nachhaltigkeit in jedem Reifezustand sinnvoll verwerten!

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