Bei Stress, Nervosität und Schlafstörungen istBaldrian ein beliebtes Hausmittel. Doch die bekannte Heilpflanze,

deren Kraftin ihrer Wurzel liegt, macht auch als Bienenweide und Salatbeigabe eine guteFigur.

Als wir im März die Grüne Börse im Palmengarten besucht haben, ist uns eine junge Baldrianpflanze aufgefallen, die in ihrem kleinen Töpfchen schier vor Kraft strotzte. Da wir für unsere Beete im Garten unseres Reihenhäuschens noch eine schöne Bienenstaude gesucht hatten, erwies sie sich als gute Wahl. Der Echte Baldrian ist winterfest und gehört zur Familie der Geißblattgewächse, die mit 400 Arten sehr vielfältig ist. So gehört auch der Feldsalat zur Verwandtschaft, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass die jungen Blätter des Baldrians ähnlich wie Feldsalat schmecken und sich daher gut für einen Salat im Frühjahr eignen. Auch die Blüten sind genießbar. In manchen Ländern ist Baldrian zudem ein beliebtes Gewürz, so zum Beispiel in Indien zum Würzen von Suppen.

Weit verbreitete Heilpflanze

Typisches Merkmal von Baldrian sind die gesägten Blattränder.

Die bei uns heimisch vorkommende Pflanzenart ist u.a. auch als Hexenkraut, Mondkraut, Stinkwurzel und Katzenkraut bekannt und über ganz Europa bis nach Russland verbreitet. Der Baldrian mag Sonne, aber auch Halbschatten und nährstoffreiche Wiesen und Waldlichtungen. Die mehrjährige Pflanze wird je nach Standort und Wuchsbedingungen 90 bis 120 Zentimeter hoch und besitzt helle, mehrfach verzweigte Wurzeln, die nicht sehr tief in den Boden reichen. Die mintgrünen Blätter weisen leicht gesägte Blattränder auf und sind gegenständig am grünen bis rotbraunen Stängel angeordnet. Die weißen bis rosa Blüten des Baldrians blühen zwischen Mai und August und besitzen einen angenehmen Duft. Wir sind also schon ganz gespannt, wann sich die ersten Blüten bei unserem Baldrian zeigen, den wir im Halbschatten neben einen Busch gepflanzt haben und immer etwas feucht halten.

Vielfältige Heilwirkung

Wer die Pflanze für Heilzwecke einsetzen will, muss ein Jahr lang warten, bis sich die heilkräftigen Wurzeln entwickelt haben. Auch die Blüten haben eine ähnliche – wenn auch nicht so starke – Wirkung und können daher für Tees und andere Anwendungen genutzt werden. Die Anwendungsgebiete sind u.a. Angstzustände, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Krämpfe, Stress sowie Magen- und Darmbeschwerden. Die wichtigsten Wirkstoffe stellen die ätherische Öle Valenol, Valeriansäure und Valerensäure dar.

Auch die schön anzusehenden Blüten des Baldrians besitzen eine heilkräftige Wirkung. (Foto: Al Montsec de Rúbies)

Anwendungsformen

  • Am häufigsten wird die Heilpflanze als Tee zubereitet. Hierfür etwa 3 Gramm Baldrianwurzel mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
  • Noch wirkungsvoller als Tee ist ein Kaltauszug. Dabei lässt man die gleiche Menge Wurzel zirka 8 Stunden in kaltem Wasser ziehen bevor man den leicht erwärmten Sud trinkt. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten, die durch Hitze zerstört werden.
  • Auch als Tinktur ist das Heilmittel sehr wirkungsvoll und darüber hinaus lange haltbar. Dafür im Frühjahr oder Herbst die Wurzeln ernten und im Verhältnis 1:10 mit hochprozentigem Alkohol wie z. B. Wodka in einem weithalsigen Glas mit Schraubverschluss ansetzen. Nach zwei Wochen die Tinktur bspw. mit einem Kaffeefilter abseihen und an einem dunklen und kühlen Platz lagern.

Wem das alles zu anstrengend ist, kann Baldrianwurzeln oder -tabletten natürlich auch einfach in der Apotheke kaufen. Doch es macht mehr Spaß, ihn selbst anzubauen.

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