Direkt am Ostbahnhof mit Blick auf die Türme der Europäischen Zentralbank hat der

Neue Frankfurter Garten mit dem Bienenbaum-Wipfelpfad seinen Standort. Corina Haurová hat uns erzählt, wie sich Frankfurts größter Gemeinschaftsgarten auf die Wiedereröffnung für Besucher vorbereitet.

Frankfurter Beete: Im April startet im Neuen Frankfurter Garten normalerweise die Sommersaison mit Gartenbetrieb, Führungen und Veranstaltungen. Aktuell habt ihr für die Öffentlichkeit noch geschlossen. Ist absehbar, wann und unter welchen Rahmenbedingungen ihr wieder für Besucher/innen öffnet?

Haurová: Für die Öffentlichkeit öffnen wir wieder, sobald uns dies vom Gesundheitsamt erlaubt ist. Wir hoffen, dass das bis Ende Mai der Fall sein wird. Die Sicherheitsvorgaben nehmen wir sehr ernst und waren sicher unter den ersten in Frankfurt, die ein entsprechendes Konzept erarbeitet haben. Schon seit dem 21. März gilt bei uns die Maskenpflicht und unsere Mitglieder dürfen unter Einhaltung von mindestens zwei Metern Sicherheitsabstand ihre Beete zwecks Selbstversorgung bearbeiten. Diese Regeln wollen wir auch beibehalten, wenn wir wieder normal geöffnet haben. Gestern hat unser Verein einen Sicherheitskonzept erarbeitet und beschlossen, dass wir langsam Fahrt aufnehmen und am Freitag, den 29. Mai mit “Mukke im Gadde” die Saison einstimmen. Die vereinseigene Band (Jutta Huebener & Uli Becker, Matthias Baumgardt, April King, Jitka Ludvikova und Bernd Euler) wird dann regelmäßig jeden Freitag zwischen 19-22 Uhr für musikalische Stimmung im Garten sorgen. Vorerst wird aber nur freitags von 16 -22 Uhr und samstags von 13 – 22 Uhr geöffnet. Und, ganz wichtig: Nach Voranmeldung bieten wir für Schulen und Gymnasien wieder Bildungsunterricht, Führungen und Workshops an. Für Spätsommer planen wir “Market 4 Future” und mit der DGGL “Rendezvous im Garten”.

Frankfurter Beete: Was bedeutet die aktuelle Situation für euch und den Neuen Frankfurter Garten? Ihr lebt ja auch von Führungen und Gastronomie.

Haurová: Da geht es uns leider wie vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen, die von der Pandemie in eine finanzielle Notlage gedrängt werden. Bereits gebuchte Führungen und Workshops von Schulen wurden abgesagt und alle geplanten Veranstaltungen storniert. Vereine und Gruppen, die sonst Teil unseres Netzwerks sind, pausieren mit ihrer Tätigkeit im Garten. Das trifft uns natürlich und wir sind daher für jegliche finanzielle Hilfe dankbar. Was uns positiv stimmt: Wir haben aufgrund unseres Sicherheitskonzepts ein sehr gutes Feedback aus der Öffentlichkeit und auch einige Zuwendungen erhalten, die den Betrieb des Gartens zumindest bis Ende Mai decken werden.


Corina (l.) und Cher Haurová von Bienen Baum Gut e.V., die den Neuen Frankfurter Garten im Ostend betreiben (beide Fotos sind im Mai 2018 aufgenommen).

Frankfurter Beete: Ihr habt schon vor Wochen damit begonnen,Stoffmasken als Mund- und Nasenschutz zu nähen und gegen Spende abzugeben. Wieviele Masken habt ihr inzwischen verteilt und wem kommen sie zugute?

Haurová: Ja, wir haben am 16. März damit angefangen, Behelfs-Masken zu nähen, und zu unserem eigenen Schutz im Garten einzusetzen. Wir wollten aber auch die Bevölkerung außerhalb des Gartens mit Mund-Nasen-Masken versorgen. Mittlerweile haben wir rund 1.000 selbstgenähte Masken verteilt. Davon wurden ca. 250 Stück an die Drogenhilfe, Obdachlose, Inhaber/innen des Frankfurter Pass und sozial benachteiligte Personen gespendet.

Frankfurter Beete: Gibt es bei allem Ernst der Lage auch Aspekte, die euch gerade positiv stimmen?

Haurová: In dieser besonderen Situation haben viele Menschen den Wunsch, aktiv zu werden. Wir freuen uns daher sehr, dass wir gerade jetzt sechs neue Mitglieder begrüßen konnten. Auch bekommen wir immer wieder positive Rückmeldung aus der Nachbarschaft und aus der Not entstehen immer wieder neue Ideen. Wer jetzt Zeit und Lust hat, mitzumachen, ist herzlich willkommen! Wir können beispielsweise permanent Unterstützung beim Gießen brauchen. Schließlich ist der Neue Frankfurter Garten eines der größten Urban-Gardening-Projekte in Hessen, da gibt es immer etwas zu tun.

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