Runder Tisch Reparatur fordert Google auf, dieses seiner Ansicht nach rechtswidrige Verhalten sofort abzustellen. Die EU Kommission muss umgehend handeln und Googles Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung verbieten.

Heutewendet sich der Runde Tische Reparatur – unterstützt von vielenweiteren Organisationen und Unternehmen – mit einem offenen Brief andie EU-Wettbewerbskommissarin und den EU-Umweltkommissar und fordertsie auf gegen Google vorzugehen. Der Hintergrund: Seit mehrerenWochen blockiert Google die Werbeanzeigen freier Reparaturbetriebe.Tausende unabhängiger Werkstätten und Meisterbetriebe sind davonbetroffen. Gleichzeitig schaltet Google weiterhin die Anzeigen vonHerstellern und deren autorisierten Werkstätten.

„Google greift mit seinem Vorgehen massiv in den Markt fürReparaturen ein und gefährdet die Existenz unabhängigerReparaturbetriebe“, so Christine Ax, Vorstandsmitglied des RundenTisches Reparatur. „Das ist auch eine Katastrophe für denKlimaschutz. Denn ohne den Reparatursektor können wir weder dasKlima schützen noch die Ressourcenschutzziele erreichen. Googleschadet auf diese Weise auch den VerbraucherInnen, die – Umfragen derVerbraucherschützer belegen es- ein Recht auf Reparatur wünschen,ebenso wie einen einfachen Zugang zu Reparaturdienstleistungen. Ambesten in ihrer Nähe.“

DieExistenz der freien Reparaturwerkstätten ist bereits jetztgefährdet. Nicht zuletzt, weil die Hersteller viele freieWerkstätten nicht oder nur zu überteuerten Preisen mit Ersatzteilenbeliefern. Eine Beschwerde darüber beim Bundeskartellamt wurde vorzwei Jahren vom Runden Tisch Reparatur unterstützt.

DasVorgehen von Google wird vonden Unterzeichnern des Briefes daher alsein weiterer Angriff auf die Existenz unabhängigerReparaturwerkstätten angesehen. Es trägt dazu bei, das Monopol derHersteller auf dem Reparaturmarkt durchzusetzen. Google spielt zuUnrecht den Marktregulierer und/oder lässt sich von Herstellerninstrumentalisieren.

„Die Politik muss eingreifen und unabhängige Unternehmen schützen“, so Christine Ax weiter. „Google spielt hier mutwillig mit der Existenz von Unternehmen, ihren MitarbeiterInnen und den Familien. Wenn Google fast nur noch Werbung von Herstellern, Partnerbetrieben und einigen wenigen Unternehmen schaltet, findet ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung statt.“

DerRunde Tisch weist außerdem darauf hin, dass es keinen Beleg dafürgibt, dass es in der Reparaturbranche mehr „schwarze Schafe“ gibtals in anderen Branchen. Der Generalverdacht gegen freie Werkstätten,mit dem Google dieses Vorgehen begründet, schadet der ganzen Brancheund der Umwelt. Dies belegen auch Untersuchungen der StiftungWarentest. Diese konnten nicht belegen, dass die Vertragspartner derHersteller in Deutschland besser arbeiten als freie Werkstätten.Dies gilt ganz besonders in Deutschland, da hier der Anteil an Meistern und Technikern in dieser Branche sehr hoch ist.

Hintergrund:

Neuist dieses Verhalten von Google nicht. Erst kürzlich hat dieEU-Kommission eine Geldbuße in Höhe von 1,49 Milliarden Euro gegenGoogle verhängt, weil es seine marktbeherrschende Stellung imBereich der Werbung dafür missbraucht hat, seine eigene Stellung alsmarktbeherrschende Werbeplattform zu zementieren. Die EU-Kommissionhat festgestellt, dass eine marktbeherrschende Stellung nach denEU-Kartellvorschriften nicht verboten ist, aber dass eine solchePosition mit einer besonderen Verantwortung verbunden ist. Googledürfe seine starke Marktstellung nicht missbrauchen, indem es denWettbewerb auf dem beherrschten Markt oder auf anderen Märkteneinschränkt. Google sei außerdem dazu verpflichtet, Personenund Unternehmen, die von dem wettbewerbswidrigen Verhalten betroffensind, Schadenersatz zu leisten.

RunderTisch Reparatur

Der Runde Tisch Reparatur versteht sich seit 2015 als Lobby für die Reparatur und setzt sich für die Förderung von Reparatur und die Belange des reparierenden Sektors ein. Im vergangenen Jahr unterstützte das Netzwerk Runder Tisch Reparatur die Beschwerde eines Mitglieds beim Kartellamt, das nachweisen konnte, dass Werkstätten Ersatzteile gar nicht oder nur zu überhöhten Preisen erhalten.

Der Brief an die EU-Kommission wurde von Association Halte à l’Obsolescence Programmée, Blitzblume, BUND, Bundesverband für Umweltberatung , Deutsche Gesellschaft für Warenkunde und Technologie, Germanwatch, ifixit, Mac&Egg, Macaufrüsten, Netzwerk Reparatur-Initiativen/anstiftung, Öko-Institut, Ökopol, Restart Project, ReUse e.V., RREUSE, Sustainum und Vangerow getragen. Vangerow repräsentiert 700 unabhängige Reparaturbetriebe.


Offener Brief: englisch | deutsch


Pressekontakte

RunderTisch Reparatur

ChristineAx | Vorstand
Tel.: +49151-26691150
christine.ax@runder-tisch-reparatur.de

Katrin Meyer | Koordination
Tel.:+ 49 151-17889535
katrin.meyer@runder-tisch-reparatur.de

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