Auf der großen UN-Konferenz zur Artenvielfalt in Paris zeichnen Experten ein dramatisches Bild: die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme habe ein bedrohliches Niveau erreicht. Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten könnten schon in kurzer Zeit für immer verloren sein. In Deutschland dafür maßgeblich verantwortlich: die Agrarpolitik mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden.

Ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, bluten unsere Landschaften aus, verstummen Vogelarten und verschwinden über die Hälfte der Insekten. Damit aber noch nicht genug, auch das Grundwasser ist mehr und mehr belastet, was zu weiteren Problemen führt. Neben der Flächenversiegelung sind die vorherrschenden landwirtschaftlichen Strukturen Haupttreiber dieser Entwicklung. 58 Milliarden Euro beträgt das jährliche EU- Budget für Agrarsubventionen. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger.

Nur ein Bruchteil dieser Gelder fließt an LandwirtInnen die sich für Artenschutz und intakte Ökosysteme engagieren und es gibt viel zu wenig Anreize für LandwirtInnen, naturverträglich zu wirtschaften. Milliardenschwere Subventionen fließen überwiegend in die intensive Landwirtschaft.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert über die Flächenprämien hauptsächlich Großstrukturen, denn rund 80 % der Gelder gehen an die größten 20 % der Betriebe. Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen werden kaum berücksichtigt.
Die Folge: hohe Pestizidbelastungen und überdüngte, ausgeräumte Flächen ohne Hecken und Ackerrandstreifen.

Das muss sich jetzt ändern – mit einer Reform der EU-Agrarpolitik! Die derzeitigen Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik bieten uns nun die Chance, das Ruder noch herumzureißen. Wir müssen Platz schaffen für die Natur in der Ackerlandschaft.

Neben der Abstimmung bei der EU-Wahl am 26. Mai, könnt Ihr im Vorfeld unter mitmachen.nabu.de/meine114euro direkt bei Euerer/m EU-Abgeordneten eine neue naturverträgliche Agrarpolitik einfordern.

Wie die deutsche Agrarpolitik für das Artensterben mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden maßgeblich verantwortlich ist  und welche Rolle unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) – ganz im Sinne der Interessen der Agrarlobby – dabei spielt, ist im ARD-Beitrag „Das große Artensterben“ zusammengefasst. Sehenswert: www.kartoffelkombinat.de/ard-beitrag

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