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Aktuelle Blogeinträge in der Kategorie Selbermachen

Kollaborative Konsumkritik

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Auf welche Weise üben nachhaltige Alltagspraktiken Konsumkritik? Wie ordnen sich diese in Postwachstums- und Degrowth-Diskurse ein? Wie findet kritischer Konsum auch im Medienverhalten statt? Und kann von einer übergeordneten konsumkritischen Bewegung gesprochen werden?
Diese und anknüpfende Fragen verhandelt der von Sigrid Kannengießer und Ines Weller herausgegebene Sammelband „Konsumkritische Projekte und Praktiken. Interdisziplinäre Perspektiven auf gemeinschaftlichen Konsum.“ Das Buch wirft einen interdisziplinären Blick auf kollaborative Projekte, in denen unter anderem gemeinschaftlich repariert, Gemüse angebaut oder Kaffee produziert wird – die Methoden und Perspektiven der unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Kunstwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft) spiegeln so auch die Vielfalt der erforschten Projekte wider.
Vorweg setzen drei Beiträge zu Postwachstum und Degrowth den diskursiven Rahmen für die anschließenden Projektbetrachtungen zu drei thematischen Schwerpunkten: Reparieren und Repair Cafés, Nahrung und Ernährung, Medienhandeln und Kommunikation. Die Autor*innen beobachten und analysieren Projekte, die neue Versorgungspraktiken gegen die kapitalistische Logik erproben und sich selbstorganisiert gegen bestehende Verhältnisse und Strukturen wenden.

Sigrid Kannengießer, Ines Weller (Hrsg.): Konsumkritische Projekte und Praktiken. Interdisziplinäre Perspektiven auf gemeinschaftlichen Konsum. München: oekom 2018.
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Reparatur im Rundfunk

service-428539_1920-jarmoluk-httpspixabay.comdeservice-computer-reparatur-428539-CC0-Creative-Commons

Wasserkocher, Smartphone, DVD-Player oder Laptop: Elektrische Geräte begleiten uns in unzähligen Alltagssituationen. Doch früher oder später ereilt sie alle der ein oder andere Defekt - was dann? Ständiges Neukaufen kostet immense Ressourcen, die Müllberge wachsen durch die Entsorgung der Altgeräte. Besser also umdenken, mal ein Reparatur-Café besuchen, gebrauchte Geräte erwerben und Altgeräte der Zweitverwertung zuführen. Das Reparieren spielt dabei eine zentrale Rolle, um Geräte möglichst lange nutzen zu können.

Eine ganze Stunde widmete der Deutschlandfunk Marktplatz Anfang Juli dem Reparieren. Moderatorin Jule Reimer sprach mit Lars Gauster (leidenschaftlicher Reparaturprofi im Gauster-Haus und Reparatur-Café Dannenberg), Johanna Sydow (Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche, Germanwatch e.V. und Sprecherin des Runden Tischs Reparatur) und Michelle Jahn (Referentin für Kaufrecht, Verbraucherzentrale NRW) über Alternativen zum Neukauf, haltbare Elektrogeräte und fachgerechtes Entsorgen, wenn gar nichts mehr hilft.
>> hier im Deutschlandfunk anhören


Foto: CC0 Creative Commons / Jarmoluk @ pixabay.com

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Repara/kul/tur - Bürger*Innen forschen

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Repair-Cafés, Offene Werkstätten und Maker-Spaces haben das Potential, ein verändertes Bewusstsein für die Qualität von Produkten, die Kompetenz und Autonomie von KonsumentInnen im Produktionsprozess zu fördern. Sie können zudem als Orte der Wissensproduktion betrachtet werden. Ob diese Veränderungen mit der Aneignung von Praktiken des Reparierens und Selbermachens tatsächlich eintreten und wie diese Praktiken überhaupt erfolgreich in den Alltag integriert werden, ist wissenschaftlich bisher noch wenig erforscht. Dieser Aufgabe widmet sich das Citizen-Science-Projekt "Repara/kul/tur". In einem am Typus des „Co-Design“ orientierten Vorgehen sollen die Forschungspartner gemeinsam mit Citizen Scientists aus der Repair- und Do-it-yourself-(DIY)-Bewegung erforschen, wie Praktiken des Reparierens und Selbermachens erfolgreich angeeignet und in den Alltag integriert werden können. Zudem sollen gemeinsam Methoden entwickelt und erprobt werden, die Alltagserfahrungen sowie Veränderungen im Verhältnis zu Konsumgütern für die wissenschaftliche Analyse fruchtbar machen.

Zusammen mit BürgerforscherInnen aus den Regionen Berlin, Hamburg und München fanden nun die ersten Workshops des Forschungsprojektes statt. Die Methode der "cultural probes" wurde vorgestellt, mit den InteressentInnen ausprobiert und diskutiert. Warum reparieren wir? Was machen wir beim Reparieren und was macht das Reparieren mit uns? Warum macht Selbermachen glücklich? Mit welchen (selbstgemachten/-reparierten) Dingen umgeben wir uns, welche Rolle spielen diese Dinge in unserem Leben und welche Beziehung haben wir zu ihnen? Solchen und ähnlichen Fragen möchte „Repara/kul/tur“ nachspüren und gemeinsam mit BürgerInnen neue Wege für wissenschaftliche Methoden finden, die jenseits von Zahlenerhebungen oder Interviewreihen liegen. Einen Einblick in den Workshop in München gibt es hier zum Nachlesen. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind auch beim Praxispartner Verbund Offener Werkstätten zu finden.


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Forum Freie Lastenräder 2018

FFL2018 gruppenfoto

In Leipzig trafen sich Ende Mai mehr als fünfzig Aktive des Forum Freie Lastenräder (FFL) aus Augsburg, Bochum, Braunschweig, Dresden, Essen, Flensburg, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Kassel, Köln, Marburg, Münster und Nürnberg. Auch Vertreter*innen von Lastenradprojekten und Initiativen aus Österreich und der Schweiz waren angereist.

Die Bewegung der Freien Lastenräder startete in 2013 mit dem Kölner Modell „KASIMIR-Dein Lastenrad“. Heute gibt es ca. 80 lokale Lastenrad Initiativen mit über 130 kostenfrei ausleihbaren Lastenrädern und Anhängern. Das Forum Freie Lastenräder bietet jährlich einen Rahmen zum intensiven Austausch der Initiativen, die mit ihren Angeboten eine zeitgemäße Mobilität fördern wollen, um die Verkehrswende für saubere Luft und weniger Lärm in l(i)ebenswerten Städten voranzutreiben. Es wurde über neueste Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen und die Weiterentwicklung relevanter Forschungsfragen diskutiert, aktuelle Entwicklungen in der Lastenrad-Sharing-Szene vorgestellt und über Neugründungen von Initiativen berichtet. Thema war auch die Weiterentwicklung von www.velogistics.net zu einer gemeinsamen Verleihplattform als digitale Allmende, die in einem ersten Schritt alle verfügbaren Räder mit Detailinformationen und Buchungslink aufführen soll.

Dokumentation FFL 2018 > hier
 
Das FFL bedankt sich für die großartige Organisation bei: ADFC Bundesverband www.adfc.de, ADFC Leipzig www.adfc-leipzig.de, anstiftung München www.anstiftung.de, Radgeber Leipzig www.radgeber-leipzig, ADFC-Dachgebern (Übernachtungsverzeichnis von Radlern für Radler) www.adfc.de/adfc-reisenplus/uebernachten/adfc-dachgeber/adfc-dachgeber, Depot Leipzig www.depot-leipzig.de, Lipzi Tours www.lipzitours.de und den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, die die Veranstaltung ermöglicht haben.
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Film über Offene Werkstätten

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Offene Werkstätten, auch bekannt als Maker- und Hackerspaces, Fab Labs (Fabrikationslabore) oder Selbsthilfewerkstätten, vereinen vieles unter einem Dach: Infrastrukturen für Fabrikation, Wissen und Austausch, soziale Wärme und Freiraum für mehr. Sie sind selbstorganisierte Orte für Eigenarbeit, Handwerk, Kunst und Prototyping, die den Nährboden bereiten für neue Formen der Zusammenarbeit. Was genau machen die Leute da? In unserem neuen Film geben wir Antworten.
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Lammsbräu Nachhaltig­keitspreis

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Bei uns knallen die (Bio)Champagner-Korken, obwohl anlassbezogen Kronkorken adäquater wären - denn wir erhielten gestern den renommierten Nachhaltigkeitspreis vom Neumarkter Lammsbräu für unser Netzwerk der Reparatur-Initiativen und freuen uns darüber unbändig! 

Vor drei Jahren haben wir neben den Offenen Werkstätten und den urbanen Gemeinschaftsgärten einen weiteren Arbeitsbereich aufgebaut, um das (damals) neue Format „Repair-Café“ zu verbreiten und zu unterstützen. 2013 gab es 40 Initiativen und unsere internes Ziel lag bei 80 Initiativen bis Ende 2014, tatsächlich konnten wir da bereits nahezu 300 Reparatur-Initiativen zählen. Mittlerweile verzeichnen wir unter www.reparatur-initiativen.de fast 600 Projekte.

Auf dieser Plattform bieten wir umfangreiche Hilfe(n) bei der Neugründung dieser nicht-kommerziellen Initiativen oder nennen ganz konkret den nächstgelegenen Reparaturtermin.

Probieren Sie es doch einfach mal aus: www.reparatur-initiativen.de/reparatur-termine/
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Antrag auf Kartellverfahren

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Antrag auf Kartellverfahren durch den "Runden Tisch Reparatur" - mehr Infos hierzu am Ende dieses Beitrags:


Germanwatch e.V.
Stresemannstr. 72
10963 Berlin

An das
Bundeskartellamt
Kaiser-Friedrich-Str. 16
53113 Bonn

Betr.: Unterstützung des Antrags auf Einleitung eines Verfahrens (§ 54 I GWB) aufgrund von Verstoß gegen § 19, 20 GWB vom 05.09.2017 
Berlin, 25. Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der Aktion „Ersatzteilfalle Hersteller“ hat das Unternehmen Vangerow GmbH, als Mitglied des Runden Tisches Reparatur und als freie Werkstatt, Ersatzteile bei Herstellern angefragt und mit den Absagen konkrete Belege für die Reparatur-behindernde Praxis der Hersteller erbracht. Die unterzeichnenden Mitglieder des Runden Tisches Reparatur unterstützen daher den Antrag der Vangerow GmbH beim Bundeskartellamt gegen Samsung.

Der Runde Tisch Reparatur ist ein Zusammenschluss von Umweltverbänden und Verbraucherschützern, Wissenschaft, Handwerkern und Reparaturinitiativen sowie Wirtschafts- und Beratungsunternehmen. Die Mitglieder des Runden Tisches Reparatur sind der festen Überzeugung: Die Reparatur ist ein wesentlicher Schlüssel sowohl für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz als auch für die Zufriedenheit der VerbraucherInnen. Aktuelle Befragungen, u.a. des Verbraucherzentrale Bundesverband, haben gezeigt, dass zwei Drittel der VerbraucherInnen gern kaputte Geräte reparieren lassen oder selbst reparieren wollen. 

Dies wird aber durch die Herstellerpraxis verhindert, die den Zugang zu Ersatzteilen für freie Werkstätten, Reparatur-Initiativen und VerbraucherInnen kompliziert, teuer und oft auch unmöglich gemacht hat. Viele Inverkehrbringer in Deutschland nutzen ihre marktbeherrschende Position bei der Bereitstellung und Preisgestaltung der Ersatzteile zu Ungunsten kleiner Unternehmen, Reparateure und VerbraucherInnen. Dies ist umso bedauerlicher, als dass die gleichen Inverkehrbringer in anderen europäischen Ländern, in denen sie zur Ersatzteilverfügbarkeit verpflichtet sind, zeigen, dass es möglich ist. 

Der Gesetzgeber hat in §1 ElektroG die abfallwirtschaftlichen Ziele klar festgelegt: Abfälle von Elektro- und Elektronikgeräten sollen vorrangig vermieden und der Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden. Die Förderung von Reparaturdienstleistungen ist für das Erreichen dieser Ziele maßgeblich. Die Herstellerpraxis von Samsung und anderen großen Marktakteuren im Elektro- und Elektronikbereich, welche die Bedingungen für das reparierende Handwerk erschweren, verhindern aus unserer Sicht das Erreichen der Ziele.

Wir bitten das Bundeskartellamt hiermit, dem Antrag der Vangerow GmbH auf Einleitung eines Verfahrens (§ 54 I GWB) aufgrund des Verstoßes gegen § 19, 20 GWB vom 5.09.2017 so zeitnah wie möglich zu entsprechen und uns in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden zu halten. 

Mit freundlichen Grüßen

Germanwatch

ÖKOPOL – Institut für Ökologie und Politik GmbH 

Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Netzwerk Reparatur-Initiativen

anstiftung

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Deutsche Umwelthilfe (DUH)

 

*1) Alle Belege sind zu finden unter: http://www.reparatur-revolution.de/tag/ersatzteilfalle/

*2) Haltbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten. Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag des vzbv (2017): https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2017/06/01/umfrage_-_haltbarkeit_und_reparierbarkeit_von_produkten_o_gewaehrleistung.pdf


Hintergrund: Der Runde Tisch Reparatur

Der Runde Tisch Reparatur (www.runder-tisch-reparatur.de) wurde im November 2015 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von Umweltverbänden und Verbraucherschützern, Wissenschaft, Handwerkern und Reparatur-Initiativen sowie Wirtschafts- und Beratungsunternehmen. Unter anderem fordert der Runde Tisch Reparatur: 

Zugang zu Ersatzteilen:

  • Hersteller, Händler und Importeure müssen verpflichtet werden, allen Marktakteuren über die gesamte Nutzungsdauer hinweg Ersatzteile zugänglich zu machen.
Zugang zu erschwinglichen Ersatzteilen:

  • Der Preis von Ersatzteilen muss in einem vernünftigen und begründbaren Verhältnis zu ihren Herstellungskosten stehen. Ein Rechtsanspruch an die Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu diesen Konditionen ist sicherzustellen. Darüber hinaus müssen Geräte so konstruiert werden, dass der Preis für funktionale Ersatzteile 20 Prozent des unverbindlich empfohlenen Kaufpreises der Hersteller nicht übersteigt.
Reparatur-Autorisierung für mehr Fachbetriebe auch während der Garantiezeit:

  • Wir fordern, dass Fachbetriebe in der Garantiezeit die notwendigen Reparaturen durchführen dürfen und dass die Hürden für die Autorisierung möglichst niedrig sind.
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Global Gathering on Community Repair

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Die anstiftung vertritt das Netzwerk Reparatur-Initiativen auch im internationalen Kontext. So zuletzt im Rahmen des ersten „Global Gathering on Community Repair“, das vom 6. bis 8. Oktober in London stattfand. Ausgerichtet hatte diese Zusammenkunft das therestartproject aus London, eine Organisation, die Partys zum Reparieren von elektrischen und elektronischen Geräten organisiert und – vergleichbar mit dem Netzwerk Reparatur-Initiativen – kostenfreie Materialien und Informationen zur Verfügung stellt, um interessierten Gruppen die eigenständige Etablierung lokaler Veranstaltungsreihen zu vereinfachen. Das Fixfest zog Reparatur-Aktivisten aus vier Kontinenten an, die sich mit Fragen zur weiteren Verbreitung der Community-Repair-Idee befassten, wie Kooperationen mit lokalem Handwerk aufgebaut und gestaltet werden kann, wie institutionelle Förderung erreicht und politisch wirksame Zusammenarbeit mit Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, Wissenschaft und Forschung, Industrie und Handel aufgebaut werden kann, welche Rolle digitale Fertigungstechnologien wie 3D-Druck spielen oder spielen können z.B. im Bereich der Ersatzteilbeschaffung und auch welche Rolle gemeinsames Reparieren im Bildungskontext spielt. Eine Netzwerkveranstaltung mit besonderem Flair, denn die Freude, die das gemeinsame Reparieren bereitet, wurde auch in jeder Sekunde dieser Veranstaltung spürbar. Hier das Programm mit zusätzlichen Informationen.

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Weltweit entstehen immer mehr Initiativen und Organisationen, die im gemeinschaftlichen Reparieren von Alltagsgegenständen einen Teil der Lösung für drängende Zukunftsfragen sehen und für ein Recht auf Reparatur für alle eintreten oder eintreten wollen. Nicht verwunderlich, dass auch Kyle Wiens, Gründer des „Wikipedia für Reparaturanleitungen“ ifixit und Reparaturaktivist die Veranstaltung begleitete und Einblicke in seine Lobbyarbeit, z.B. im Rahmen der Initiative repair.org (USA) oder Brüsseler Gremien (EU) teilte. Ein gutes Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, wenn Menschen aus aller Welt sich gegenseitig zu ihrem Engagement austauschen und dabei feststellen, dass sie die gleichen Werte vertreten.

Open everything

Die besondere Stärke – so sind sich die meisten Aktivisten und Organisationen einig – liegt in der Netzwerkarbeit über nationale Grenzen hinweg, im Austausch und Teilen von Informationen und Konzepten, auch im gemeinsamen Erarbeiten von Standards. Damit werde die globale Reparierbewegung und ihre Ziele mehr Aufmerksamkeit und community repair als zivilgesellschaftliche Kraft weiter an Bedeutung gewinnen. Das Netzwerk Reparatur-Initiativen wird als Impulsgeber für die unterschiedlichen Baustellen, mit denen sich Gruppierungen auf der ganzen Welt auseinandersetzen, wahrgenommen. Die Materialien und Konzepte, sowie Verbünde, in denen das Netzwerk auch politisch aktiv ist, werden als konstruktiv und inspirierend wahrgenommen. Engagierte wollen einige der Materialien des Netzwerks nun in andere Sprachen übersetzen und z.B. Vertragsformulare an die jeweils nationale Gesetzgebung anpassen, Versicherungslösungen erarbeiten und neue Allianzen schmieden.

Dritter Samstag im Oktober: Internationaler „Repair Day“

Um zu unterstreichen, dass die verschiedenen Initiativen, Gruppen und Organisationen einen echten Wandel zu mehr gelebter Reparaturkultur praktizieren und ein Recht auf Reparatur für alle fordern, wurde beschlossen, den jeweils dritten Samstag im Oktober eines Jahres als internationalen Tag der Reparatur zu feiern. 2017 ist dies der 21.Oktober und 2018 wird der internationale Repair-Day am 20.10. stattfinden.

Open Repair Alliance

VertreterInnen einiger größerer Netzwerke trafen sich im Vorfeld des Fixfest, um über die Zusammenarbeit hinsichtlich der Sammlung valider Daten zur Reparierbarkeit von Produkten zu beraten. Es gibt derlei Daten bislang nicht, aber nationale Pilotprojekte, wie den Fixometer von therestartproject oder den Reparatur-Monitor der Stichting Repaircafé. Auch die anstiftung ist in Kooperation mit dem Runden Tisch Reparatur dabei, ein Erhebungswerkzeug für die auf der Plattform www.reparatur-initiativen.de verzeichneten Projekte zu entwickeln, um die Datenschätze, die bisher in analoger Form (Laufzettel) in jeder Initiative anfallen, künftig digital erfassen zu können. Ziel der anstiftung ist, die lokale Arbeit der Initiativen zu erleichtern und nicht unerwünschte Mehrarbeit zu produzieren. Mehrwert für die lokalen Projekte steht an erster Stelle.

Da jede Organisation ihre eigenen Prioritäten setzt, sollen die wichtigen Kerninformationen allen anderen als Open Data zur Verfügung gestellt werden, ohne dass alle zwingend die gleichen Statistikwerkzeuge dafür benutzen müssen. Als krönender Abschluss der Veranstaltung wurde die Open Repair Alliance offiziell verkündet und damit der Grundstein für eine neue Art der Zusammenarbeit gelegt.
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DIY auf der Seoul Biennale of Architecture & Urbanism

Laube_selbstgebaut
Die diesjährige Seoul Biennale of Architecture and Urbanism widmet sich dem Thema „Imminent Commons“. Als Berliner Beitrag in der Ausstellung „Commoning Cities“ ist die Laube im Berliner Prinzessinnengarten zu sehen. Die Ausstellung zeigt 50 Beispiele aus aller Welt und beleuchtet die Zukunft der Städte durch das Okular von öffentlichen Initiativen und Projekten. Besonderer Augenmerk der Ausstellung liegt auf den Strategien der Städte im Hinblick auf die rasche Urbanisierung, schrumpfende Ressourcen und die Privatisierung von Gemeingütern.
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Revolution mit Hammer und Lasercutter


Unter diesem Titel untersuchten Andrea Baier, Christa Müller und Karin Werner das subversive Potential unspektakulären Tuns. Daraus entstand ein Radio-Essay für den SWR2. Hier zum Nachhören: https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/essay/swr2-essay-revolution-mit-hammer-und-lasercutter/-/id=659852/did=19662810/nid=659852/131spy5/index.html
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Werkstatt gemeinsam machen

Makerspace, Selbsthilfe- und Mitmach-Werkstatt, FabLab oder Hackerspace. Wie Offene Werkstätten gemacht werden, wissen die Macherinnen und Macher Offener Werkstätten am besten.


Um Antworten auf wiederkehrende Fragen im Aufbau und Betrieb Offener Werkstattprojekte direkt aus der Praxis für die Praxis miteinander auszutauschen, finden von Juni bis August 2017 insgesamt zwölf Vernetzungs-und Austauschworkshops in verschiedenen Offenen Werkstätten statt.
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Fragen, die fehlten

fragendiefehlen
Das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz war im wahrsten Sinne des Wortes gestrig. Energiewende, Verkehrswende, Agrarwende, Postwachstum, Entwicklungszusammenarbeit, Dekarbonisierung, Bildung, Fluchtursachen … wie gut, dass alle Zukunftsthemen besprochen wurden. (Achtung, Ironie!)

Auf Twitter fasste es @das_janchen passend zusammen: „Okay. Ich lebe in einem Land, in dem terrorverängstigte Menschen ihren armen, alten Diesel vor Migranten schützen wollen.“

Im Vorfeld gab es sogar extra noch einen offenen Brief für die Zukunft der Landwirtschaft an die vier Moderatoren, der von zahlreichen AkteurInnen der Szene unterzeichnet wurde. Die Fragen der Moderatoren bedienten den Populismus und bereits während der Sendung gab es unter dem Hashtag #fragendiefehlen ein durchaus facettenreiches  Sammelsurium an eben … Fragen, die fehlten. 

Hier ein paar Beispiele, die dem Duell dramaturgisch und inhaltlich sicherlich gut getan hätten und dem Erkenntnisgewinn zuträglich gewesen wären:
  • „Wie kann Chancengleichheit für alle Menschen gewährleistet werden?“ (@torrent_ten)
  • "Herr Schulz, wie wollen Sie eine weitere Fluchtursache, die Klimakrise, bekämpfen?“ (@Reis_Theresa)
  • „Frau Merkel, Sie haben höhere Abgasgrenzwerte für die Autoindustrie persönlich verhindert. Warum?“ (@gri_mm)
  • „Wie sieht eine nachhaltige Verkehrspolitik aus?“ (@La_Mut)
  • „Frau Merkel, werden Sie in der nächsten Legislaturperiode endlich das Ende der Kohle einleiten?“ (@Reis_Theresa)
  • „Müssen wir Landwirtschaft & Industrie nicht dringend umweltfreundlich gestalten, um das Artensterben zu stoppen?“ (@mw238)
  • „Wann wird die Massentierhaltung beendet?“ (@sven_kindler)
  • „Wann werden die jährl. Einnahmen der Mineralölst. i.H.v. 45 Mrd. € endlich vollständig in erneuerbare Energien investiert?“ (@timpeter)
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Wem gehört die Stadt? Wem gehört das Internet?

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Die Kämpfe um offenen, demokratischen Zugang zu urbanen wie auch digitalen Gemeingütern werden überall auf der Welt geführt. In ihrem Vortrag „Digital Commons – Urban Struggles and the Right to the City?” auf der diesjährigen Re:Publica sprechen Andreas Unteidig vom Design Research Lab der UdK Berlin und Marco Clausen, Mitbegründer des Berliner Prinzessinnengartens sowie der Nachbarschaftsakademie über Interdependenzen von Digital Commons, Urban Struggles und dem Recht auf Stadt: mazizone.eu
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Offene Produktion im Landkombinat Gatschow

Die Open-Source-Saftpresse des Hofprojekts in Gatschow (MeckPom) ist eins der inspirierenden Beispiele für die transformative Kraft der neuen SelbermacherInnen in unserem Buch „Die Welt reparieren – Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis“. Über zwei Jahre hat der Aufbau der Offenen Werkstätten gedauert, die Ende April mit Workshops, Infoständen, Musik und regionalen Köstlichkeiten eröffnet wurden. Hier geht`s zum Video über das Landkombinat:

Glasblasen gatschow

Zudem haben wir den freudigen Anlass genutzt, um Stefan Raabe, einen der treibenden Köpfe hinter dem Communityprojekt, ein paar Fragen zu stellen.
>> zum Interview

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Mit Geflüchteten gemeinsame Sache machen

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In Berlin wird gerade – mit Unterstützung u.a. der anstiftung – eine komplette Etage des ehemaligen C&A-Kaufhauses in Neukölln in eine lebensfreundliche und anregende Umgebung verwandelt. Die geflüchteten BewohnerInnen wurden in Planung und Bau von Anfang an einbezogen. Wir dokumentieren hier den Kurzbericht unseres  Kooperationspartners Open State:
"Während in diesen Tagen berichtet wird, dass unsere Kriminalstatistik durch junge, teils traumatisierte Männer in Massenunterkünften ansteigt - oh Wunder! - haben wir letzte Woche eine völlig andere Erfahrung gemacht. Jungs wie diese haben ihr eigenes Teehaus gebaut, ihren Lernraum gestrichen und eingerichtet, Möbel zugeschnitten, geleimt, gebohrt, mit zahlreichen wunderbaren deutschen und nichtdeutschen Freiwilligen gearbeitet und gelacht. Und sich nachweislich auch von einer älteren Dame zum Abwasch verdonnern lassen. Es hat sich niemand verletzt, nichts wurde gestohlen, statt Stress nur Strahlen in den Gesichtern. Das wird möglich, wenn man aufhört zu helfen, und anfängt, gemeinsame Sache zu machen. Wir sollten öfter die Zeitung zuschlagen und stattdessen eigene Erfahrungen zulassen. You ROC, people!"
Mehr Fotos und Infos auf der Facebook-Seite und der Website von Open State.
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