Als studierter Kommunikationswirt arbeitete Daniel Überall bis 2007 in unterschiedlichen Werbeagenturen. Im Gründungsteam von Utopia.de, der Online-Community für nachhaltigen Lebensstil, wurde die Passion zur Profession. 2011 startete er die Initiative Stadtimker und baut in München die Solidarische Landwirtschaft Kartoffelkombinat mit auf. Er ist außerdem im Vorstand des Netzwerk Klimaherbst e.V.

Daniel Überall ist seit 2012 Mitarbeiter der anstiftung und dort zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Lammsbräu Nachhaltig­keitspreis

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Bei uns knallen die (Bio)Champagner-Korken, obwohl anlassbezogen Kronkorken adäquater wären - denn wir erhielten gestern den renommierten Nachhaltigkeitspreis vom Neumarkter Lammsbräu für unser Netzwerk der Reparatur-Initiativen und freuen uns darüber unbändig! 

Vor drei Jahren haben wir neben den Offenen Werkstätten und den urbanen Gemeinschaftsgärten einen weiteren Arbeitsbereich aufgebaut, um das (damals) neue Format „Repair-Café“ zu verbreiten und zu unterstützen. 2013 gab es 40 Initiativen und unsere internes Ziel lag bei 80 Initiativen bis Ende 2014, tatsächlich konnten wir da bereits nahezu 300 Reparatur-Initiativen zählen. Mittlerweile verzeichnen wir unter www.reparatur-initiativen.de fast 600 Projekte.

Auf dieser Plattform bieten wir umfangreiche Hilfe(n) bei der Neugründung dieser nicht-kommerziellen Initiativen oder nennen ganz konkret den nächstgelegenen Reparaturtermin.

Probieren Sie es doch einfach mal aus: www.reparatur-initiativen.de/reparatur-termine/
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Antrag auf Kartellverfahren

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Antrag auf Kartellverfahren durch den "Runden Tisch Reparatur" - mehr Infos hierzu am Ende dieses Beitrags:


Germanwatch e.V.
Stresemannstr. 72
10963 Berlin

An das
Bundeskartellamt
Kaiser-Friedrich-Str. 16
53113 Bonn

Betr.: Unterstützung des Antrags auf Einleitung eines Verfahrens (§ 54 I GWB) aufgrund von Verstoß gegen § 19, 20 GWB vom 05.09.2017 
Berlin, 25. Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der Aktion „Ersatzteilfalle Hersteller“ hat das Unternehmen Vangerow GmbH, als Mitglied des Runden Tisches Reparatur und als freie Werkstatt, Ersatzteile bei Herstellern angefragt und mit den Absagen konkrete Belege für die Reparatur-behindernde Praxis der Hersteller erbracht. Die unterzeichnenden Mitglieder des Runden Tisches Reparatur unterstützen daher den Antrag der Vangerow GmbH beim Bundeskartellamt gegen Samsung.

Der Runde Tisch Reparatur ist ein Zusammenschluss von Umweltverbänden und Verbraucherschützern, Wissenschaft, Handwerkern und Reparaturinitiativen sowie Wirtschafts- und Beratungsunternehmen. Die Mitglieder des Runden Tisches Reparatur sind der festen Überzeugung: Die Reparatur ist ein wesentlicher Schlüssel sowohl für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz als auch für die Zufriedenheit der VerbraucherInnen. Aktuelle Befragungen, u.a. des Verbraucherzentrale Bundesverband, haben gezeigt, dass zwei Drittel der VerbraucherInnen gern kaputte Geräte reparieren lassen oder selbst reparieren wollen. 

Dies wird aber durch die Herstellerpraxis verhindert, die den Zugang zu Ersatzteilen für freie Werkstätten, Reparatur-Initiativen und VerbraucherInnen kompliziert, teuer und oft auch unmöglich gemacht hat. Viele Inverkehrbringer in Deutschland nutzen ihre marktbeherrschende Position bei der Bereitstellung und Preisgestaltung der Ersatzteile zu Ungunsten kleiner Unternehmen, Reparateure und VerbraucherInnen. Dies ist umso bedauerlicher, als dass die gleichen Inverkehrbringer in anderen europäischen Ländern, in denen sie zur Ersatzteilverfügbarkeit verpflichtet sind, zeigen, dass es möglich ist. 

Der Gesetzgeber hat in §1 ElektroG die abfallwirtschaftlichen Ziele klar festgelegt: Abfälle von Elektro- und Elektronikgeräten sollen vorrangig vermieden und der Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden. Die Förderung von Reparaturdienstleistungen ist für das Erreichen dieser Ziele maßgeblich. Die Herstellerpraxis von Samsung und anderen großen Marktakteuren im Elektro- und Elektronikbereich, welche die Bedingungen für das reparierende Handwerk erschweren, verhindern aus unserer Sicht das Erreichen der Ziele.

Wir bitten das Bundeskartellamt hiermit, dem Antrag der Vangerow GmbH auf Einleitung eines Verfahrens (§ 54 I GWB) aufgrund des Verstoßes gegen § 19, 20 GWB vom 5.09.2017 so zeitnah wie möglich zu entsprechen und uns in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden zu halten. 

Mit freundlichen Grüßen

Germanwatch

ÖKOPOL – Institut für Ökologie und Politik GmbH 

Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Netzwerk Reparatur-Initiativen

anstiftung

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Deutsche Umwelthilfe (DUH)

 

*1) Alle Belege sind zu finden unter: http://www.reparatur-revolution.de/tag/ersatzteilfalle/

*2) Haltbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten. Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag des vzbv (2017): https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2017/06/01/umfrage_-_haltbarkeit_und_reparierbarkeit_von_produkten_o_gewaehrleistung.pdf


Hintergrund: Der Runde Tisch Reparatur

Der Runde Tisch Reparatur (www.runder-tisch-reparatur.de) wurde im November 2015 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von Umweltverbänden und Verbraucherschützern, Wissenschaft, Handwerkern und Reparatur-Initiativen sowie Wirtschafts- und Beratungsunternehmen. Unter anderem fordert der Runde Tisch Reparatur: 

Zugang zu Ersatzteilen:

  • Hersteller, Händler und Importeure müssen verpflichtet werden, allen Marktakteuren über die gesamte Nutzungsdauer hinweg Ersatzteile zugänglich zu machen.
Zugang zu erschwinglichen Ersatzteilen:

  • Der Preis von Ersatzteilen muss in einem vernünftigen und begründbaren Verhältnis zu ihren Herstellungskosten stehen. Ein Rechtsanspruch an die Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu diesen Konditionen ist sicherzustellen. Darüber hinaus müssen Geräte so konstruiert werden, dass der Preis für funktionale Ersatzteile 20 Prozent des unverbindlich empfohlenen Kaufpreises der Hersteller nicht übersteigt.
Reparatur-Autorisierung für mehr Fachbetriebe auch während der Garantiezeit:

  • Wir fordern, dass Fachbetriebe in der Garantiezeit die notwendigen Reparaturen durchführen dürfen und dass die Hürden für die Autorisierung möglichst niedrig sind.
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Transformative Initiativen der Ernährungswirtschaft

nascent-logo


Das Forschungsprojekt nascent-transformativ, das die anstiftung  mit den Universitäten Oldenburg und Stuttgart seit 2016 durchführt, hat einen Film produziert, der Einblicke in die Forschungspraxis gibt. Auch drei Praxispartner (Kartoffelkombinat, BRUCKER LAND und Mundraub) werden mit ihren Projekten vorgestellt.

http://www.nascent-transformativ.de
http://www.kartoffelkombinat.de
http://www.unserland.info
http://www.mundraub.org
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Revolution mit Hammer und Lasercutter


Unter diesem Titel untersuchten Andrea Baier, Christa Müller und Karin Werner das subversive Potential unspektakulären Tuns. Daraus entstand ein Radio-Essay für den SWR2. Hier zum Nachhören: https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/essay/swr2-essay-revolution-mit-hammer-und-lasercutter/-/id=659852/did=19662810/nid=659852/131spy5/index.html
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Offener Brief für die Zukunft der Landwirtschaft

landwirtschaft
An:
Frau Maybrit Illner, Frau Sandra Maischberger, Herrn Peter Kloeppel, Herrn Claus Strunz

29. August 2017

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
liebe Journalistinnen und Journalisten,

in wenigen Tagen werden Sie Angela Merkel und Martin Schulz in der Debatte der Spitzenkandidaten mit den drängendsten Fragen konfrontieren, die sich stellen, wenn man politische Verantwortung für eine der größten Volkswirtschaften der Welt übernimmt.

Die unterzeichnenden Personen und Organisationen fordern Sie mit diesem Brief dazu auf, dabei ein Thema aufzugreifen, das für die Zukunft unseres Landes und die aller Menschen weltweit zentrale Bedeutung besitzt: der Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere mit der Ressource Boden.

Weltweit gehen fruchtbare Böden im Umfang von ca. 10 Millionen Hektar jährlich durch eine falsche landwirtschaftliche Nutzung und durch die Folgen des Klimawandels verloren. Das entspricht fast der gesamten Fläche, die in Deutschland als Ackerland genutzt wird. Nicht nur für die unmittelbar betroffenen Menschen ist dies katastrophal. Zugleich ist dieser Verlust Ausgangspunkt für politische Spannungen und Migrationsbewegungen, die längst begonnen haben, auch uns einzuholen.

Auch hier in Deutschland wird die Fruchtbarkeit der Böden durch eine nach industriellen Prinzipien organisierte Landbewirtschaftung abgebaut. Dies geschieht durch einseitige Fruchtfolgen mit hohen Anteilen derselben Anbaukulturen, sowie durch die Anwendung chemisch-synthetischer Stoffe zur Düngung, durch Biozide, wie Insektizide und Herbizide, die die biologische Vielfalt, und damit die unersetzbaren Funktionen des Bodenlebens, beeinträchtigen. Auf diese Weise werden die natürliche ökologische Widerstandsfähigkeit unserer Agrarlandschaften und ihre Ertragsfähigkeit gravierend geschwächt. Zusammen mit der weiter fortschreitenden Flächenversiegelung durch Überbauung gefährden wir so langfristig unsere Fähigkeit, ausreichend Agrarprodukte und Nahrungsmittel zu erzeugen.

Dagegen könnte eine regenerative, Humus und biologische Vielfalt aufbauende Landwirtschaft enorme positive Wirkung entfalten. Sie erhöht nicht nur die Fruchtbarkeit und Produktivität der Böden, sowie ihre Widerstandskraft gegen extremer werdende Umweltereignisse. Mittels des Aufbaus biologischer Vielfalt und organischer Masse können Böden in erheblichem Maß Kohlenstoff binden und für die landwirtschaftliche Produktivität nutzbar machen. Eine zukunftsfähige Bodenbewirtschaftung kann der Atmosphäre große Mengen CO2 entziehen – was angesichts der bereits deutlich sichtbar werdenden Folgen des Klimawandels von zentraler Bedeutung ist.

Um die Bedingungen für eine zukunftsorientierte Wirtschaft zu schaffen, benötigt es politische Unterstützung und einen förderlichen wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmen. Die politischen und regulativen Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich die unternehmerischen Erfolgsfaktoren und gestalten so Wirtschaftspraxis und die marktliche Entwicklung. Bislang befördert die Politik ein Wirtschaftshandeln, das unsere gesellschaftliche und ökonomische Zukunftsfähigkeit gefährdet und die natürlichen Lebensgrundlagen schädigt. Nicht nachhaltige Wirtschaftsweisen, die Lebensgrundlagen abbauen und die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen, sind bislang profitabler und somit wettbewerbsstärker. Dabei werden jedoch langfristig und global Ressourcen vernichtet, die zukünftig weder den Menschen, noch für Wirtschaftsaktivitäten und -unternehmen zur Verfügung stehen. Die Folgen davon tragen alle.

Unsere KanzlerkandidatInnen müssen Antwort auf die Fragen danach geben, wie sie die politischen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Marktwirtschaft gestalten wollen, damit regenerative Landwirtschaft und ein weltweiter Schutz von Böden und ihrer Fruchtbarkeit stattfinden.

Sie werden am 3. September 2017 diese Antwort aber nur geben, wenn Sie Ihnen dazu die erforderlichen Fragen stellen!

Wir, die wir in großer Sorge um die Wichtigste unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind, wollen Sie dazu ermutigen. Denn hier geht es nicht um ein idealistisches „nice to have“- Thema, sondern um ein Überlebensthema für die Menschheit.

Die Böden und Landschaften, die wir nutzen, bilden das Fundament unserer Wirtschaft, sie sind Lebensgrundlagen als auch Produktionsgrundlagen in einem. Ihr Erhalt und ihr Aufbau ist eine Bedingung für unsere gemeinsame Zukunft – das ist unser aller Angelegenheit.

Mit besten Wünschen

Dr. J. Daniel Dahm
Vize Direktor, European Centre for Sustainability Research ECS, Zeppelin Universität
Deutsche Gesellschaft Club of Rome DCoR 
Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. VDW

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein
Vorstandvorsitzender, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.)

Alexandra Wandel
Direktorin und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Stiftung World Future Council

anstiftung
Daniel Überall, Vorstand

Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V.
Dr. Alexander Beck, Geschäftsführender Vorstand

Biokreis e.V. – Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung
Franz Strobl, Vorstandsvorsitzender

Bioland e.V.
Jan Plagge, Präsident

Biopark e.V.
Jens Rasim, Vorstandsvorsitzender

Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.
Elke Röder, Geschäftsführerin

ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.
Andreas Hattemer, Vorsitzender

European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER) e.V.
Dr. Hartmut Meyer, Vorsitzender des Vorstandes
Dr. Angelika Hilbeck, Mitglied des Vorstandes

Demeter e.V.
Dr. Alexander Gerber, Vorstandssprecher

Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau
Kornelie Blumenschein, 1. Vorsitzende

Germanwatch e.V.
Klaus Milke, Vorsitzender

Kartoffelkombinat eG
Daniel Überall, Vorstand

Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.

Naturland e.V.
Hubert Heigl, Präsident

Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Olaf Tschimpke, Präsident

Verbund Ökohöfe e.V.
Jürgen Hartmann, Vorstand

Josef Braun
Biolandbauer Präsidium, Bioland e.V.

Nikolai Fuchs
Vorstand, GLS Treuhand
Stiftungsrat Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Prof. Dr. Klaus Gabriel
Geschäftsführer des Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) e.V.
Gastprofessor für Wirtschafts- und Unternehmensehtik an der Universität Kassel

Prof. Dr. Maximilian Gege
Vorsitzender, B.A.U.M. e.V.

Dr. Jörg Geistlinger
Hochschule Anhalt
Fachbereich 1: Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung Institut für Bioanalytische Wissenschaften
Leiter der Arbeitsgruppe „Nachhaltige Düngung und alternativer Pflanzenschutz“

Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald
Vorstand, Schweisfurth Stiftung

Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard
Umwelt-Campus Birkenfeld/Hochschule Trier Industrial Ecology

Hermann Graf Hatzfeldt

Prof. Dr.em. Eva Lang
Vorstand der Vereinigung für Ökologische Ökonomie
Mitglied und ehem. Vorstand des Netzwerks Vorsorgendes Wirtschaften

Prof. Dr. Rudolf Prinz zur Lippe
Präsident, Forum der Kulturen zu Fragen der Zeit

Prof. Dr. Dirk Löhr
Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik

Prof. Dr. Konrad Ott
Philosophisches Seminar der CAU zu Kiel

Dr. Manuel Schneider
Redaktionsleitung „Der kritische Agrarbericht“
Geschäftsführer oekom e.V.

Karl Ludwig Schweisfurth
Schweisfurth Stiftung

Prof. Dr. Irmi Seidl
Eidg. Forschungsanstalt WSL

Prof. em. Dr. Michael Succow
Vorstandsvorsitzender der Michael Succow Stiftung
Träger des alternativen Nobelpreises

Beate Weber-Schuerholz
Oberbürgermeisterin a.D. MdEP a.D.

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker
Ko-Präsident des Club of Rome

Prof. Dr. Hubert Wiggering
Institut für Erd- und Umweltwissensschaften der Universität Potsdam
Vorstandsmitglied der Deutschen AgrarForschungsallianz (DAFA)
Mitglied der Kommissionen Landwirtschaft (KLU) sowie Bodenschutz (KBU) beim Umweltbundesamt

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Fragen, die fehlten

fragendiefehlen
Das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz war im wahrsten Sinne des Wortes gestrig. Energiewende, Verkehrswende, Agrarwende, Postwachstum, Entwicklungszusammenarbeit, Dekarbonisierung, Bildung, Fluchtursachen … wie gut, dass alle Zukunftsthemen besprochen wurden. (Achtung, Ironie!)

Auf Twitter fasste es @das_janchen passend zusammen: „Okay. Ich lebe in einem Land, in dem terrorverängstigte Menschen ihren armen, alten Diesel vor Migranten schützen wollen.“

Im Vorfeld gab es sogar extra noch einen offenen Brief für die Zukunft der Landwirtschaft an die vier Moderatoren, der von zahlreichen AkteurInnen der Szene unterzeichnet wurde. Die Fragen der Moderatoren bedienten den Populismus und bereits während der Sendung gab es unter dem Hashtag #fragendiefehlen ein durchaus facettenreiches  Sammelsurium an eben … Fragen, die fehlten. 

Hier ein paar Beispiele, die dem Duell dramaturgisch und inhaltlich sicherlich gut getan hätten und dem Erkenntnisgewinn zuträglich gewesen wären:
  • „Wie kann Chancengleichheit für alle Menschen gewährleistet werden?“ (@torrent_ten)
  • "Herr Schulz, wie wollen Sie eine weitere Fluchtursache, die Klimakrise, bekämpfen?“ (@Reis_Theresa)
  • „Frau Merkel, Sie haben höhere Abgasgrenzwerte für die Autoindustrie persönlich verhindert. Warum?“ (@gri_mm)
  • „Wie sieht eine nachhaltige Verkehrspolitik aus?“ (@La_Mut)
  • „Frau Merkel, werden Sie in der nächsten Legislaturperiode endlich das Ende der Kohle einleiten?“ (@Reis_Theresa)
  • „Müssen wir Landwirtschaft & Industrie nicht dringend umweltfreundlich gestalten, um das Artensterben zu stoppen?“ (@mw238)
  • „Wann wird die Massentierhaltung beendet?“ (@sven_kindler)
  • „Wann werden die jährl. Einnahmen der Mineralölst. i.H.v. 45 Mrd. € endlich vollständig in erneuerbare Energien investiert?“ (@timpeter)
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Urbane Grünräume

Das Bayerische Fernsehen erkundete Ende Mai 2017 urbane Grünräume in München. Im unten verlinkten Filmbeitrag geht es ab Minute 20:00 mit Christa Müller in den Gemeinschaftsgarten "o’pflanzt is".
>>> zum Filmbeitrag
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Ein Garten am Museum. Für alle!

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2012 startete das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen am Rhein ein Experiment: Es lud zum Gärtnern ein. Aus dem "hack-museumsgARTen" wurde eine Erfolgsgeschichte. Auf dem Platz hinter dem Museum betreiben Bürgerinnen und Bürger seitdem mit anhaltender Begeisterung Urban Gardening. Mit Pflanzen in Kisten und anderen Behältern haben sie die versiegelte Fläche in eine grüne Oase verwandelt. Ganz nebenbei wurde der "hack-museumsgARTen" zu einem Ort der interkulturellen Begegnung – und zu einer Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Museum. Die Publikation beleuchtet die unterschiedlichen Facetten des Projekts und regt an zum Nachdenken darüber, wie Museumsarbeit zukünftig aussehen kann.
Bestellmöglichkeit (18 EUR) und mehr Infos zum Buch mit Beiträgen u.a. von Wulf Kramer und Christa Müller gibt es auf der Verlagsseite: www.orange-press.com/programm/alle-titel/hack-museumsgarten.html
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Jetzt online ansehen: Eine andere Welt ist pflanzbar (Teil 5)

Jetzt online ansehen: Eine andere Welt ist pflanzbar (Teil 5)
Der neue Film von Ella von der Haide ist eine Reise zu sieben Gemeinschaftsgärten in Deutschland: Gemeinschaftsgarten Annalinde Leipzig, Keimzelle und Hof vorm Deich Hamburg, Interkultureller Frauengarten OberhausenExperimentier- und Wabengarten des Ökologischen Bildungszentrums München, Interkultureller Garten Aalen.

Wir lernen die Projekte in ihrer städtischen Umgebung kennen und begleiten sie über ein Jahr hinweg durch die vier Jahreszeiten: vom Säen über das Ernten bis zur Winterarbeit. Der größte Gemeinschaftsgarten umfasst zwei Hektar und der kleinste gerade einmal 150 Quadratmeter.


In den Gärten treffen sich Menschen aus verschiedenen Generationen und aus den unterschiedlichsten Milieus der Gesellschaft – vom Kindergartenkind bis zur Rentnerin, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Sie gärtnern als Hobby, um sich selbst zu ernähren oder um Wissen weiterzugeben. Für einige ist es eine Form des politischen Protests oder der Stadtgestaltung, für andere ist es die Therapie, die sie am Leben hält, wieder andere verdienen hier ihren Lebensunterhalt. Geflüchtete berichten selber, warum Interkulturelle Gärten für sie auf so vielfältige Weise wichtige Orte des Ankommens in ihrem neuen Leben sind.

In den Gemeinschaftsgärten werden viele Themen konkret umgesetzt: der Erhalt traditioneller Nutzpflanzen und die Weitergabe alter Handwerkstechniken, Ernährungssouveränität, partizipative Stadtgestaltung, therapeutische Heilung durch das Gärtnern, Gestaltung von Allmenden oder Commons, Inklusion von Migrant*innen, Unterstützung von Flüchtlingen, Erproben neuer alternativer und kollektiver Ökonomien und noch vieles mehr.

Die Gemeinschaftsgärten sind Orte gesellschaftlicher Transformation und der Visionen, in denen eine sozial gerechte, basisdemokratische, inklusive und ökologische Gesellschaft experimentell erprobt wird. 
Dieser Film inspiriert wie die Gärten selber!

Regie: Ella von der Haide
Kamera: Sanne Kurz
Produktion 2016: anstiftung und Eine andere Welt ist pflanzbar! 

Die Vorführung und Vorführungsrechte sind kostenfrei für soziale Projekte. Bei Interesse bei uns melden, dann schicken wir einen Downloadlink zu einer hochauflösenderen Version oder eine DVD bzw. Blu-Ray.

> mehr Infos zum Film und Ella von der Haide
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Neue Bauernregeln und alte Fronten

Neue Bauernregeln und alte Fronten
Das Bundesumweltministerium startete neulich eine Kampagne mit neuen Bauernregeln - u.a. "Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt." oder „Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm.“

Ministerin Barbara Hendricks betont dabei (Rede als Text), wie wichtig die breite Diskussion über eine soziale und ökologische Landwirtschaft ist: 
 

Es ist erschreckend, wie Hendricks seitdem angegangen wurde. Die Verfechter der chemisch-synthetischen Landwirtschaft sehen rot. Ganz vorne dran der Bauernverband ("Schließt der Bauer Hof und Stall, brachten Umweltauflagen ihn zu Fall.") und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt: "Eine steuerfinanzierte Kampagne, die die Diffamierung eines gesamten Berufsstandes mindestens in Kauf nimmt, gehört meiner Ansicht nach nicht in den Instrumentenkasten guter Regierungskommunikation. Ich fordere Sie auf, die Kampagne sofort zu beenden und sich für den entstandenen Schaden bei den Bäuerinnen und Bauern öffentlich zu entschuldigen." - hier die Antwort von Hendricks.

In den sozialen Medien haben sich die Trolle der Agrarlobby in Stellung gebracht. Und wir Naivlinge hatten schon fast geglaubt, es gäbe ein Umdenken hin zu zukunftsfähiger Landwirtschaft. Aber eines muss man der Bundesumweltministerin lassen: Die Diskussion ist in Gang gekommen.
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Neuerscheinung: Die Welt reparieren

Neuerscheinung: Die Welt reparieren
Es ist nicht mehr zu übersehen, die Welt ist aus den Fugen geraten, und das nicht erst seit AfD, Brexit oder der US-Wahl. Welche Antworten braucht es neben hör- und sichtbarem politischem Engagement jeder/-s Einzelnen? Beachtenswerte Ansätze, den vielschichtigen Gegenwarts- und Zukunftsfragen zu begegnen, analysieren wir in unserem jetzt erhältlichen, wirklich wundervollem Buch:

Die Welt reparieren - Open Source und Selbermachen
als postkapitalistische Praxis
(Hg. von Andrea Baier, Tom Hansing, Christa Müller und Karin Werner)

Denn längst experimentieren neue Akteure mit kleinteiligen Lösungen für die Nahrungsmittel- und Energieproduktion, aber auch für Design und eine für alle zugängliche Technik. Jenseits von Markt und Staat entstehen Formen des kollaborativen Produzierens, Reparierens und Teilens, die den industriellen Kapitalismus herausfordern und überschreiten. Das Buch widmet sich dieser vielversprechenden Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« postkapitalistischen Fabrizierens.

Ein Buch - zwei Varianten
Das inhaltlich an die vergriffene „Stadt der Commonisten“ anschließende Werk ist in zwei Varianten erhältlich. Einmal als klassisches Buch mit händisch und in Sonderfarbe siebbedrucktem Textileinband über den Buchhandel - und als kostenloses Open-Access-PDF zum Download.

Mehr unter www.die-welt-reparieren.de

Preis: 19,99 Euro
11/2016, 352 Seiten, kart., zahlr. farb. Abb.
Abb. Umschlag aus: ‚reparaturen der welt, explosionszeichnungen‘, copyright Nele Ströbel 2000 www.nele-stroebel.de/
transcript Verlag, Bielefeld
ISBN 978-3-8376-3377-1
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Ernährungsräte und Lebensmittelproduktion

Ernährungsräte und Lebensmittelproduktion
Im nordamerikanischen Raum sind Ernährungsräte (Food Policy Councils) bereits in vielen Städten und Gemeinden aktiv. Diese Experten- und Beratungsgremien haben sich das Ziel gesetzt, gemeinsam eine nachhaltige Lebensmittelversorgung für die Stadt zu gestalten und  für eine regionale Ernährungspolitik einzutreten.

In Deutschland gibt es bereits Ernährungsräte in Köln und Berlin, in Hamburg und anderen Städten wird derzeit die Gründung vorbereitet. Eine schöne Übersicht findet sich auf dem Blog speiseräume.de von Philipp Stierand: http://ernaehrungsraete.de



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Webinar: Bienen halten im Gemeinschaftsgarten

Webinar: Bienen halten im Gemeinschaftsgarten
Passend zur Tag-Nacht-Gleiche und dem Saisonstart in den Gemeinschaftsgärten, gab es letzte Woche das Webinar „Biologisch imkern - Bienen halten im Gemeinschaftsgarten“. Kristin Mansmann erläuterte den Ablauf des Bienenjahrs und ging auf die Besonderheiten des biologischen Imkern ein.

Die Folien findet Ihr hier als Download und das komplette Webinar könnt Ihr hier als Aufzeichnung sehen:

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Wenn Gärten wieder Hoffnung geben

Wenn Gärten wieder Hoffnung geben
Seit einem Jahr entstehen Gartenprojekte auch an Flüchtlingsunterkünften. Die Zugangsmöglichkeiten für die Nachbarschaft hängen, anders als in den landläufigen Interkulturellen Gärten, dabei stark von den Betreibern der Unterkünfte und der Lage der Flächen ab. Ein Beispiel für ein offenes Projekt ist der Willkommenskulturgarten in Berlin-Spandau am Flüchtlingsheim Refugio der AWO. Auch der Garten der Hoffnung/bustan-ul-amal entstand auf dem Gelände einer Containerunterkunft. Im Berliner Bezirk Köpenick haben sich AnwohnerInnen direkt bei der Planung des Außengeländes eingebracht. Der Jahresrückblick 2015 zeigt eindrucksvoll die Entwicklung:



Bereits seit 2011 gibt es den Interkulturellen Garten Freiburg-Bissierstraße. Wie bei allen Gartenprojekten, die auf dem Gelände von Flüchtlingsunterkünften aufgebaut werden, waren auch hier besonders die Kinder von Anfang an mit Begeisterung dabei. Aus ihrer jahrelangen Erfahrung heraus haben die Freiburger Gemeinschaftsgärten eine Absichtserklärung mit Vorschlägen für die Stadt Freiburg zur Förderung einer gärtnerischen Willkommenskultur formuliert.

Wer sich zu dem Thema Umweltbildung mit Flüchtlingen informieren möchte, findet hier viele Informationen und Einstiegsmöglichkeiten.
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Bericht von der Konferenz in Ramallah zur Politisierung der urbanen Gartenbewegeung

Bericht von der Konferenz in Ramallah zur Politisierung der urbanen Gartenbewegeung
Im vergangenen Sommer waren Ella von der Haide und Severin Halder in Ramallah auf der siebten „Internationalen Konferenz für Kritische Geographie“ und haben dort das Urban Gardening Manifest und seinen Entstehungsprozess vorgestellt. Einen Kurzbericht von dieser Reise gibt es hier.
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