Finanzierungsmöglichkeiten

Literaturtipps
Programme Bund, Länder, Kommunen und EU
Förderportal des Bundes: www.foerderportal.bund.de/
Das Portal bietet Zugang zu zahlreichen Themen im Bereich der Projektförderung v.a. des Bundes, aber auch der EU. Zu finden sind hier z.B. Informationen zu Förderangeboten, Datenbanken mit aktuellen Forschungsvorhaben, Zugang zu Formularen und mehr.
Beispiel: Für das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" stehen für das Jahr 2015 insgesamt 150 Millionen Euro bereit. Um Synergieeffekte zu nutzen, ist das Programm bewusst auf ressortübergreifende Zusammenarbeit und sozialraumorientierte Bündelung mit Programmen aus anderen Politikbereichen auf EU-, Bundes-, Landes- und Gemeindeebene angelegt:
www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/soziale_stadt_flyer_bf.pdf

Einen guten Überblick über EU-Fördermöglichkeiten gibt Heike Kraack-Tichy unter:
www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/03/enl1_kraacktichy_01.pdf

Serviceclubs
In Deutschland gibt es mehrere tausend Serviceclubs, die sich auf lokaler Ebene engagieren.
•    Kiwanis; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.kiwanis.de
•    Lions; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.lions.de
•    Rotary; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.rotary.de
•    Zonta; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.zonta-union.de

Stiftungen
Gartenprojekte erhielten für unterschiedliche Aktivitäten von Stiftungen finanzielle Förderung; z.B. von:
•    Aktion Mensch: www.aktion-mensch.de
•    Baden-Württemberg Stiftung: www.bwstiftung.de/gesellschaft-kultur/programme/
•    Deutsche Bundesstiftung Umwelt: www.dbu.de/index.php?menuecms=2505
•    Haleakala-Stiftung: www.haleakala-stiftung.de/
•    Heidehof Stiftung: www.heidehof-stiftung.de/
•    Kulturstiftung Sachsen: www.kdfs.de/stiftung/
•    Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung: www.bingo-umweltstiftung.de/
•    Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung: www.nue-stiftung.de/
•    Robert Bosch Stiftung: www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/foerdergrundsaetze.asp
•    SKala-Initiative: www.skala-initiative.de/initiative/
•    Stiftung MITARBEIT: www.mitarbeit.de/foerderung.html
•    Stiftungen oder Spendenfonds der Banken und Sparkassen 
     lokale/regionale Ansprechpartner unter: www.sparkassenstiftungen.de/home/
•    Bürgerstiftungen: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinder
Bei der Suche nach Stiftungs-Fördermitteln lohnt ein Blick in den Index Deutscher Stiftungen: www.stiftungsindex.de

Die zuständigen Bezirksregierungen verfügen über Verzeichnisse der lokalen/regionalen Stiftungen, die entweder im Internet stehen oder bei der Behörde eingesehen werden können. Beispiel: Stiftungsverzeichnis NRW

Wettbewerbe und Förderpreise
Eine stets aktuelle Liste mit Wettbewerben und Ausschreibungen: www.buergergesellschaft.de

Engagement der Wirtschaft
Wirtschaftsunternehmen wie Gartencenter oder Baumärkte engagieren sich zuweilen für soziale und ökologische Projekte durch Spenden oder Sachleistungen. Manche Unternehmen stellen gemeinnützigen Vereinen professionelles Know-how pro bono, also ohne Bezahlung, zur Verfügung. Die Vermittlungsagentur Proboneo vernetzt seit Oktober 2013 gemeinnützige Organisationen mit ExpertInnen aus der Wirtschaft: www.proboneo.de/

Plattformen und Spendenportale
www.vereine.de, www.connectinghelp.de/, www.buergermut.de, www.weltbeweger.de/toro/resource/html, www.betterplace.org/ oder www.spendenportal.de/main/home.php

Crowdfunding ist eine gemeinschaftliche Art der Finanzierung für Projekte und Startups im Internet. Wird der vorher festgelegte Betrag erreicht, erhalten in manchen Fällen die UnterstützerInnen eine Gegenleistung vom Projektinitiator. Wird der Betrag nicht erreicht, erhalten alle UnterstützerInnen ihr Geld zurück.

Beispiele:
Betterplace
EcoCrowd 
Startnext
Gemeinschaftscrowd.de

Tipp: Projekte mit kurzen Laufzeiten von etwa 30 bis 45 Tagen sowie interessante Gegenleistungen für die SpenderInnen, die eng mit dem Projekt verbunden sind, haben besonders gute Erfolgschancen.

Bußgelder (nur für Vereine möglich)
Gemeinnützige Vereine, die Zuwendungen aus Bußgeldern erhalten möchten, müssen sich beim zuständigen Oberlandesgericht (OLG) bewerben. Die Aufnahme in die Bußgeld-Liste erfolgt auf Antrag (Eintrag ins Vereinsregister und Gemeinnützigkeitsbescheinigung beifügen). Vorgedruckte Überweisungsträger des Vereins beifügen, das erleichtert die Arbeit. Da sich viele Vereine um die Bußgelder bewerben, ist es wichtig, sich immer wieder in das Bewusstsein der Staatsanwälte und Richter zu bringen (z.B. durch regelmäßige Infos; Einladungen in das Projekt, Dankes-schreiben etc.). Mehr Infos unter www.bussgeld-fundraising.de, in diesem Interview und hier: www.bpb.de/partner/akquisos/207862/im-fokus-bussgelder-fuer-bildungsprojekte (ab Seite 4)

Lottomittel
Zahlreiche Lotterien fördern auch soziale Projekte. Vor allem staatliche Lotterie stellen Gelder aus Lottomitteln dafür zur Verfügung. Jedoch ist die Förderpolitik von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Beispiele:
Berlin: www.lotto-stiftung-berlin.de/
Brandenburg: www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.307598.de
Deutsche Fernsehlotterie
Deutsche Postcodelotterie

Engagement für und mit Geflüchtete/n
Finanzierung von Projekten:
BAMF Integrationsprojekte
Integrationsprojekte Ostdeutschland
Fördermittelbüro Friederike Vorhof
Stiftungen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren:
www.stiftungen.org
Unterstützung für Helfende (Bayern):
www.bayern-evangelisch.de
Zum Praxisblatt Wie erreichen (Interkulturelle) Gemeinschaftsgärten Flüchtlinge und AsylbewerberInnen?

Weitere Tipps
Landeszentrale(n) für politische Bildung fördern u.U. Veranstaltungen auf Landesebene und schreiben Wettbewerbe aus:
www.bpb.de/partner/51452/landeszentralen-fuer-politische-bildung

Bundesländer legen eigene Förderprogramme auf, z.B. "Aktion Gesunde Umwelt und Aktion Nachhaltige Entwicklung – Lokale Agenda 21 in Brandenburg" (es wurden auch Gartenprojekte gefördert).
www.aktion-brandenburg.de/start

Interessante Fundraising-Infos sowie neue Wettbewerbe enthält der bpb-newsletter; Abo unter: www.bpb.de/newsletter// (Akquisos).

Bestattungsinstitute und Notare führen Spendenlisten von Organisationen, die nach Spenden bzw. SpenderInnen suchen. Ggf. eintragen lassen.

Fortbildung und Schulung
www.akademie.org
www.ibpro.de
www.mitarbeit.de

Gern nehmen wir Anregungen und Tipps zum Thema Projektfinanzierung aus dem Gartennetzwerk auf (Ingrid Reinecke: 089/74 74 60-15; ingrid.reinecke@anstiftung.de)

Selbstbauten

Gemeinschaftsgärten sind nicht nur Orte des Gemüseanbaus. Vielmehr sind Gärten auch offene Werkstätten unter freiem Himmel, in denen gebaut, repariert, gekocht, eingemacht und experimentiert wird. Das Praxisblatt stellt erprobte Selbstbauten in den Bereichen Garteninfrastruktur, Mobilität, Kochen/Verarbeiten, Nützlinge und Kreativität vor. Zu allen Selbstbauten stellen wir Informationen zum ungefähren Zeitaufwand, den benötigten handwerklichen Fertigkeiten und Bauanleitungen zur Verfügung. Das Praxisblatt versteht sich als wachsende, offene Praxissammlung: Schickt uns gerne Informationen und Bauanleitungen eurer Bauprojekte.

Kontakt: gudrun.walesch@anstiftung.de

Garteninfrastruktur

So unterschiedlich Gemeinschaftsgärten sind, so verschieden sind auch die Bedürfnisse an die dortige Infrastruktur. Selber bauen schafft individuelle Lösungen, vorhandene Materialien können optimal genutzt und umgestaltet werden. Im Folgenden sind Anleitungen für Beete und andere Pflanzmöglichkeiten sowie für verschiedene Werkzeuge und Gerätschaften zusammengestellt. Alle Bauten können natürlich auch nach eigenen Vorstellungen umgestaltet werden – es lebe die Improvisation!

Brunnen bohren

Brunnen bohren C Tassew Shimeles(c) Tassew ShimelesPflanzen brauchen Wasser und weil nicht immer der Regen ausreicht, ist Gießen angesagt. Falls es nicht genug Dachflächen zur Ernte von Regenwasser gibt, vor Ort kein Wasseranschluss verlegt ist oder in der Nachbarschaft angezapft werden kann und es auch keinen nahen Hydranten gibt, bedarf es anderer Lösungen. Bei nicht zu tiefem Grundwasserpegel (max. 7 bis 8m, Sand/Kies im Untergrund – Pegel kann über die Kommunalverwaltung in Erfahrung gebracht werden) kann ein eigener Brunnen in Form eines Ramm- oder Schlagbrunnens gebaut werden.

• Zeitaufwand: 1 Tag – abhängig von Bohrtiefe (Bohrzeit 1-2 Meter pro Stunde, je nach Bodenbeschaffenheit)
• Fertigkeiten: Bodenbeschaffenheit in Erfahrung bringen, Umgang mit Elektroramme oder Bohrgerät, Installation von Rohren und Pumpe
Anleitung Rammbrunnen
Informationen und Hilfestellung online im Brunnenbau-Forum
Grundwasserstand Online-Verzeichnis
Praxiswissen Wasser

Buddelschaufeln aus Plastikkanistern

buddelschaufeln C (c) Sigrid Ellen MünzbergSchnelle Schaufel: Mit ein paar Handgriffen und gezielt gesetzten Schnitten wird aus Plastikkanistern, Waschmittelflaschen und ähnlichen aussortierten Aufbewahrungsbehältern aus Plastik eine kleine Schaufel. Voraussetzung ist lediglich, dass der Plastikkanister einen Tragegriff hat – denn dieser verwandelt sich in den Schaufelgriff. Als Bastelaktion genau richtig für eine Kinderstunde im Garten.


• Zeitaufwand: wenige Minuten pro Schaufel
• Fertigkeiten: Plastik schneiden
Fotodokumentation
 

DIY-Gartenbank von Bike-Kitchen

DIY Bank C (c) bikekitchenWeil Gärten nicht nur Arbeits-, sondern auch Austausch- und Aufenthaltsorte sind, dürfen Sitzgelegenheiten nicht fehlen. Aus einem kaputten Klappstuhl, stabilen Brettern und Holzresten entsteht schnell eine Gartenbank mit Lehne, die auf Grund des geringen Gewichtes auch gut im Garten von Ort zu Ort getragen werden kann. Oder man baut gleich mehrere Modelle...

• Zeitaufwand: etwa 2 Stunden
• Fertigkeiten: bohren, sägen
Fotodokumentation

Hochbeete

Hochbeet C Gudrun Walesch(c) Gudrun WaleschKein Garten ohne Beet und in Form des Hochbeetes gewissermaßen der Klassiker in (urbanen) Gemeinschaftsgärten – Hochbeete prägen das Bild der Gartenprojekte wie kaum etwas anderes. Die Vorteile liegen darin, dass nicht in belasteter Erde gepflanzt werden muss und dass diese Beete nahezu überall, also auch auf versiegelten Flächen, errichtet werden können. Zudem sind Hochbeeten zum Gärtnern auch besonders für Menschen geeignet, die sich nicht gut bücken können. Für RollstuhlfahrerInnen können unterfahrbare Tischbeete gebaut werden.
Hochbeete sind in unterschiedlichen Größen, Formaten und Materialien herstellbar – wobei sich Höhen zwischen 40 und 80 cm bewährt haben. Zu breit sollten die Hochbeete nicht sein, damit alle Stellen auf dem Beet vom Rand aus gut zum Arbeiten erreichbar sind. Die Beete können komplett neu konstruiert und gebaut werden oder man nutzt bestehende Versatzstücke wie Europaletten samt Aufsetzrahmen.

• Zeitaufwand: abhängig von Größe, Anzahl und Material – der Bau dauert einen halben bis ganzen Tag, je nach Größe des Beetes. Die Variante aus Paletten und Aufsetzrahmen ist schneller fertig.
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben
Praxiswissen Hochbeet, Hügelbeet, Tischbeet
Schnell gebautes Hochbeet aus Europalette mit Aufsetzrahmen
Pflanzkiste aus zwei Europaletten – Videoanleitung
Schrittweise Anleitung zum Bau eines Hochbeetes
Bauanleitung mit Maßen und Bildern für schlichtes Hochbeet
Beetboxen – Bauskizzen für verschiedene Konstruktionen auf Paletten


Hochbeet, selbstbewässernd

Selbstbewässerndes Hochbeet C Julia Beck(c) Julia BeckEin Beet, das sich selbst bewässert – sozusagen die Fortgeschrittenen-Variante des klassischen Hochbeetes. In einem Reservoir unter der Erdschicht wird Wasser gespeichert, das sich die Erde langsam von unten anzieht. Gebaut wird es zunächst wie ein normales Hochbeet (s.o.), dann jedoch mit (Teich-)Folie ausgekleidet, einem Rohrsystem versehen und unten mit einer wasserdurchlässigen Kiesschicht befüllt. Wichtig ist, ein selbstbewässerndes Beet beim Aufstellen mit der Wasserwaage waagerecht auszurichten, damit die Bewässerung gleichmäßig ablaufen kann. Unter dem Schlagwort „wicking garden bed“ finden sich weitere Anleitungen und Tutorials.

• Zeitaufwand: s. Hochbeete
• Fertigkeiten: s. Hochbeete
Ausführliche Informationen, Materialliste und Anleitung (engl.)
Video-Anleitung (engl.)
Video-Anleitung (engl.)
Fotodokumentation aus dem Gemeinschaftsgarten Lindenhof/Mannheim
Anleitung aus dem Buch "Wissen wuchern lassen. Ein Handbuch zum Lernen in urbanen Gärten" von Severin Halder et al.

Kräuterspirale

Kräuterspirale C Gudrun Walesch(c) Gudrun WaleschKräuterkosmos auf wenigen Quadratmetern: Durch den besonderen Aufbau mit verschiedenen Erdschichten und abnehmender Höhe können in Kräuterspiralen Kräuter unterschiedlicher Klima- und Vegetationszonen auf kleinem Raum kultiviert werden. Die Spiralform wird zunächst mit Steinen angelegt und anschließend mit Erde aufgeschüttet und bepflanzt.


• Zeitaufwand: 2-5 Tage, je nach Größe, Material und MithelferInnen
• Fertigkeiten: Planung von Ort und Material, Steine schichten
Praxiswissen Kräuterspiralen
Anleitung 1
Anleitung 2
Anleitung 3

Radhacke

Radhacke C Timothee Ühlinger(c) Timothee ÜhlingerGartenarbeiten ohne Bücken (sofern man ebenerdig und nicht im Hochbeet gärtnert) ermöglicht eine Radhacke. So etwas gibt’s im Baumarkt für teures Geld, kann aber auch selbst aus einem alten Herrenfahrrad gebaut werden. Die folgende Anleitung verlangt keine Schweißkenntnisse. Verschiedene Gartengeräte können an die Radkonstruktion montiert werden und sorgen so für eine vielseitige Nutzung.

• Fertigkeiten: Umgang mit einem Winkelschleifer
Bebilderte Bauanleitung

Seilpumpe

seilpumpe c KanTe Kollektiv für angepasste Technik(c) KanTe - Kollektiv für angepasste Technik Brunnen gebohrt – und wie kommt nun das Wasser nach oben? Eine Seilpumpe (engl. rope pump) dient der Wasserbeförderung in vertikaler Richtung, mit ihrer Hilfe kann im Handbetrieb eine Förderhöhe von einigen Metern überwunden werden. Eine solche Pumpe kann einfach und aus größtenteils recycelten Materialien gebaut werden und ist daher im Vergleich zu herkömmlichen Pumpen sehr preiswert. Wer Hilfe beim Pumpenbau sucht, kann sich an das Kollektiv für angepasste Technik (KanTe) wenden.

• Zeitaufwand: 2-3 Tage
• Fertigkeiten: sägen, bohren
Anleitung und Kontakt Workshop

Trommelsieb

trommelsieb(c) Transition Town Bielefeld Mit dem Trommelsieb wird der Kompost im Garten ohne Kraftstoff oder Strom gesiebt. Grobe, schwach zersetzte Pflanzenteile werden ausgesiebt und kommen erneut auf den Komposthaufen zur weiteren Verrottung. Gleichzeitig dient die grobe Fraktion als Kompost-Starter für neues Pflanzenmaterial, das unzersetzt auf den Komposthaufen kommt. Die feinen Kompost-Teilchen, die durch das Sieb fallen, landen beim Drehen des Trommelsiebes gleich in der Schubkarre. Ohne weiteres Schaufeln kann die feine Siebfraktion portionsweise zu den vorgesehenen Stellen im Garten transportiert und dort abgekippt werden. Im Vergleich zum Durchwurfsieb ist das Trommelsieb effektiver, schneller und weniger anstrengend. Bis auf das Siebgeflecht kann das Gerät ausschließlich aus recyceltem Material gebaut werden.

• Zeitaufwand: 2 Stunden Bauzeit + Vorbereitungszeit
• Fertigkeiten: messen, sägen, bohren, schrauben, Draht schneiden
Anleitung
Video: Funktion und Anwendung eines Trommelsiebes
 


Tröpfchenbewässerung

troepfchenbewaesserung(c) Wissen wuchern lassenDie Tröpfchenbewässerung ist eine Bewässerungstechnik, mit der durch ein verzweigtes Schlauch- bzw. Rohrsystem geringe Wassermengen in definierter Zeit direkt an die Pflanzen gebracht werden. Sie bietet mehrere Vorteile: Der Verdunstungsverlust wird minimiert. Da das Laub nicht benetzt wird, werden Pilzerkrankungen minimiert. Auch Nährstoffe können direkt über das System verabreicht werden. Und sie ist bequem, da das Wasser direkt zu den Pflanzen transportiert wird.


• Zeitaufwand: 1 Tag (mit 4 Personen)
• Fertigkeiten: Erfahrung mit der Installation solcher Bewässerungssysteme hilfreich, aber nicht zwingen nötig.
Anleitung aus dem Buch "Wissen wuchern lassen. Ein Handbuch zum Lernen in urbanen Gärten" von Severin Halder et al."

 

Mobilität

Für Transporte vom, im oder zum Garten können Lastenräder oder Lastenradanhänger äußerst nützlich sein. Zum Bauen von Lastenrädern oder Anhängern sind häufig Kenntnisse im Schweißen erforderlich – oder einE befreundeteR SchlosserIn, die/der helfen kann. Das benötigte Werkzeug muss nicht unbedingt selbst angeschafft, sondern kann gegebenenfalls auch in Offenen Werkstätten genutzt werden. Zur Übersichtskarte Offener Werkstätten geht‘s hier.
Verschiedene Anleitungen für Anhänger, Front-, Heck- und Mittellader sind auf www.werkstatt-lastenrad.de zu finden – hier folgen einige ausführlich dokumentierte Anleitungen zum Nachbauen.

Eine Hilfestellung für Radbauprojekte ist die im Aufbau befindliche haptische Bibliothek – zusätzlich zu den digitalen Anleitungen kann eine Musterkiste ausgeliehen werden, die alle benötigten Rahmenteile, Halbzeug-Teile, Spezialschrauben etc. enthält. Alle Einzelteile sind beschriftet und mittels einer beigefügten Kärtchensammlung samt QR-Codes direkt mit den entsprechenden Stellen der digitalen Bauanleitung verlinkt. Achtung: Die haptische Bibliothek bietet keinen Fertigbausatz, sondern dient als Unterstützung für das eigene Bauprojekt!
Informationen und Ausleihe: Christophe Vaillant, info@werkstatt-lastenrad.de

Über die Plattform Velogistics können Lastenräder und -anhänger auch weiteren NutzerInnen aus der Nachbarschaft zugänglich gemacht werden – und wenn man kein Gartenlastenrad hat, kann man sich hier kundig machen, wo es eins zum Leihen gibt.

Wer Interesse daran hat, für den eigenen Gemeinschaftsgarten und die Nachbarschaft ein Lastenrad zu bauen, kann sich an Tom Hansing wenden: tom.hansing@anstiftung.de

Bike Bench

BikeBenchBsp(c) Thomas Viebach Ein hilfreiches Tool zum Bauen eigener Lastenradkonstruktionen ist eine BikeBench (oder auch: Fahrradlehre). Sie dient dazu, die Fahrradeinzelteile in den richtigen (gewünschten) Abständen und Höhen zueinander stabil zu fixieren, um so die Rahmenkonstruktion zu testen und bequemer zu verschweißen. Die Werkstücke werden mittels Schrauben und Gewinden auf verschiebbaren Führungsstangen befestigt. So ist sichergestellt, dass Vorder- und Hinterrad einer Konstruktion beispielsweise auch wirklich fluchten. Ganz wichtig ist es dafür, dass präzise rechtwinklig gesägt, gebohrt und geschweißt wird.

• Zeitaufwand: halber bis ganzer Tag
• Fertigkeiten: schweißen, sägen, bohren
Informationen und Bauanleitung

Carla Cargo - Lastenanhänger

CarlaCargobsp(c) werkstatt-lastenrad.de Bereits erprobt zur Auslieferung von Ernteanteilen oder in modifizierter Version als Werkstattanhänger Repair Carl: Carla Cargo ist ein fast drei Meter langer Lastenanhänger für Fahrräder, mit dem Lasten bis zu 150 kg transportiert werden können. Das Format der Ladefläche ist speziell für Euronormboxen bzw. NAPF-Kisten ausgelegt, so dass sie stabil gestapelt und transportiert werden können. Die Anleitung umfasst auch eine optionale Motorisierung des Anhängers.

• Zeitaufwand: mindestens eine Woche
• Kenntnisse: schweißen, schleifen, sägen, bohren
Carla Cargo Website
Informationen und Bauanleitung

Long André – Frontladerad

Long André cwerkstatt lastenrad.de(c) werkstatt-lastenrad.deDieses Rad mit Frontladefläche gehört zum Typ „Long John“ und eignet sich für verschiedene Transportfahrten. Gebaut wird es aus einem zerteilten Mountainbikerahmen, der vorne um die Ladekonstruktion verlängert wird. Die Ladefläche kann flach und rahmenlos konstruiert werden, mit einem Metallrahmen versehen sein oder auch eine geräumige Ladebox aus Holz bekommen.


• Zeitaufwand: ca. 12 Wochen, bei 6 Werkstunden/Woche
• Fertigkeiten: schweißen, schleifen, bohren
Information und Bauanleitung
Haptische Bibliothek Long André

 

KOCHEN / VERARBEITUNG / Haltbarmachen

In vielen Gemeinschaftsgärten sind das gemeinsame Kochen, Backen, Grillen, Haltbarmachen und Essen der Ernte Highlights. Rezepte werden ausgetauscht und ausprobiert, Erfahrungen zusammen gemacht und Gemeinschaft erlebt. Fast alle Gärten haben einen Grill, immer öfter finden sich Öfen oder auch holzbefeuerbare Herde. Die folgenden Projekte können zum Teil auch als mobile Bauten realisiert werden.

Mikrovergaser

Mikrovergaser C Tassew Shimeles(c) Tassew ShimelesKochen auf Konservendosen: Der Mikrovergaser kann unkompliziert aus alten Blechdosen gebaut werden. Er eignet sich zum energieeffizienten Kochen und produziert gleichzeitig Holzkohle. Er besteht aus zwei ineinander geschobenen Dosen; durch die spezielle Konstruktion brennt der Vergaser rauchfrei und mit ruhiger Flamme. (Achtung: Der Mikrovergaser ist nur zur Verwendung im Freien geeignet!)

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: Blech und Draht schneiden (Arbeitshandschuhe verwenden!)
Anleitung
• In größerem Format, aber ebenfalls aus alten Blechmaterialien zu bauen, ist ein Raketenofen: Anleitung

Ofen bauen

ofenbauen c Gudrun Walesch(c) Gudrun Walesch Eine größere Aufgabe ist der Bau eines Lehm- bzw. Brotbackofens. Einige Gärten haben solche Öfen bereits errichtet und in Nutzung. Sinnvoll ist, sich im Vorfeld bei Gärten zu informieren, die schon einen Ofen gebaut haben oder sich mit einer Fachkraft für Ofenbau auszutauschen, um sich umfassend zu Größe, Bauart und -materialien sowie den richtigen Standort im Garten beraten zu lassen. Durch ihre Konstruktion ist mit Lehmöfen bei einmaligem Heizen das Backen unterschiedlichster Gebäcke möglich – von Pizzen und Fladen über Brot zu Kuchen.

• Zeitaufwand: Ca. 2-3 Wochen. Abhängig von Anzahl und Zeit der MitbauerInnen, der Art und Größe des Ofens, den Materialien und auch der Witterung. (Der Lehm muss gut trocknen.)
• Fertigkeiten: Fundament betonieren, sägen, mauern. Grundvoraussetzung ist handwerkliche Freude und Grundkompetenz bei den Mitbauenden, um ein langlebiges und stabiles Bauergebnis zu erhalten.
• Umfassende Informationen, Anleitungen, Literaturtipps und Rezepte unter www.derlehmbackofen.de
Kleiner Raketenofen aus Mauerwerk
Bauanleitung für ein Brotbackhaus 
Anleitung Kleiner Lehmofen
Allgemeine Informationen zum Bau und Betrieb von Öfen
Videoanleitung zum richtigen Anheizen

Saftpresse

Saftpresse C Falk Messerschmidt(c) Falk Messerschmidt Saft selbermachen – mit einer selbstgebauten Saftpresse. Die Presse ist einfach und in kurzer Zeit zerleg- und wieder montierbar (Bauteile sind nur durch Steckbolzen verbunden), in Einzelteilen in einem Kleinwagen zu transportieren und so an verschiedenen Orten einsetzbar. Pro Füllung können ca. 100 kg Maische gepresst werden, was etwa 70 Liter Saft ergibt. In der Stunde sind zwei oder drei Pressgänge zu schaffen.


• Zeitaufwand: ca. 3 Tage mit 2 Personen in normal ausgestatteter Schlosserei
• Fertigkeiten: Stahl sägen, bohren, Blech schneiden, schweißen, feilen
Anleitung auf saftstrasse.de

Solardörrer

Solardörrerer c Jörg Brehme 2(c) Jörg Brehme Obst, Gemüse und Kräuter trocknet der Solardörrer mit bloßer Sonnenenergie. Er besteht aus dem Grundrahmen, in dem die Sonneneinstrahlung Wärme produziert, aus einem trichterförmigen Aufsatz und den Dörreinsätzen. Schon an warmen Frühlingstagen kann gedörrt werden; Obst in feinen Scheiben ist bereits nach einem sonnigen Dörrtag fertig. Der Dörrer sollte während des Dörrvorgangs immer wieder nach dem Sonnenstand ausgerichtet werden.

• Zeitaufwand: ca. 3 Stunden
• Fertigkeiten: sägen, schrauben
Anleitung für einen Solardörrer aus Holz (Autor: Jörg Brehme)
Anleitung für einen Dörrer aus Pappe und Recyclingmaterialien

Solarkocher

Solarkocher Pappe c Himmelbeet(c) HimmelbeetKochen im Papierofen? Keine Sorge – Papier brennt erst bei über 200°C, dieser Solarofen mit Pappkorpus schafft Temperaturen, die etwas über 120°C liegen. Die schwarz bemalten Innenwände des Ofens absorbieren Licht und wandeln es in Wärmeenergie um. Gebaut ist dieser Solarofen relativ schnell, fürs Garen der Speisen muss dann etwas mehr Zeit eingeplant werden.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: messen, schneiden, kleben, malen
Anleitung

Trichterkocher

Trichterkocher C Michael Bonke(c) Michael Bonke Ein Trichterkocher aus Pappkarton und Rettungsdecke eignet sich toll für einen Workshop mit Kindern im Garten – zuerst werden gemeinsam die Kocher gebastelt, anschließend kann direkt danach mit Hilfe der Sonne gegrillt oder Essen zubereitet werden. Ganz wichtig: Sonnenbrillen beim Nutzen des Kochers nicht vergessen!


• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: messen, falzen, kleben
Anleitung
Ausführliche Anleitung zu Bau und Nutzung (englisch)


 

NÜTZLINGE

Gärten sind nicht nur Revier für säende, jätende und erntende Zweibeiner, sondern auch riesige Wohngemeinschaften für Mehrbeiner und Vielfüßler. Um ihnen den Aufenthalt im Garten angenehm zu machen und sie vom Bleiben zu überzeugen, können Insekten und anderen Nützlingen Unterschlupfmöglichkeiten der Marke Eigenbau angeboten werden.

Fledermauskasten

Forsthaus Eduardspring 2014 006(c) Sebastian Wallroth Normalerweise nisten einige Fledermausarten in Baumhöhlen, doch gerade immer mehr alte, höhlenreiche Bäume werden aus Baumbeständen entfernt. Die Fledermäuse verlieren ihre Wohnstatt. Eine Alternative für die Tiere sind Fledermauskästen, die an Bäumen, Hauswänden oder geschützt in offenen Gebäuden angebracht werden können. Sie sind unkompliziert aus unbehandeltem Holz herzustellen.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden + Trocknungszeit Leim
• Fertigkeiten: bohren, schrauben, sägen
Anleitung

Florfliegenkasten

Florfliegenkasten c Gudrun Walesch 2(c) Gudrun Walesch Die Larven der zarten, hellgrünen Florfliegen sind gute Schädlingsvernichter und fressen Blattläuse und ähnlich unbeliebte Gartenbewohner. Die Florfliegen legen ihre Eier auf Blättern und Pflanzen ab, die von Läusen befallen sind. Die ausgewachsenen Fliegen schätzen einen schlichten, mit Stroh befüllten Nistkasten aus Holzbrettern. Rot angestrichen lockt er die Florfliegen besonders gut an.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden, ggf. Trocknungszeit Farbe
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben
Anleitung

Futterstation für Vögel

futterstation(c) Carlsgarten Mit wenigen Handgriffen entsteht eine Vogelfutterstation aus einem ausgetrunkenen Tetrapack. Am besten eignen sich Milch- oder Saftkartons mit quadratischer Grundfläche und Schraubverschluss - darüber kann dann später leicht das Futter ein- und aufgefüllt werden.

• Zeitaufwand: 10-15 Minuten
• Fertigkeiten: schneiden, falten
Anleitung

Insektenhotels

Insektenhotel C GudrunWalesch(c) Gudrun Walesch Ein Nützlingshaus bietet Unterschlupf für viele Insektenarten – wie ein Hotel mit unterschiedlichen Zimmern. Aus (alten) Brettern wird ein hausförmiger Korpus gezimmert, der mit verschiedenen Materialien befüllt wird, in denen sich unterschiedliche Insekten wohlfühlen. Noch schneller gebaut sind Ohrwurmtöpfe aus mit Stroh gefüllten Blumentöpfen oder ein Bienenhotel aus Ton oder Holz – benötigt werden lediglich Ton und Grundkenntnisse im Töpfern, alternativ gut trockenes Hartholz und eine Bohrmaschine mit verschiedenen Bohraufsätzen.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden, je nach Art der Behausung
• Fertigkeiten: sägen, bohren, töpfern,...
Anleitung für verschiedene Nützlingbehausungen
Anleitung Bienenstein
Anleitung Bienenhotel aus Holz

 

KREATIVITÄT

Über das Gärtnern, Kochen und Mobilmachen hinaus können noch weitere Bauprojekte in Gärten realisiert werden. Sei es zur Möblierung, zum Materialrecycling oder zum kreativen Arbeiten in Workshops und mehr.

Siebdruckgerät

Siebdruckrahmen C VOW(c) www.offene-werkstaetten.org Textilien aller Art mit eigenen Motiven bedrucken, Workshops für die Nachbarschaft anbieten, Gartenshirts, Plakate, Karten selbermachen – und nicht immer nur im Kartoffeldruck-Verfahren: Mit dem mobilen Siebdruckrahmen kann im klassischen Siebbeschichtungsverfahren oder mit flexiblen Schnittschablonen aus stabiler Pappe gedruckt werden. Das Druckgerät ist auch aus recyceltem Holz zu bauen, besonders geeignet sind Massivholz, Tischlerplatte oder MDF. Die Größe des Druckrahmens ist so gewählt, dass Motive bis DinA4 damit gedruckt werden können.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben, leimen, tackern
Anleitung mit Text, Bildern, Video und CAD-Zeichnung

DIVERSES

Biomeiler

Biomeiler C Armin Schmid(c) Armin Schmid Der Biomeiler ist quasi ein Riesenkomposthaufen zur Energiegewinnung: Auf einer Grundfläche mit 5 m² Durchmesser schichtet man rund zwei Meter hoch Grünschnitt und Holzhäcksel auf und durchwässert alles währenddessen. Im Innern des Haufens beginnen mikrobielle Prozesse, die Wärme produzieren und den im Meiler mitverlegten Wasserschlauch samt Wasser erhitzen. Der Biomeiler bei Ab geht die Lucie in Bremen beheizt so vor Ort einen Baucontainer, in dem die Gartenbibliothek untergebracht ist.

• Zeitaufwand: bei Aufschütten mit Schubkarren 5 Tage mit 5 HelferInnen
• Fertigkeiten: Geschick und Ausdauer
Anleitung
Blog "Der heiße Haufen"



Stromloser Kühlschrank

kuehlschrankstromlos(c) KEBAP Garten Kühlen ohne Strom: Hier verdunstet Wasser und hilft so, einen Kühlschrank ohne Elektrizität zu betreiben. Deswegen sind für den Bau auch handwerkliche, aber keine elektrotechnischen Fähigkeiten nötig: Die Seiten eines quaderförmigen Holzgestells werden doppelt mit feinmaschigem Draht verkleidet, die dann mit Holzkohle oder Tongranulat gefüllt werden. Damit der Kühlschrank auch ordentlich kühlt, ist regelmäßiges Bewässern der wasseraufnehmenden Wände nötig. Am besten wird der Kühlschrank an einem schattigen Ort mit Luftzirkulation platziert. So sind Kühltemperaturen von 8-12°C unter der Umgebungstemperatur möglich.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden mit mindestens zwei Personen
• Fertigkeiten: einfache Holzarbeitskenntnisse
Anleitung



Bambus Dome

kupola14(c) Ben Walter/Jaffe/KupolaObskura 2016 Statt einer Gartenlaube: Aus Bambus besteht die Konstruktion dieses leicht zu transportierenden und flexibel aufbaubaren Kuppeldoms. Bambusstangen formen die Fünf- und Sechsecke, aus denen die mobile Architektur aufgebaut wird. Die benötigten Werkzeuge sind in jeder normal ausgestatteten Werkstatt zu finden und es gibt keine Klebe- oder Schweißverbindungen.

• Zeitaufwand: ca. 4 Wochen, inkl. Anbringen der Plane/Außenhaut
• Fertigkeiten: Holz- und Metallbaukenntnisse; sorgfältiges und genaues Arbeiten ist wichtig, damit alle Teile am Ende passgenau sitzen
Anleitung

 

GARTENPROJEKTE MIT WERKSTATT


Berlin: himmelbeet

himmelbeetRaum: Mobile Werkstatt unter freiem Himmel bzw. unter dem Pavillon im himmelbeet.
Größe: Variabel, da mobil. 10 Personen können gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung:
Zugang: Die Werkstatt ist nach Absprache für Einrichtungen der Behindertenhilfe nutzbar. Derzeit wöchentlicher Termin Donnerstags, 11 bis 13 Uhr.
Betreuung: Mindestens eine Person des himmelbeets schlägt Bauprojekte vor, leitet an und organisiert Material. Betreuer der Einrichtungen unterstützen die Mitwirkenden.
Finanzierung: Das Werkstattangebot ist Teil eines von "Aktion Mensch" geförderten Inklusionsprojekts.
Lagermöglichkeiten: Vorhanden für Holz und Werkzeug
Realisierte Bauprojekte: Stühle, Bänke, Pizzabretter, Kühlschrankmagnete, Hochbeete, Kräuterschnecke
Weitere Informationen: Website
Kontakt: Website


Berlin: Prinzessinnengärten

prinzessinnengarten In den Prinzessinnengärten ist eine offene Fahrradwerkstatt angesiedelt und es gibt eine Holzwerkstatt vor Ort. Die Materialmafia bietet zudem Workshops vor Ort an.

Offene Fahrradwerkstatt:

Raum: Der Radcontainer ist ein umgebauter ausrangierter Kühlcontainer, in dem eine Werkbank, mehrere komplette Werkzeugkisten, zwei Schweißgeräte und etliches anderes Material ihren Platz gefunden haben.
Größe: 2,50 x 6 m, im Sommer können etwa 10 Personen vor Ort arbeiten.
Ausstattung: Drei komplette Werkzeugboxen für die offenen Tage, Werkzeugbank mit Schraubstock, Spezialwerkzeuge für Fahrradbau, zwei Schweissgeräte MIG/MAG, Flex, Feilen, Schraubensammlung, Teilesammlung im Außenlager, Fahrradbox aus alten Paletten.
Zugang: Offene Werkstatt immer mittwochs,16:00 - 19:00 Uhr
Betreuung: Ja.
Finanzierung: Spende.
Lagermöglichkeiten: Kaum.
Realisierte Bauprojekte: Fahrradreparatur, Lastenradbau, Entwicklung und Bau von Solarmobilen.
Weitere Informationen: Tausch und Spende
Kontakt: Hans Boës, T: 0152/31768876


Frankfurt: Frankfurter Garten

frankfurter garten
Raum: Seecontainer zum Lagern des Werkzeugs. Gebaut wird draußen auf dem regensicheren Vorplatz des Containers.
Größe: 2,50m x 8,00 m. Vorplatz von doppelter Größe. Bis zu 20 Personen können gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung: Kreissäge, Stichsäge, Cutsäge, Hobel, Hämmer, anderes kleines Holzhandwerkzeug, Holz, Schrauben, anderes Verbrauchsmaterial
Zugang: Wer etwas bauen will, macht einen Termin aus.
Betreuung: Ja.
Finanzierung: Die Nutzung kostet Privatpersonen nichts, Spenden sind willkommen. Für Firmen gibt es kostenpflichtige Teamevents, die auch die Werkstattnutzung beinhalten können.  
Lagermöglichkeiten: Ja.
Realisierte Bauprojekte: Hauptsächlich Pflanzkisten in vielen Variationen.
Weitere Informationen: Im Frankfurter Garten wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Das Team legt Wert darauf, welche Materialien genutzt werden, woher diese kommen und dass sie nach der Nutzungsdauer weiter verarbeitet werden (Cradle-to-cradle-Prinzip).
Kontakt: Website

Köln: NeuLand

NeuLand Das Gartenprojekt NeuLand arbeitet zusammen mit der Faradgang, einer offenen mobilen Fahrradwerkstatt. Sie findet einmal monatlich an einem Samstag im Garten statt.

Minden: Tausendschön Garten und Werkstatt

minden tausendschön Raum: Die Offene Werkstatt ist im Gemeinschaftsgarten Tausendschön sowohl in einem wettergeschützten Raum als auch auf dem Gartengrundstück untergebracht.
Größe: Der geschlossene Raum ist 25 qm groß und der Gartenteil für die Werkstatt 50 qm. In der Werkstatt können bis zu 10 Personen gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung: Komplette Profi-Ausstattung, viele Geräte und Maschinen über private Kontakte bzw. Spendenaufrufe.
Zugang: Die Werkstatt kann nach Anmeldung an drei Wochentagen genutzt werden.
Betreuung: Ja, es stehen mindestens drei HandwerkerInnen zur Verfügung.
Finanzierung: Über private Kontakte bzw. Spendenaufrufe und Stiftungsgelder; die HandwerkerInnen sind ehrenamtlich tätig. Es gibt keine Nutzungsgebühr.
Lagermöglichkeiten: Ja.
Realisierte Bauprojekte: Insektenhotel, Gartentor, Bio-Toilette, mobiler Hühnerstall, Gartentische und Bänke, Regale, Windspiele, Windlichter, Vogelkästen, Kompostkisten
Kontakt: Website

VERSICHERUNGEN

Bei jedem Gartenprojekt stellt sich früher oder später die Frage nach der richtigen Versicherung. Ist das Gartenprojekt Teil eines schon bestehenden Vereins oder eines anderen Trägers, dann klärt man am besten, welche Versicherungen bereits bestehen und ob diese auf das Gartenprojekt zugeschnitten sind oder erweitert werden sollten.
Gründet man einen eigenen Verein, dann sollte man sich vor allen Dingen hinsichtlich Vereinshaftpflicht- und Unfallversicherung kundig machen und tätig werden.
Egal, für welche Versicherung man sich entscheidet, ist zu bedenken, dass es Risiken gibt, die nicht vorhersehbar und nicht abschätzbar sind, und dass es keine umfassende Absicherung gegen alle denkbare Risiken und entsprechende Haftungsforderungen gibt. Vielen Risiken kann man aber mit gesundem Menschenverstand begegnen.

Versicherungsschutz über die Bundesländer
Die einzelnen Bundesländer haben Rahmenverträge für ehrenamtlich Tätige abgeschlossen. Diese sind jedoch subsidiär, d.h., sie greifen nur, wenn die Ehrenamtlichen nicht durch andere Versicherungen abgesichert sind. Man sollte immer genau prüfen, wer hier worin und wie abgesichert ist. In der Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales von Januar 2014 Zu Ihrer Sicherheit – Unfallversichert im freiwilligen Engagement zeigt eine Tabelle auf Seite 49 sehr gut, welchen Versicherungsschutz die einzelnen Bundesländer bieten (gesetzliche Unfallversicherung kraft Satzung, private Unfall-Landesversicherung und/oder private Haftpflicht-Landesversicherung). Die Stiftung Mitarbeit hat die länderspezifische Engagementförderungen hier zusammengestellt. Eine aktuelle Linkliste zu ausführlichen Informationen zum Versicherungsschutz der einzelnen Bundesländer findet sich auch im Downloadbereich dieses Praxisblatts.
Bis auf Bremen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen gelten die Haftpflicht-Rahmenverträge nur für Ehrenamtliche, deren Engagement für das Gemeinwohl im Rahmen rechtlich unselbständiger Vereinigungen (Initiativen z.B.) stattfinden.

Es gibt Personengruppen, die per Gesetz unfallpflichtversichert sind und die nicht individuell angemeldet werden müssen, wie z.B. Ehrenamtliche in der Wohlfahrtspflege oder Kirche, Ehrenamtliche in öffentlich-rechtlichen Einrichtungen und in Vereinen, die im Auftrag oder mit expliziter Zustimmung von Kommunen tätig sind und auch Ehrenamtliche in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen und in Berufsverbänden der Landwirtschaft.
Die Unfallkassen der Länder Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben in ihren Satzungen den Versicherungsschutz auf weitere ehrenamtlich Tätige und bürgerschaftlich Engagierte ausgedehnt. "Dieser Versicherungsschutz erfasst Personen, die eine unentgeltliche Tätigkeit ausüben, die dem Gemeinwohl dient. Des Weiteren muss die Tätigkeit für eine Organisation erfolgen, die ohne Gewinnerzielungsabsicht Aufgaben ausführt, welche im öffentlichen Interesse liegen oder gemeinnützige bzw. mildtätige Zwecke fördern. Entscheidend ist, dass nicht nur die Organisation an sich gemeinnützig ist, sondern dass auch die konkrete Tätigkeit gemeinnützig ist bzw. mildtätigen Zwecken dient". Wichtig ist hierbei, dass die Unfallkassen diesen Versicherungsschutz nur nachrangig vorsehen. Er ist nach den Satzungen insbesondere ausgeschlossen, wenn Engagierte sich in der gesetzlichen Unfallversicherung freiwillig versichern können.

Gewählte EhrenamtsträgerInnen (in der Satzung vorgesehene offizielle Ämter wie Vorstände, KassenwartIn) können zu geringen Beiträgen (ab 1.1.2015 3,00 € pro Person und Jahr) freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung (zuständige Berufsgenossenschaft ist die VBG) versichert werden.
Darüber hinaus kann der freiwillige Versicherungsschutz auch auf "beauftragte EhrenamtsträgerInnen" (d.h. auf Personen, die im Auftrag des Vereins leitende, planende oder organisierende Aufgaben wahrnehmen, die nicht in der Satzung verankert sind), ausgedehnt werden.
Die Unfallversicherungsrahmenverträge der Länder umfassen, bis auf Hamburg und Schleswig-Holstein, auch ehrenamtlich Tätige in rechtlich selbstständigen Strukturen (z.B. Vereine).

Vereinshaftpflichtversicherung
Nicht alle privaten Haftpflichtversicherungen decken ehrenamtliche Tätigkeiten/Tätigkeiten im Rahmen von Vereinen ab. Oft sind z.B. Vorstandstätigkeiten explizit ausgeschlossen.
Die Vereinshaftpflichtversicherung deckt Schadensersatzansprüche Dritter gegenüber dem Verein ab und wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab. Im Schadensfall richtet sich ein Haftungsanspruch zunächst auf den Verein (Organhaftung); auf einzelne Personen, Vereinsmitglieder oder beauftragte Aufsichtspersonen nur dann, wenn ihnen grob fahrlässige oder gar vorsätzliche Schadensverursachung (Verletzung der Aufsichtspflicht z.B.) nachgewiesen werden kann.
Die Versicherung sollte auf den Vereinszweck und die Aktivitäten/Tätigkeitsfelder und die tätigen Personen zugeschnitten sein. Oft sind das neben den Vereinsmitgliedern auch ehrenamtliche HelferInnen. Nicht versichert sind Gäste von Veranstaltungen (z.B. Gartenfeste). Hierfür gibt es bei Bedarf Zusatzpolicen oder Veranstalterhaftpflichtversicherungen. Eine Veranstalterhaftpflicht kann auch sinnvoll sein, wenn die Veranstaltung über die vereinsüblichen hinausgeht (und somit nicht mit in der Vereinshaftpflicht drin ist). Man kann sie pauschal für z.B. ein Jahr oder auch für jede Veranstaltung extra abschließen. Erkundigt euch bei anderen Vereinen in der Nähe, die Veranstaltungen machen, wie das dort gehandhabt wird.
Wenn z.B. in einem Verein ständig oder regelmäßig Getränke und /oder Speisen ausgegeben werden, könnte das Risiko einer Lebensmittelvergiftung in die Haftpflichtversicherung mit eingeschlossen werden. Ein Tipp von Oliver Ginsberg (Bunte Beete Berlin):“ Grundsätzlich ist wichtig bei der Beantragung von Versicherungsschutz auch Sonderrisiken zu benennen beispielsweise Betrieb von Feuerstellen (Lehmbacköfen etc.), gastronomische Angebote, größere Veranstaltungen (über Versammlungen der Vereinsmitglieder hinaus). Bei Deckungsanfragen sollten Vereine als Träger außerdem auf eine vernünftige Deckung folgender Punkte achten: Deckung von Mietsachschäden, Schlüsselverlust, Umwelt- und Umweltschadenshaftpflicht.“ Das gilt natürlich dann, wenn z.B. Schlüssel gebraucht werden.

Aufsichtspflicht bei Angeboten für Kinder und Jugendliche
Die Kinder und Jugendlichen dürfen Gartengeräte und Werkzeuge in die Hand bekommen, natürlich nur, wenn es sich um kein führerscheinpflichtiges Werkzeug handelt oder um schadhaftes Werkzeug/Gartengerät. Ansonsten gilt ähnlich wie in Tagesstätten oder Schule als Faustregel spätestens alle zehn Minuten jedem Kind ein Blick.
Bei Angeboten für Kinder und Jugendliche wie Kursen oder Besuche von Schulklassen geht die Aufsichtspflicht der Eltern automatisch auf die aufsichtspflichtige Person (Kurs- oder Gruppenleiter) bzw. den Trägerverein des Gartens über. Aufsichtspflichtige Personen haben darauf zu achten, dass die ihnen zur Aufsicht anvertrauten Minderjährigen selbst nicht zu Schaden kommen und auch keine anderen Personen (Dritte) schädigen. Das Schadensrisiko sollte durch die Vereins-Haftpflichtversicherung gedeckt sein.
Die Aufsichtspflicht bei Minderjährigen sollte vorab immer verbindlich geklärt werden. Mit folgender Formulierung kann sie auch abgelehnt werden: "Wir weisen darauf hin, dass wir den fachlichen Input geben, die Aufsichtspflicht bleibt jedoch bei der Schule/Eltern/Betreuern etc." (E-Mail-Beratung von Christoph Hüttig, Stiftung Mitarbeit, 18.4.2011).
Werden Kinder außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf das Gelände gelassen, dann müssen die erwachsenen NutzerInnen zu der Übernahme einer Aufsichtspflicht in dieser Form oder zur Schließung veranlasst werden. Schilder schützen nur bei irregulärem Betreten.

Unfallversicherung
Der Unfall-Versicherungsschutz bezieht sich auf die eigentliche ehrenamtliche Tätigkeit, den direkten Weg von und zum Ehrenamt und auf Reisen im Auftrag des Vereins (Dienstreise).
Wenn die Regelungen der Bundesländer nicht ausreichen, dann kann ein Verein auch eine Gruppen-Unfallversicherung abschließen.

Dienstfahrt-Versicherung
Zweck der Versicherung ist es, MitarbeiterInnen, Vorstände sowie ehrenamtliche HelferInnen, BetreuerInnen oder GruppenleiterInnen auf ihren dienstlich angeordneten Fahrten mit dem eigenen Pkw abzusichern. Die Versicherung kann pauschal für alle im Auftrag der Organisation fahrenden Mitglieder oder MitarbeiterInnen, für namentlich genannte MitarbeiterInnen und satzungsgemäße Vorstandsmitglieder oder tageweise (sogenannte Tageskasko) abgeschlossen werden.

Wo schließt man Versicherungen am besten ab?
Informiert euch bei ähnlich gelagerten (Garten)Projekten über deren Versicherungen oder einem unabhängigen Versicherungsexperten über das beste Preis-Leistungsverhältnis (z.B. Fairsicherungsläden www.fairsicherung.de). „Vorteile in Hinsicht auf Kosten und Konditionen bieten häufig Gemeindeversicherungsverbände in den verschiedenen Bundesländern , die z.B. in Baden-Württemberg neben den Kommunen auch Vereine in einen vergleichsweise guten und günstigen Versicherungsschutz aufnehmen. Ähnliches bieten oft auch Vereins-Dachverbände (z.B. Spartenverbände auf Landesebene im Sport-und Kulturbereich, oder auch der Bundesverband deutscher Vereine und Verbände /BDVV) mit entsprechenden Rahmenverträgen“  
In den meisten der alten Bundesländer ist es für Vereine möglich, Verträge mit dem jeweiligen Gemeinde-Versicherungs-Verband abzuschließen. Sie sind in aller Regel nicht billiger, als bei freien Versicherungsunternehmen bieten aber deutlich bessere Konditionen (Risikoabsicherungen).
Versicherungen bzw. Assekuranzen, die sich auf Vereine spezialisiert haben:
Von folgenden Versicherungsgesellschaften wissen wir, dass sie sich auf Vereine und gemeinnützige Organisationen spezialisiert haben. Wir bitten um Verständnis, dass wir zu den Anbietern keine Empfehlung geben können.

Bernhard Assekuranz
Mühlweg 2b
82054 Sauerlach (b. München)
Tel.: 08104/ 89 16 28, Fax: 08104/ 89 17 35
https://bernhard-assekuranz.com/vereine-und-verbaende.html

Jugendhaus Düsseldorf e.V
Tel.: 0211/ 46 93-0, Fax: 0211/ 46 93-1 20
Versicherungsvermittlungs- und Service GmbH
http://jhdversicherungen.de/index.php/versicherungen/vereinshaftpflicht

Tipps aus Gärten
Ab geht die Lucie, Bremen: In Bremen übernimmt die Bürgerstiftung die Haftpflichtversicherung für Projekte von BürgerInnen im öffentlichen Raum, die dem Gemeinwohl dienen (neben Ab geht die Lucie z.B. auch Bücherschränke).
Internationale Stadtteilgärten, Hannover: "Wir sind mit allem bei der Nürnberger Versicherung. Wir haben ein Paket mit dem Titel 'Unternehmens-Schutz'. Dies beinhaltet eine Geschäftsinhalt-Versicherung fürs Büro, Geschäftsglasversicherung und die Haftpflichtversicherung für einen 'Kleingartenverein'. Berechnet wird das nach Mitgliedern und Flächengröße".
Bunte Beete, Berlin: "Es gibt einige gute Versicherungen, die spezielle Tarife für Vereine haben. Wir haben beispielsweise gute Erfahrungen mit Continentale, Haftpflichtkasse Darmstadt (HKD) und Zurich gemacht. […] Über den genossenschaftlichen Maklerverbund VEMA e.G. gibt es einen interessanten Tarif der HKD mit einigen Deckungserweiterungen – wie z.B. Haftpflicht bei Teilnahme an Veranstaltungen im Ausland (auch USA), Bauvorhaben bis 1 Mio €, Betrieb einer Photovoltaikanlage und Haftpflichtansprüche von Vorstand und Mitgliedern untereinander. (kostet 180 € p.a. zzgl. VersSt bei einer Deckungssumme von 3 Mio € für Personen und Sachschäden sowie 100.000 € für Vermögensschäden die aus Personen- und Sachschäden hervorgehen). Vereine können diesen Tarif über jeden Makler abschließen, der dem Verbund angeschlossen ist (bundesweit sind das ca. 2000 Makler)" (E-Mail von Oliver Ginsberg, 26.6.2015. Oliver Ginsberg steht gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung).
In Stuttgart können Garteninitiativen (Gartenprojekte, die noch keinen Träger haben) Mitglied beim Kleingartenverein werden (mindestens 10 Personen je 22,50 € Jahresbeitrag) und bekommen die Haftpflichtversicherung des Kleingartenvereins für ihre Fläche (die ganz woanders sein kann). Es handelt sich um eine Starthilfe für maximal fünf Jahre. Es müssen Absichten zur Gründung eines eigenen Vereins vorhanden sein.

Stand: Oktober 2015
Das Praxisblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine rechtsverbindliche Beratung dar.

    Im Dialog mit Verwaltung und Kommunalpolitik



    Um einen Interkulturellen Garten oder Gemeinschaftsgarten im Stadtteil oder der Gemeinde zu etablieren und zu erhalten, ist es hilfreich, sich mit den politischen und verwaltungstechnischen Strukturen auseinanderzusetzen, Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzustreben. Insbesondere wenn ein Gemeinschaftsgarten auf öffentlichem Grund entstehen soll, materielle oder gar finanzielle Unterstützung durch die Kommune angestrebt wird, führt kein Weg daran vorbei. Fest steht, dass für Gartenprojekte vieles einfacher ist, wenn sie von der Kommunalpolitik und Stadtverwaltung wahrgenommen und unterstützt werden. Hilfreich ist ein Konzept, das die Idee veranschaulicht, mögliche Umsetzungsschritte skizziert, die Potentiale und den Mehrwert für die Nachbarschaft/den Stadtteil aufzeigt und auch auf positive (vergleichbare) Beispiele verweisen kann. Frauke Hehl, erfahrene Garten- und Werkstattaktivistin aus Berlin, dazu: „Es geht darum, strukturiert, zuverlässig und am Wohlergehen des Stadtteiles/ Umfeldes interessiert zu sein, also nicht was für sich privat tun zu wollen, sondern was für die Qualität und das Wohlbefinden im Stadtteil.“ Nach wie vor haben (einige) Kommunen Bedenken, die ernst genommen werden sollten.

    „Die Bedenken:
    - durch eine gemeinschaftliche gärtnerische Nutzung werde der öffentliche Raum privatisiert,
    - durch die urbanen Gärten könnten Nutzungskonkurrenzen in öffentlichen Grünflächen entstehen,
    - das Fehlen rechtlicher Förderinstrumentarien verunmögliche öffentliches Handeln,
    - es könne kein oder nur kurzfristiges bürgerschaftliches Interesse und Engagement geben,
    - man könne solche Nutzungen nicht kontrollieren,
    - es könne zu mehr Vandalismus kommen,
    - für die Gemeinden könnten höhere Kosten entstehen.“
    Aus: Ella von der Haide: „Die neuen Gartenstädte“ (S. 9)

    Am besten recherchiert man vorab, ob es Anknüpfungspunkte in den Leitbildern oder den Stadt- und Grün/Freiflächenentwicklungsplänen gibt, und nimmt darauf Bezug. Verweise auf wissenschaftliche Publikationen können die eigene Argumentation stärken und in einen größeren Zusammenhang stellen. Ggf. gibt es auch schon einen Antrag oder gar Ratsbeschluss zur Förderung von Gemeinschaftsgärten, auf den man sich beziehen kann. Auf den Websites der Städte und Gemeinden und in Berlin der Bezirke sind Anträge und Beschlüsse dokumentiert, wie z.B. in München im Ratsinformationssystem. Ein Antrag der Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN von 2015 ist hier zu finden. Hat man eine Fläche im Blick, sollte zunächst geklärt werden, wem diese gehört, um die richtige Stelle – sprich den/die EigentümerIn – ansprechen zu können. Die Kommune kann wenig tun, wenn es sich um eine Fläche in Privat- oder in Landesbesitz handelt. Bei der Kontaktaufnahme sollten die StadtgärtnerInnen wissen, dass Gemeinschaftsgärten in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit (noch) nicht eindeutig den bekannten Freiraumtypisierungen zugeordnet werden können und somit oft Neuland für die Kommunen bedeuten. Behörden sind an rechtliche Rahmenbedingungen und interne Abläufe gebunden. Auch liegen nicht immer Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement von Menschen, die ihre Stadt mitgestalten wollen, vor. Hilfreich ist der Versuch, die Aufgaben, Spielräume und aber auch Grenzen der Verwaltung zu verstehen und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen.

    AnsprechpartnerInnen

    Es ist von Stadt zu Stadt verschieden, ob, und wenn ja, welches Ressort zuständig ist. In einigen Städten gibt es inzwischen AnsprechpartnerInnen, deren Befugnisse und Unterstützungsspielräume jedoch variieren. Es können je nach inhaltlichem Anliegen auch mehrere Ämter involviert sein, da sich die Zuständigkeiten von Frage zu Frage ändern. Auch kann die Kooperation zwischen den Ämtern und zwischen Politik und Verwaltung schwierig sein. In Stadtstaaten wie Berlin mit starken Bezirken sieht es nochmal anders aus. Die Amtszuschnitte unterscheiden sich von Bezirk zu Bezirk, und es gibt zwischen Senat und Bezirken eine Hierarchie der Verantwortungsbereiche, die man kennen sollte. So gleicht es oft noch einer Odyssee, herauszufinden, wen man mit welchem Anliegen ansprechen kann (und sollte). Jedoch initiieren auch immer mehr Kommunen selber Gemeinschaftsgärten, weisen Flächen aus oder warten darauf, angesprochen zu werden.

    Einige Beispiele

    In Stuttgart gibt es eine Koordinationsstelle Urbanes Gärtnern, die beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung angesiedelt ist. Hier werden Aktive, Initiativgruppen, Schulen und Kindertagesstätten miteinander vernetzt, beraten und gefördert. Das Aufgabengebiet umfasst Koordination und Vernetzung, Beratung der Interessenten und Aktiven schon vor der Anlage eines urbanen Gartens und fortlaufend, die gezielte Ansprache von Eigentümerinnen und Eigentümern, um geeignet erscheinende Grundstücke und Gebäude für Interessenten bieten zu können, sowie die Vergabe von Fördermitteln. (PDF Richtlinie - Urbane Gärten in Stuttgart, S. 3) Außerdem wurde ein Haftpflichtversicherungsschutz für neue Gemeinschaftsgarteninitiativen – ohne eigenen Verein – über den Schrebergartenverein ausgehandelt (siehe dazu auch unser Praxisblatt Versicherung, unten).
    In Essen gibt es eine feste Ansprechpartnerin bei Grün und Gruga (Grünflächenamt). Die Nutzung kommunaler Flächen ist für Gemeinschaftsgarteninitiativen pachtfrei, die Projekte werden bisher mit Erde, Mulch und Material unterstützt und die Behörde informiert die Bezirksvertretungen von neuen Vorhaben und steht für Fragen zur Verfügung. Die Gartenprojekte benötigen keinen Rechtsträger, um eine kommunale Fläche zu nutzen. Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaftsgarteninitiative unterzeichnen eine Erklärung, in der u.a. die Bewirtschaftung, Pflege und Gestaltung der Flächen ebenso wie Instandhaltung und -setzung sowie ggf. der Rückbau geregelt werden. (Explizit erwähnt wird, dass die Stadt die Verkehrssicherungspflicht der Bäume und den Winterdienst weiterhin übernimmt. 2015 gab es eine Landesförderung für Gemeinschaftsgärten, bei der der Zeitraum von Bewilligung bis zum Ende der Laufzeit nur wenige Wochen betrug. In Essen hat Grün und Gruga daher selber gehandelt und Flächen ausgewählt, Hochbeete aufgebaut und dann Interessierte gesucht. Es gibt außerdem eine Liste aufgelassener Spielplätze, die als Flächen für Gemeinschaftsgärten zur Verfügung stehen. Der Haumanngarten ist auf einer solchen Fläche 2015 entstanden. Hier gab es auch Geld aus der Landesförderung, um die Fläche durch Entsiegelung zu erweitern. 2017 ist Essen „Grüne Hauptstadt Europas“, und zur Zielstellung gehört u.a. die Etablierung weiterer Gemeinschaftsgärten.
    In München ist ein Mitarbeiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung (Planungsreferat/Grünplanung), der für die Krautgärten der Stadt zuständig ist, auch Ansprechpartner für Gemeinschaftsgärten. Er kann Fragen zu Themen beantworten, die zum Aufgabenspektrum des Planungsreferats gehören und im Geoinformationssystem nachschauen, ob eine Fläche der Stadt gehört, um dann an das entsprechende Kommunalreferat zu verweisen. Dort, so sagt er, muss man sich dann durchfragen und wählt am besten die allgemeine Auskunftsnummer. Er berät die Gartenprojekte und ermutigt alle, sich bei ihm zu melden. Einzelne Gartenprojekte in München haben gute Kontakte zum Grünflächenamt und erhalten bei Bedarf Kompost oder Erde.
    In Duisburg empfiehlt sich seit Neuestem das Amt für Umwelt und Grün als Anlaufstelle, das eine ressortübergreifende Kommunikation innerhalb der Kommune initiieren und begleiten will. Weiter heißt es: „Wir sind Ansprechpartner für Interessierte und leisten insbesondere organisatorische Unterstützung bei der Flächensuche, der Nutzungssicherung sowie der Herrichtung von Flächen. Außerdem begleiten wir die Akteure/Gruppen und vermitteln Kontakte zu anderen Interessierten aus der Gartenszene.“.[1]
    In Frankfurt heißt es auf der offiziellen Seite der Stadt: „Mit dem Frankfurter Grünflächenamt, dessen Aufgabe und Wunsch es ist, grünen Freiraum für die Menschen der Stadt zur Verfügung zu stellen, zu pflegen und zeitgemäß zu gestalten, finden interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Urban Gardening. Wir stellen für Sie den Kontakt zu den Gartenprojekten her, und wenn Sie selbst einen "Stadtgarten" auf die Beine stellen wollen, und vielleicht sogar schon eine bestimmte städtische Fläche im Sinn haben, können Sie bei uns nachfragen, ob sie zum Gärtnern zur Verfügung steht.“[2]

    Kontaktaufnahme

    Zunächst gilt: Keine Scheu vor „denen“, die Politik und Stadtplanung betreiben oder in Behörden arbeiten. Wer Kontakt aufnehmen möchte, versucht zuvor am besten, Strukturen und Abläufe nachzuvollziehen und Geduld mitzubringen. Es kann zuweilen dauern, bis wechselseitiges Vertrauen aufgebaut ist.
    Um herauszufinden, an welche Stelle oder Person man sich wenden kann und ob es strategisch anzuraten ist, Politik und Verwaltung parallel anzusprechen, fragt man am besten zunächst in der eigenen Initiative und dann auch andere Garten-, Freiraum- oder Stadtteilprojekte oder auch Bürgerstiftungen, Umweltbildungsorganisationen, Lokale Agenda oder Transition-Town-Initiativen und gewinnt sie als Unterstützer oder auch Türöffner. Sie können dabei helfen, „die Stadt zu entschlüsseln“ und die – wichtigen – informellen Strukturen zu verstehen: Wie ist die lokale politische Struktur? Welche Gremien und Institutionen gibt es und wer sind die AnsprechpartnerInnen? Wem sind sie weisungsgebunden bzw. -befugt? Welche Behörden oder Gremien der Verwaltung oder Kommunalpolitik spielen eine Rolle für Belange eines Gemeinschaftsgartens? Welche Personen könnten aufgeschlossen sein? Es gilt, diejenigen in Politik und Verwaltung herauszufinden, die ein Interesse an Gemeinschaftsgärten haben (könnten). Oft sind die Menschen in der Verwaltung, die die Projekte unterstützen (würden), nicht in Organigrammen sichtbar. Es sind Personen, nicht Funktionen oder Ämter, mit denen „man kann“, die auch KollegInnen überzeugen können. Wichtig ist die persönliche Ebene, hilfreich für die Gespräche eine Grundkenntnis von Arbeitsfeld, Aufgaben und Strukturen der GesprächspartnerInnen.
    Es gilt auch zu verstehen, wie in Politik und Verwaltung Entscheidungen getroffen und Beschlüsse gefasst werden, und an welcher Stelle Eingriffe möglich und auch sinnvoll sind. Wie sind die politischen Mehrheiten? Wie arbeiten Politik und Verwaltung zusammen? Druck auf der politischen Ebene sollte man nur dann in Erwägung ziehen, wenn man bei der Verwaltung nicht weiterkommt. Die Verwaltung arbeitet weisungsgebunden und handelt nach dem, was die gewählten VertreterInnen entscheiden.
    Als besonders relevant erweisen sich Fachabteilungen wie das Liegenschaftsamt und Planungsamt (verfügen über Flächen, erheben Pacht, verhandeln über Nutzungsverträge, können in Bebauungspläne eingreifen) sowie das Grünflächenamt, das die Grünflächen pflegt, Werkzeug und Maschinen hat und ein guter Ansprechpartner für Humus, Grünschnitt, Kompost oder sogar Pflanzen sein kann (vgl. Ella von der Haide: „Die neuen Gartenstädte“, S. 12). Sinnvoll kann es je nach Ausrichtung und Intention des Gartenprojekts sein, sich von Anfang an auch an Behörden zu wenden, die zu Bildung, Soziales, Gesundheit, Umwelt oder Integration arbeiten.
    Hat man schon eine Fläche oder ein Gebiet im Blick, sollte man recherchieren, ob dieses Gebiet ein Quartiersmanagement hat, Sanierungs- oder Soziale Stadt Gebiet ist, und die dafür verantwortlichen Einrichtungen kontaktieren, das Vorhaben vorstellen und Kooperations- sowie Unterstützungsmöglichkeiten ausloten. Interessante AnsprechpartnerInnen sind auch die Stadtplanungsbüros, die die öffentlichen Ausschreibungen/Förderungen formulieren und Gemeinschaftsgärten mit aufnehmen könnten. In Dresden beispielsweise gibt es gute Kontakte zu solchen Büros, die an “guter Praxis“ Interesse haben.
    Allen Ämtern sind Ausschüsse zugeordnet (das ist die politische Ebene), und so gibt es Ausschüsse für Soziales, Stadtentwicklung, Umwelt usw. Man kann den Stadtrat ansprechen und sollte unbedingt Kontakt mit Stadtteil-, Orts- oder Bezirksbeiräten aufnehmen, die auf Stadtteilebene aktiv sind. Die Termine der öffentlichen Sitzungen oder Versammlungen von Stadtrat oder Stadtteilbeiräten kann man recherchieren und die Vorstellung des Gartenprojekts sowie die Unterstützungswünsche auf die Tagesordnung setzen lassen. Wer diesen Weg empfohlen bekommt oder wählt, sollte sich vorher schlau machen, welche Parteien die Gemeinschaftsgartenidee und Ziele am besten teilen, sollte aber alle informieren.
    Spricht man Politik und Verwaltung parallel an, dann sollte man transparent handeln und alle Beteiligten informieren, mit wem man warum in welcher Form in Kontakt tritt. Frauke Hehl beschreibt es so: „niemanden übergehen, alle in ihrer Rolle/Funktion sehen und entsprechend einbeziehen, einbinden. Das wird sich 'auszahlen' in Form von vielfältiger Unterstützung“ (eigene Befragung, G. Walesch).
    Wichtig bei allen Formen der (persönlichen) Kontaktaufnahme und Vorstellung des Projekts ist, dass die Gartengruppe sich überlegt, wer eine gute und wirkungsvolle SprecherIn für alle sein kann. Um Gespräche mit Verantwortlichen in der Verwaltung oder Aktiven in der Politik vorzubereiten, findet ihr Argumente für urbane Gärten beispielsweise im Urban-Gardening-Manifest oder in der Studie „Neue Gartenstädte“ von Ella von der Haide. Wie man in Kontakt kommen kann und welche Methoden es auf der politischen Ebene gibt, könnt ihr im Webinar am Beispiel von Dresden erfahren.

    Netzwerke bilden

    Teil eines Netzwerks zu sein, stärkt die einzelnen Projekte und macht sie mit ihren Potentialen sichtbarer, schafft Möglichkeiten der gegenseitigen Beratung und Unterstützung. Als Netzwerk aufzutreten und gemeinsame Anliegen und Forderungen zu formulieren, kann Zugänge zu Politik und Verwaltung schaffen, die einem einzelnen Projekt nicht gelingen. Gibt es in der Stadt, Kommune oder im Landkreis nur einen oder sehr wenige Gemeinschaftsgärten, dann erkundet man, ob es andere Zusammenschlüsse gibt, die entweder direkt zu städtischem Grün arbeiten oder Schnittmengen aufweisen, wie z.B. Transition Town, Lokale Agenda 21, und vernetzt sich.
    In Dresden ist der Ufer e.V. Träger von drei Gemeinschaftsgärten und wichtige Vernetzungsstelle für alle Dresdener Gemeinschaftsgärten. Über den Verein laufen inzwischen drei Bundesfreiwilligendienst-Stellen, die sich auch um die politische Arbeit kümmern. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die Workshops und Veranstaltungen zum Thema mitorganisiert und Termine mit relevanten PolitikerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen vereinbart. Sie treten als Gartennetzwerk auf und kooperieren mit verschiedenen Akteuren, u.a. mit Transition Town, Kleingartenverbänden und Naturschutzorganisationen. Ufer/das Gartennetz arbeitet außerdem mit dem Leibniz Institut für ökologische Raumplanung zusammen im europäischen ARTS-Projekt (Accelerating and Rescaling Transitions to Sustainability), das sich mit lokalen Transition-Initiativen und stadtregionalen Wandlungsdynamiken in Richtung Nachhaltigkeit beschäftigt. Zu den Veranstaltungen im Institut gehen Akteure aus Politik und Verwaltung eher als in die Gärten. Teil des Forschungsprojekts zu sein zeigt die Relevanz der Gartenprojekte und wertet sie auf.
    In München finden ca. zwei Mal pro Jahr Vernetzungstreffen aller Gemeinschaftsgartenprojekte statt, zu denen auch VertreterInnen thematisch naher Organisationen und der Verwaltung kommen. Ende 2015 hat sich aus einem dieser Treffen heraus eine Strategiegruppe gebildet, die sich als Ziel gesetzt hat, die Gemeinschaftsgärten und andere Gartenprojekte in Politik und Verwaltung bekannter zu machen. So loten sie Beteiligungsmöglichkeiten an Veranstaltungen aus und treten verstärkt auch als Netzwerk der urbanen Gärten in der Öffentlichkeit auf. Außerdem gibt es in München über die Stiftungsinitiative urbane Gärten München eine Ansprechpartnerin für die Gartenprojekte, die Vernetzungs-, Öffentlichkeits- und politische Arbeit macht.
    In Berlin gibt es seit 2010 alle zwei Jahre das Gartenaktivist*innentreffen. Seit 2012 finden zudem drei bis vier Mal pro Jahr Werkstattgespräche mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum urbanen Gärtnern statt. Die Kontakte zum Senat wurden von GartenaktivistInnen (u.a. aus dem Allmende-Kontor) und Berlin21 aufgebaut. Die Idee, zusammen mit SenatsvertreterInnen über Grünprojekte nachzudenken und in einen Austausch zu treten, entstand 2007 bei einem vom Quartiersmanagement und GemeinschaftsgärtnerInnen organisierten „Grünspaziergang“ zu grünen Freirauminitiativen in einem Berliner Bezirk. 2014 entstand das Forum Stadtgärtnern aus einem Zusammenschluss des Gartenaktivist*innentreffens und des „Runden Tisches Urban Gardening“, bei dem es um thematische Veranstaltungen geht. Es findet ca. viermal pro Jahr statt. Mehr Informationen zu den Vernetzungen in Berlin hier.


    Webinar: Hacking Politics

    Wie bahnt man Kooperationen mit Politik und Verwaltung an? Wie organisiert man clevere Lobbyarbeit und bringt sich in die städtischen Prozesse ein? Wie funktionieren Politik und Verwaltung überhaupt und wo gibt es "Andockstellen"? Diese und weitere Fragen behandelt Norbert Rost im Webinar.

    Download der Präsentation hier.



    [1]https://www.duisburg.de/micro2/umwelt/umweltrat/inhalt/102010100000500718.php#a102010100000500718-10152
    [2]http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3051&_ffmpar[_id_inhalt]=19284341


    Wie erreichen (Interkulturelle) Gemeinschaftsgärten Geflüchtete und AsylbewerberInnen?

     

    Das Praxisblatt gibt einen Einblick in Erfahrungen von unterschiedlichen Gartenprojekten in der Arbeit mit Flüchtlingen und AsylbewerberInnen. Es basiert auf einer Befragung aus dem Jahr 2015.
    Geflüchtete Menschen haben einen schweren Weg hinter und eine ungewisse Zukunft vor sich. Die Erstaufnahme ist mit großer Unsicherheit verbunden, und im Aufnahmeland ist erst einmal alles neu und wenig durchschaubar. Die Angst vor Abschiebung, die zermürbende Ungewissheit, ob, wann und wie lange sie bleiben können oder nicht, die Anforderungen der Ämter, die Sprachbarrieren und die oft noch katastrophalen Zustände in den Erst- und Sammelunterkünften mit wenig Privatsphäre und vielen Konflikten prägen ihr Leben in Deutschland. Flüchtlinge haben viele Termine und müssen viel regeln und organisieren.
    Sich auf Projekte einzulassen, zumal auf Neuland wie Gemeinschaftsgärten, ist oft ein Prozess mit offenem Ausgang, der Unterstützung, Zeit und Geduld von Seiten der GarteninitiatorInnen und MitgärtnerInnen braucht, so dass das notwendige Vertrauen der Flüchtlinge wachsen kann. Die Art der Unterkunft und die Unterstützung seitens der jeweiligen Träger der Heime können von Stadt zu Stadt, und sogar schon innerhalb einer Stadt variieren. An erster Stelle gilt es, sich kundig zu machen, wie die Situation und die Möglichkeiten in der Unterkunft sind und welche Bedürfnisse die geflüchteten Menschen haben.
    Das Interesse am Gärtnern steht nicht unbedingt gleich im Mittelpunkt der Flüchtlinge. Doch können die Gärten als Orte der Begegnung und des Lernens viel mehr anbieten: gemeinsame Feste feiern, zu Picknicks einladen, gemeinsam kochen und essen, Bauprojekte, Workshops (voneinander lernen, am Wissen der Flüchtlinge anknüpfen), Deutschkurse, kreative Angebote mit und für Kinder oder einfach Zugang zu Natur, Spielraum und Erholung. Möglich sind auch gemeinsame Ausflüge, um die Stadt und Umgebung zu erkunden.
    Möchte man Flüchtlinge wirklich erreichen, sollte man echtes menschliches Interesse an ihnen haben.

    praxisblatt fluechtlinge 1Picknick in Unser Bunter Garten (Coburg) Foto: Stefan Kornherr

    Wie kommt man in Kontakt?

    Wichtig sind persönlicher Kontakt und Vertrauen. Damit Flüchtlinge in Gartenprojekte außerhalb der Heime kommen, bedarf es verständlicher Informationen, Ermutigungen und Bezugspersonen, die mit im Garten sind, dorthin begleiten oder dafür werben. Organisationen, die z.B. Deutschkurse für Geflüchtete, Fahrradwerkstätten oder Kinderaktivitäten (wie der Bahrenfelder Luthergarten in Hamburg) anbieten, und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit können gute Kooperationspartner und "Scharniere" zum Garten sein. Einem bekannten Menschen folgt man leichter an unbekannte Orte als einem fremden. Auch Gartenprojekte, die auf dem Gelände von Heimen entstehen, sind keine Selbstläufer. Sie brauchen eine Anbindung an die Einrichtung und an Projektaktive, damit Flüchtlinge auch punktuell mitmachen können.
    Wichtig ist auch, SozialarbeiterInnen der Heime, die Asylsozialberatung und andere Flüchtlings- oder Migrationsberatungsstellen sowie Migrantenselbstorganisationen und "Exilvereine" mit einzubinden. Sie können  informieren, auf die Angebote des Gartens hinweisen und zur Teilnahme ermutigen. Hilfreich ist, wenn das Gartenprojekt sich als Teil der lokalen Netzwerke (auch virtuelle, wie z.B. Facebook-Gruppen) für und von Geflüchteten begreift und in diesen Netzwerken das Projekt vorstellt und zum Mitmachen einlädt.
    Der Garten ohne Grenzen in Berlin, der sich auf dem Gelände eines Wohnheims befindet, das nur von den BewohnerInnen betreten werden darf, hat nach zwei Info-Veranstaltungen hauptsächlich Kinder und Jugendliche erreicht, die dann regelmäßig dabei waren und die Gießverantwortung begeistert übernommen haben. Sie haben ihnen anfangs Pflänzchen mitgegeben, damit auch die Eltern von dem Projekt erfahren. Beim Offenen Garten West in Leipzig haben sich beim sonntäglichen gemeinsamen Gärtnern ebenfalls viele Kinder und Jugendliche eingefunden, nach und nach sind auch einige Erwachsene dazugekommen.
    Bei Bauprojekten - z.B. Hochbeete, Sitzgelegenheiten, Unterstände oder auch Lehmöfen - sind vor allem (junge) männliche Flüchtlinge und Kinder mit Elan dabei. Es motiviert, wenn man sich mit sichtbaren Ergebnissen einbringen kann. Ein Nebeneffekt ist, dass Außengelände von Unterkünften durch Beete, Sitzmöglichkeiten und Tische an Aufenthaltsqualität gewinnen.

    praxisblatt fluechtlinge 2Hochbeetbau bei InGa (Geretsried)
    Foto: Isabella Kaltenegger
    Wie vermittelt man am besten die Idee eines Gemeinschaftsgartens?

    Was einen Gemeinschaftsgarten (in Deutschland) ausmacht, vermittelt sich ‒ auch wenn Dolmetscher/innen dabei sind ‒ oft nur schwer durch Informationsgespräche, Skizzen, Fotos oder Erzählungen. Viele Flüchtlinge stammen aus Städten und haben noch nie gegärtnert oder verstehen unter Gärtnern schwere Arbeit. Es kann dauern, bis Anbau, Pflege und Ernte interessant werden. Natürlich gibt es auch Flüchtlinge, die gleich losgärtnern. Gerade in Gärten mit individuellen Parzellen, widmen sich auch Flüchtlinge intensiv ihren Beeten und beteiligen sich auch an Gemeinschaftsaufgaben.
    Wenn ein Garten schon besteht, dann kann man Geflüchtete zu Festen, Picknicks oder auch einfach zum Mitgärtnern und "Mittun" in den Garten einladen. Ist ein Gartenprojekt noch in Planung oder besteht der Wunsch, es von Anfang an zusammen mit geflüchteten Menschen aufzubauen, dann kann man bestehende Gartenprojekte in der Nähe gemeinsam besuchen und so die Idee vorstellen und weiterentwickeln. Wichtig ist, die Bedürfnisse und Interessen der Flüchtlinge kennenzulernen und einfließen zu lassen.
    Aushänge in den Unterkünften, Flyer, auch wenn sie in mehreren Sprachen sind, werden nur von wenigen wahrgenommen, und noch weniger Menschen aus den Heimen kommen aufgrund dieser Informationen in den Garten oder zu Veranstaltungen. Die Internationalen Gärten Göttingen haben gute Erfahrungen damit gemacht, als "bunte Gruppe" in die Heime zu gehen und das Gartenprojekt vorzustellen. Junge und ältere GärtnerInnen aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen haben Fotos vom Garten und den Pflanzen gezeigt und in mehreren Sprachen erklärt. Eine solche Projektvorstellung sollte mehrfach durchgeführt werden, da so weitere BewohnerInnen erreicht werden können. Die sehr gut in der "Flüchtlingsszene" vernetzen Internationalen Gärten Dresden haben festgestellt, dass die meisten Geflüchteten über Gespräche zu ihnen kommen. Querbeet Leipzig erklärt je nach kulturellem Hintergrund und eigenen Erfahrungen der Flüchtlinge eine jeweils "eigene Geschichte". Müttern z.B. erläutern sie, dass es ein Ort ist, wo die Kinder gemeinsam spielen können und sich Menschen treffen. Doch am besten vermittelt sich das Projekt über die Erfahrungen, die vor Ort im Garten gemacht werden. Durch das Tun erfährt man das und versteht am besten den "Geist" und die Möglichkeiten des Projekts (und das geht natürlich nicht nur Flüchtlingen so).
    Das Interesse am Gärtnern kann wachsen, wenn der Garten vertrauter Wohlfühlort ist. Einladend z.B. sind Sitzecken und Grillmöglichkeiten ebenso wie Orte für Naturerlebnis, Entspannung und Begegnung. So gibt es im Interkulturellen Garten Braunschweig Spiel- und Sportmöglichkeiten, im Interkulturellen Garten Lichtenberg handwerkliche und naturpädagogische offene Angebote und Spielmöglichkeiten für Kinder und eine Küche, der Multitude Garten in Berlin und der Kulturgarten in Lüneburg organisieren gut besuchte Picknicks oder Feste. Wer möchte, gärtnert währenddessen oder anschließend noch. Nur zu gärtnern, erzeugte in beiden Gartenprojekten bisher nicht viel Resonanz.
    Die Koordinatorin des Rosenduftgartens (Berlin), Begzada Alatovic, hat die Erfahrung gemacht, dass die Frauen anfangs hauptsächlich in den Garten gekommen sind, um rauszukommen und gemeinsam Kaffee trinken zu können – und um Unterstützung bei der Bewältigung der Anforderungen des Lebens in Deutschland zu erhalten (Amtsbriefe lesen und erklären lassen, Begleitung zu Behörden u.ä.). Es hat eine Weile gedauert, bis die Frauen den Garten und das Gärtnern für sich entdeckten. Das gemeinsame Kaffeetrinken ist nach all den Jahren, die der Garten nun schon existiert (gegründet wurde er 2006), noch immer wichtig. Damit beginnt die gemeinsame Zeit im Garten.
    Es sollte nicht zu viele Regeln geben. Oft ist es schwierig zu verstehen, was man darf oder nicht darf und warum das so ist. Zu viele verunsichernde Regeln können dazu beitragen, dass die Geflüchteten sich nicht trauen, selber tätig zu werden.

    Tipps zur Einbeziehung von Kindern

    Kinder sind oft begeistert dabei. Wichtig ist, die Bedarfe der Kinder nach Aufmerksamkeit und Beschäftigung wahrzunehmen und zu schauen, wie sie sich in das Gartenkonzept eingliedern lassen. Z.B. könnten für kleinere Kinder betreute Angebote organisiert werden und ältere Kinder könnten Zuständigkeiten bekommen.
    Es kann passieren, dass bei Gartenprojekten auf Geländen von Flüchtlingsunterkünften Kinder die Beete nicht als Beete erkennen. Pflanzen werden ausgerissen, auf den Beeten wird gespielt und getobt. Die Beete sollten möglichst klar abgegrenzt sein. Wenn der Platz und die Betreiber es zulassen, können Erdhügel und andere naturnahe Spielmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Die äußeren Ränder der Beete können mit Naschpflanzen (die die Kinder sofort essen können) oder anderen robust und üppig wachsenden Pflanzen wie z.B. Minze oder Zitronenmelisse bebaut werden, die auch eine etwas gröbere Behandlung überstehen. Unbedingt geachtet werden muss darauf, dass keine giftigen Pflanzen (z.B. Bohnen) angepflanzt werden.

    praxisblatt fluechtlinge 3Anpflanzaktion im Garten der Hoffnung/bustan-ul-amal in Berlin-Köpenick Foto: Petra Strachovsky
    Welche Rolle spielt Sprache? Braucht man DolmetscherInnen?

    Die Beteiligten können mit Leuten, die ihre Muttersprache sprechen, leichter über ihre Sorgen und Nöte, über ihre Bedürfnisse und Erlebnisse reden, Vertrauen baut sich schneller auf. Auch im Konfliktfall kann der Rückgriff auf die Muttersprache von Bedeutung sein. Das gemeinsame Tätigsein und das geteilte Interesse z.B. an den Pflanzen bahnt jedoch auch eigene Kommunikationswege jenseits der Sprache (Zeichnungen, Fotos, Gesten, Übersetzungen per Smartphone). Wichtig ist Geduld bei der Verständigung. Für die Erstinformation, das erste Kennenlernen, ist es von großem Vorteil, wenn ÜbersetzerInnen dabei sind. Die erste Vermittlung, was ein Gemeinschaftsgarten ist (ein oft ganz unbekanntes Konzept, zumal wenn Hochbeete dafür genutzt/gebaut werden) und welche Möglichkeiten er bietet, kann mit Übersetzung mehr Leute erreichen. Das Interesse, im Garten Deutsch zu sprechen und zu lernen, ist oft ausgeprägt. So ist in Interkulturellen Gärten die gemeinsame Sprache in der Regel Deutsch und die Pflanzen werden auf Deutsch beschriftet.

    Der Weg zum Garten

    Viele Gärten, die geflüchtete Menschen erreichen wollen, befinden sich nicht in unmittelbarer Nähe von den Heimen oder gar auf den Geländen der Unterkünfte. Es hat sich bewährt, Interessierte abzuholen. Der Interkulturelle Garten Coburg ist ein Projekt der Diakonie und kann Kleinbusse nutzen. Andere verabreden sich im Heim und laufen oder radeln dann gemeinsam hin. Der Interkulturelle Garten Regenbogenpark in Wolgast ist nur ca. 300 Meter von einer Gemeinschaftsunterkunft entfernt, und zu festen Zeiten sind Leute im Garten. Und doch ist es auch hier sinnvoll, die Leute von der Gemeinschaftsunterkunft abzuholen. Selbständig kommen Flüchtlinge öfters in die Gärten, in denen sie eigene Beete haben.

    Wie wichtig sind feste Zeiten und klare AnsprechpartnerInnen?

    Bei Gärten, in denen Geflüchtete eigene Parzellen bewirtschaften, ist es wichtig, dass zumindest anfangs die Leute, die sie kennen, oder Menschen, die (neue) Flüchtlinge begrüßen, zu festen Zeiten da sind, so dass sie sich nicht verloren fühlen. Wichtig ist, sich zu erkundigen, wann die Neuankömmlinge am besten Zeit haben. Die Internationalen Gärten Dresden beobachten, dass viele Geflüchtete im Garten innere Einkehr und Ruhe suchen und manche absichtlich dann kommen, wenn sie voraussichtlich alleine sind. Beim Bahrenfelder Luthergarten (Hamburg), der gerade aufgebaut wird, sind die Flüchtlinge beim Gartentag dabei. Hier wird gemeinsam gebaut, gegraben, gepflanzt und repariert. Herr Begas, Initiator des Gartens, beobachtet: "Ich erlebe es so, dass die Flüchtlinge unbedingt etwas tun wollen ‒ 'Das ist hier für mich wie Urlaub vom Nichtstun', sagte mir mal einer. Gleichzeitig suchen viele aber auch Kontakt zu anderen. Nicht unbedingt reden (in der Unterkunft muss man sich schon zu Genüge mit anderen auseinandersetzen), sondern einfach zusammen mit anderen aktiv sein ‒ jeder für sich, aber nicht allein".
    Auch bei den Gärten auf den Geländen der Unterkünfte sind feste Zeiten wichtig. Verabredungen und Absprachen werden jedoch nicht immer eingehalten, Zeiten anders verstanden und gelebt. Auch außerhalb von festen Zeiten sollte man den Garten nutzen können.
    Der Interkulturelle Garten in Braunschweig, eine Parzelle in einem Kleingartenverein, ist ein wichtiger Bestandteil eines von vielen Akteuren getragenen Gesundheitsprojekts für Flüchtlinge. Neben der Stadt Braunschweig mit dem Sozialreferat und dem Büro für Migrationsfragen sind z.B. Refugium, Flüchtlingshilfe e.V. und der Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde e.V. beteiligt. Es geht hierbei um die gesundheitliche und soziale Integration von Flüchtlingen. Der Garten ist dreimal pro Woche geöffnet, und es sind u.a. Honorarkräfte mit Migrationshintergrund oder teilweise selber mit Fluchterfahrung, die die Hauptsprachen der Geflüchteten sprechen, anwesend. Mehr zu diesem speziellen Gartenprojekt: http://www.braunschweig.de/leben/soziales/migration/interkultureller_garten.html

    praxisblatt fluechtlinge 4Gemeinsam Pflanzung im Interkulturellen Garten Regenbogenpark (Wolgast)
    Foto: Elke Quandt

    Wie sind Flüchtlinge in die Kommunikation der Gartengruppen eingebunden?

    Selbstverständlich werden auch die Flüchtlinge zu Gartentreffen und Plenumsrunden eingeladen. Manche Menschen kann es aber überfordern oder abschrecken, in basisdemokratische Diskussions- und Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Ein Zitat aus den Internationalen Gärten Dresden zeigt die Schwierigkeiten auf: "Plenum ist sehr anstrengend, auch wenn man schon ganz gut Deutsch kann, Übersetzungen werden häufig von den Adressaten als unangenehm oder peinlich empfunden, im Sinne der vielen Umstände, die man sich ihretwegen macht. Partizipation auf Augenhöhe ist mit das Schwierigste, was wir im Garten zu leisten haben. Es erfordert sehr viel Aufwand, Empathie und Geduld. Und überall lauert die Paternalismusfalle".
    Gute Erfahrungen gibt es mit direkter Kommunikation in Gesprächen zu zweit, zu dritt oder in kleinen Runden direkt im Garten, Telefonaten oder auch schwarzen Brettern, auf denen die wichtigsten Informationen in leicht verständlichem Deutsch und auch mehrsprachig angepinnt werden. Sie können miteinander oder auch zunehmend mittels Übersetzungs-Apps auf Smartphones übersetzt werden.


    Links zu den befragten Gärten (für weitere Informationen)

    Es gibt drei Haupttypen von Gartenprojekten, die Erfahrung mit geflüchteten Menschen haben.
    1. Gärten, die im Kontext von Flucht und Asyl entstanden sind und sich nicht auf dem Gelände von Heimen befinden: Internationale Gärten Göttingen, Internationale Gärten Dresden, Rosenduftgarten in Berlin, Interkultureller Garten Braunschweig, Bunte Gärten am Moseberg in Eisenach.

    2. Gärten, die Parzellen oder Bereiche mit/für geflüchtete Menschen aufgebaut haben: Interkultureller Garten Berlin-Lichtenberg, Unser Bunter Garten (Coburg), Internationaler Garten Walle (Bremen), Interkultureller Garten Regenbogenpark (Wolgast). Der sich gerade im Aufbau befindliche Bahrenfelder Luthergarten in Hamburg lädt die Menschen aus den nahegelegenen Heimen ein, mitzumachen. Manche öffnen den Garten auch als Erholungs- und Begegnungsraum (Querbeet Leipzig, Friedensgarten Osnabrück, Kulturgarten Lüneburg).

    3. Gartenprojekte auf dem Gelände von Unterkünften und Übergangswohnheimen: Interkultureller Garten Riebeckstraße in Leipzig, InGa, Integrativer Garten Geretsried, Offener Garten West aus Leipzig.
    Der Nachbarschaftsgarten des Projektehauses Babelsberg Potsdam ist Teil eines Qualifikationsangebots für Geflüchtete.
    Die Begegnungsoase St. Christoph in Freiburg entstand nach der Befragung.