Bauvorhaben – Verordnungen und Gesetzte



In vielen Interkulturellen Gärten tauchen Fragen auf, ob bzw. wie die Fläche bebaut werden darf und was sonst noch zu beachten ist. Jedes Bauprojekt beginnt mit einer planerischen Vorbereitung, der Grundlagenermittlung. In dieser Phase werden die Rahmenbedingungen für die zukünftige Planung ermittelt. Einen wesentlichen Schwerpunkt bilden dabei die gesetzlichen Bestimmungen.
Alexander Rückl, Autor dieses Praxisblattes und ehemaliger Koordinator des Interkulturellen Gartens in Berlin Altglienicke, fasst die wichtigsten Punkte am Beispiel Berlin zusammen. Die Gesetzeslage kann sich von Ort zu Ort bzw. Bundesland zu Bundesland unterscheiden.
Das Praxisblatt behandelt kurz die gesetzlichen Grundlagen für Bauvorhaben wie Geräteschuppen, Komposttoilette und Lehmofen und zeigt beispielhaft deren Anwendung. Es geht außerdem auf weitere für die Gärten relevante gesetzliche Grundlagen ein wie Pflanzenschutz, Lärmschutz, Verkehrssicherungspflicht, Straßenreinigung und Schneebeseitigung.
Das Praxisblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1. Beschaffung der Planungsunterlagen
Bei den zuständigen Ämtern (Kataster-, Vermessungs-, Planungs- und Bauämtern) werden die benötigten Karten (Lagepläne) angefordert. Lagepläne sollten beinhalten: Grundstücksgrenzen, Bäume, Wege und Baulichkeiten. Sind keine oder nur unvollständige Karten vorhanden, muss das Gelände vermessen und ein Lageplan erstellt bzw. ergänzt werden.
Außerdem müssen Lagepläne von den Versorgungsunternehmen wie. Telekom, Vatenfall, GASAG und der Berliner Wasserbetriebe angefordert werden. Aus Lage und Art der jeweiligen Versorgungsleitungen ergeben sich für die Planung entsprechende Auflagen für die Nutzung der Fläche und für Grabearbeiten. Z. B. müssen Grabearbeiten im Leitungsbereich von Vattenfall drei Tage vor Beginn der Arbeiten gemeldet werden.

2. Gesetzliche Bindungen
2.1 Bebauungsplan (B-Plan)
Der Bebauungsplan wird aus dem Flächennutzungsplan (FNP)  [1], entwickelt und konkretisiert für einen Teilbereich des Gemeindegebietes die im FNP getroffenen Aussagen. Der B-Plan setzt die bauliche Nutzbarkeit der Grundstücke im Plangebiet verbindlich fest. Die rechtliche Grundlage bildet das Baugesetzbuch (BauGB).

Nach § 9 BauGB können in einem Bebauungsplan u.a. festgesetzt werden:
  • Art der baulichen Nutzung
  • überbaubare und nicht überbaubare Flächen
  • Baugrenzen, -linien, -höhen
  • Verkehrsflächen
  • Bindungen für Bepflanzungen (d. h., es müssen vorgegebene Arten gepflanzt werden) sowie der Erhalt von bestimmten Bepflanzungen
Alle getroffenen Festsetzungen sind rechtsverbindlich, müssen also eingehalten werden.

Die Definitionen der möglichen Festsetzungen im B-Plan und die sich daraus ergebenen Möglichkeiten zur Nutzung und Bebauung des Grundstücks sind in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) festgesetzt.

Die Information, ob ein B-Plan für ein Gebiet vorliegt oder nicht, wird bei dem zuständigen Planungsamt eingeholt. Liegt ein B-Plan vor, kann dieser dort eingesehen werden.
Tipp: Am besten macht man einen Termin im Planungsamt und lässt sich beraten.

2.2 Baurecht/Bebauung
Rechtliche Grundlage: Bauordnung für Berlin (BauO Bln), DIN Normen.

Gebäude
Nach § 62 (1) Berliner Bauordnung ist das Errichten von eingeschossigen Gebäuden bis zu einer Brutto-Grundfläche von 10 m² außer im Außenbereich genehmigungsfrei. Als Außenbereich (planungsrechtlicher Begriff) gilt nach § 35 Baugesetzbuch jener Teil eines Gemeindegebietes, für den es keinen qualifizierten Bebauungsplan gibt und der außerhalb der "im Zusammenhang bebauten Ortsteile" liegt.
Planungsrechtliche Auflagen, wie z. B. in Wasserschutzgebieten und die Aussagen im B-Plan müssen entsprechend beachtet werden. Grundsätzlich gilt, dass Gebäude den technischen Anforderungen genügen müssen.

Ist für ein Gebäude ein Baugenehmigungsverfahren nötig (z.B. wenn die Brutto-Grundfläche größer als 10m² werden soll), ist der entsprechende Antrag bei der Bau- und Wohnungsaufsichtsbehörde zu stellen. Die Bauvorlage, also die Pläne für das Bauvorhaben, müssen von einem "bauvorlageberechtigten" Entwurfsverfasser, z. B. einen Architekten, unterschrieben werden.

Befindet sich der Garten in einer Kleingartenanlage im Sinne des Bundeskleingartengesetzes, ist eine Hütte mit einer Grundfläche von max. 24 m² (einschließlich überdachten Freisitz) zulässig.

Zäune und Mauern (Einfriedungen)
Das Errichten von Zäunen oder Mauern, einschließlich Stützmauern, ist bis zu einer Höhe von zwei Metern nach § 62 Berliner Bauordnung genehmigungsfrei.

Müllflächen
Müllflächen dürfen maximal 30 Meter von einem befahrenen Weg entfernt sein. Der Mindestabstand zum Nachbargrundstück muss mindestens zwei Meter, zu Aufenthaltsräumen mind. fünf Meter betragen. (BauOBln § 43).

Feuerwehrzufahrten
Für die meisten Gartenprojekte ist dieser Punkt nicht von Belang, aber es gibt, wie im Interkulturellen Garten Berlin-Mitte, Ausnahmen. Eine Feuerwehrzufahrt ist erforderlich bei
  • Gebäuden, bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anbringen von Feuerwehrleitern vorgesehenen Fenster mehr  als 8 Meter über dem Boden beträgt
  • Gebäuden, die mehr als 50 Meter von einer öffentlichen Verkehrsfläche entfernt sind
Zufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr müssen dann als solche gekennzeichnet und ständig frei gehalten werden. Die Beschaffenheit und Ausmaße sind in der DIN 14090 „Flächen für Feuerwehr auf Grundstücken“ zu entnehmen.
Durchfahrtbreite            min 3,00 m
Durchfahrthöhe             min 3,50 m
Aufstellfläche Breite      min 3,50 m

Weiterhin sind die Vorgaben der DIN 14090 für Abstandsfläche und Bewegungsflächen zu beachten.

2.3 Nutzungsänderung/ Bodenuntersuchung
Aus Vorsorgegründen müssen bei Nutzungsänderung eines Grundstücks zu einer sensiblen Nutzung (Kleingärten, Schulgärten, Liegewiesen) Bodenuntersuchungen auf Schadstoffe durchgeführt werden, wenn die öffentliche Hand mit in der Verantwortung steht (z. B. als Verpächterin des Grundstücks).
Gesetzliche Grundlagen hierfür sind Bodenschutzgesetz, Bodenschutzverordnung sowie Gesundheitsrecht. Ob eine Bodenuntersuchung nötig ist, sollte mit dem zuständigen Amt für Umwelt und Natur geklärt werden. Die gesetzlichen Regelungen sind hier nicht eindeutig und lassen Ermessensspielräume zu.

Baugrund- und Bodenuntersuchungen bieten Firmen an ( Branche Umweltschutz und –untersuchung).
Wer die Kosten trägt, ist im Einzelfall zu entscheiden. Folgende Beispiele wurden von einem Mitarbeiter des Berliner Amtes für Umwelt und Natur genannt:
  • Gehört die Fläche dem Land Berlin, so muss vor Abschluss eines Nutzungsvertrages nach dem Gesetz geklärt werden, ob die Fläche für eine gärtnerische Nutzung geeignet ist. In diesem Fall muss das Land Berlin die Kosten tragen.
  • Eine Vorsorgeuntersuchung wird erst seit dem Inkrafttreten des Bodenschutzgesetzes 1999 gefordert. Tritt erst nach jahrelanger Nutzung der Verdacht auf Belastungen auf, muss im Einzelfall entschieden werden, wer für die Übernahme der Kosten zuständig ist. Grundsätzlich wird erst der Nutzer in die Verantwortung genommen.
  • Die Kosten für eine Untersuchung sind unterschiedlich und hängen von der Anzahl der benötigten Proben sowie der Beschaffenheit des Bodens ab.
2.4 Natur und Umweltschutz
Schutz des Baumbestandes
Wegen ihrer Bedeutung für die Stadtökologie sowie das Landschaftsbild ist der Baumbestand durch die Berliner Baumschutzverordnung (BaumSchVO) geschützt.
Geschützt sind nach der Verordnung alle Laubbäume, die Nadelgehölzart Waldkiefer, die Obstbaumarten Walnuss und Türkischer Baumhasel (alle anderen Obstbäume sind nicht geschützt!) mit einem Stammumfang ab 80 cm 1,30 m über dem Erdboden gemessen. Handelt es sich um einen mehrstämmigen Baum, so ist dieser geschützt, wenn einer der Stämme einen Umfang von min. 50 cm aufweist.

Der Eigentümer bzw. Nutzer ist nach der Verordnung verpflichtet, den geschützten Baumbestand zu pflegen und zu erhalten. Es ist verboten, geschützte Bäume oder Teile von ihnen (z. B. einen Ast) ohne Genehmigung zu beschädigen oder zu beseitigen. Als Beschädigung oder Beeinträchtigung gelten auch u. a. Abgrabungen und Aufschüttungen, Versiegelungen (z. B. mit Beton) oder das Waschen von Maschinen im Wurzelbereich.

Mussten zur Abwendung einer drohenden Gefahr geschützte Bäume oder Teile von ihnen beseitigt werden, ist dies der zuständigen Behörde zu melden und zu begründen.

Fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen bzw. das Entfernen von Totholz oder beschädigten Ästen fallen nicht unter das Verbot. Es können Äste und Zweige bis zu einem Umfang von 15 cm ohne Genehmigung fachgerecht entfernt werden, z.B. um eine Zufahrt freizuhalten oder Verschattung zu verhindern.
Weiterführende Bestimmungen enthält die Baumschutzverordnung.

Naturschutz und Landespflege
Aufgabe des Naturschutzes ist der Erhalt von wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie der Erhalt von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen. Die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landespflege sind im Berliner Naturschutzgesetz (BNatSchGNeuRegG) formuliert.
Aus dem Gesetz ergeben sich für die Suche nach einer geeigneten Gartenfläche folgende Problem- und Handlungsschwerpunkte:
Teile von Natur und Landschaft können nach dem Gesetz zum Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Naturdenkmal oder geschützten Landschaftsbestandteil erklärt werden. Es ist u. a. zu klären, ob sich die Fläche in einem Gebiet mit entsprechendem Schutzstatus befindet und welche Auflagen bestehen.
Informationen darüber gibt es beim zuständigen Amt für Umwelt und Natur oder auf der Internetseite der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter der Rubrik Natur+Grün: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/

Für den allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen ist es nach dem Gesetz u. a. verboten,
  • ohne vernünftigen Grund, Lebensstätten wild lebender Tier- und Pflanzenarten zu beeinträchtigen oder zu zerstören,
  • Bäume, Gebüsch oder ähnlichen Bewuchs in der Fortpflanzungszeit vom 1. März bis 31. August abzuschneiden, zu fällen, zu roden oder auf andere Weise zu beseitigen,
  • Streusalze und andere Auftaumittel auf Grundstücken zu verwenden.
2.5 Nachbarschaftsrecht
Um einen Streit mit den Nachbarn vorzubeugen, sollten die im Berliner Nachbarschaftsgesetz (NachbG Bln) geltenden Abstandsregelungen zu Nachbargrundstücken eingehalten werden.

Grenzabstände Bäume:
Starkwachsende Bäume wie Buche, Linde         Mindestabstand 3,00m
Hochstämmige Obstgehölze                                 Mindestabstand 1,50m
alle anderen Bäume                                               Mindestabstand 1,00m
Hecken über 2 m Höhe                                          Mindestabstand 1,00m
Hecken bis 2 m Höhe                                             Mindestabstand 0,50m

Außerdem enthält das Gesetz u.a. Regelungen zu Einfriedungen (=Zäune) und Bauwerken.

2.6 Wasserschutzgebiete
Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung Berlins werden durch Rechtsverordnungen vom Berliner Senat Wasserschutzgebiete festgelegt. Es können Zonen mit unterschiedlichen Schutzbestimmungen (Auflagen) festgelegt werden.
In den Wasserschutzgebieten können bestimmte Handlungen verboten oder für nur beschränkt zulässig erklärt werden. Unter anderem können sich Auflagen für die Bebauung eines Grundstücks ergeben, so ist der Bau von Komposttoiletten in Berlin nur außerhalb von Wasserschutzgebieten erlaubt.
Weiterhin können die Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Grundstücken zur Duldung bestimmter Maßnahmen verpflichtet werden. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Beobachtung des Gewässers und des Bodens.
Informationen hierüber findet man im Digitalen Umweltatlas Berlin Karte 02.11 Wasserschutzgebiete (Ausgabe 2009) sowie in der Kartenbeschreibung: www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/id211.htm.
Auch die Wasserbehörde der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz sowie die Untere Naturschutzbehörde in den Bezirken informieren auf Anfrage über entsprechende Verbote.

2.7 Denkmalschutz
Der Denkmalschutz hat das Ziel, Denkmale zu schützen, zu erhalten, zu pflegen, wissenschaftlich zu erforschen und den Denkmalgedanken und das Wissen über Denkmale zu verbreiten. Die rechtliche Grundlage ist das Denkmalschutzgesetz Berlin (DSchG Bln).

Nach dem Denkmalschutzgesetz Berlin wird zwischen Baudenkmalen, Denkmalbereichen (Ensembles), Garten- sowie Bodendenkmalen unterschieden.
Der Eigentümer oder Nutzer ist u. a. nach dem Gesetz verpflichtet, ein Denkmal im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten bzw. in Stand zu setzen.
Folgende Maßnahmen bedürfen (beispielhaft) der Genehmigung durch die zuständige Denkmalbehörde: Veränderungen im Erscheinungsbild, Beseitigung eines Denkmals sowie die Veränderung der unmittelbaren Umgebung eines Denkmals.
Denkmale sind in einem öffentlichen Verzeichnis, der Denkmalliste, eingetragen (siehe: Internetseite der Berliner Senatsverwaltung. Hier stehen auch weiterführende Erläuterungen:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmalliste/index.shtml

3. Beispiele
3.1 Geräteschuppen
Nach § 62 Berliner Bauordnung ist das Errichten von eingeschossigen Gebäuden bis zu einer Brutto-Grundfläche von 10 m² genehmigungsfrei. Trotzdem müssen die unter Punkt 2 benannten planungsrechtlichen Bindungen beachtet werden:
  1. B-Plan, siehe Punkt 2.1: Liegt ein B-Plan vor, ist nach den rechtsverbindlichen Festlegungen zu klären, ob und in welcher Größe und an welchem Standort der Bau eines Geräteschuppens zulässig ist. Hierzu empfiehlt es sich, einen Termin im zuständigen Planungsamt zu vereinbaren.
  2. Wasserschutzgebiete, siehe Punkt 2.6.: Klären, ob sich das Grundstück in einer Trinkwasserschutzzone befindet und eventuelle Auflagen bestehen. Dazu kann der Digitale Umweltatlas genutzt oder eine der in Punkt 2.6. benannten Behörden gefragt werden.
  3. Denkmalschutz, siehe 2.7: Klären, ob bestehende Gebäude oder Bereiche Denkmale im Sinne des Denkmalschutzgesetzes sind. Dazu die Denkmalliste von Berlin einsehen. Handelt es sich um ein Denkmal im Sinne des Gesetzes, ist bei der zuständigen Behörde zu klären, ob ein Antrag auf Genehmigung erforderlich ist.[2]
  4. Für die Wahl des richtigen Standortes ist u. a. weiterhin zu beachten , dass der geschützte Baumbestand durch die Baumaßnahme nicht geschädigt oder beeinträchtigt wird, dass Feuerwehrzufahrten frei gehalten und Leitungstrassen nicht überbaut werden,
  5. Abstandsregelungen (§6 BauO Bln): Ergeben sich aus dem Planungsrecht keine gegensätzlichen Vorgaben, kann ein Geräteschuppen an die Grundstücksgrenze gebaut werden, wenn die Rahmenbedingungen §6 (7) erfüllt werden (d.h. die Wandhöhe unter 3 m und die Gesamtlänge des Schuppens je Grundstücksgrenze unter 9 m beträgt).
3.2 Komposttoiletten
Auch für den Bau oder das Aufstellen von Komposttoiletten gelten die unter 3.1. am Beispiel des Geräteschuppens beschriebenen Planungsschritte.
Grundsätzlich ist die Verwendung von Trocken- bzw. Humustoiletten in Berlin außerhalb von Wasserschutzgebieten erlaubt, wenn keine Abwässer in die Umwelt gelangen. Es wird dabei davon ausgegangen, dass im Bereich des Toilettenbehälters eine Vorkompostierung der Fäkalien stattfindet und erst das vorkompostierte Material zur weiteren Nachkompostierung auf dem Kompost gebracht wird. Das direkte Ausbringen der Fäkalien auf dem Kompost bzw. im Bereich des Gartens ist nicht zulässig (Senatsverwaltung für Gesundheit Umwelt und Verbraucherschutz, 2008, Faltblatt Abwasserentsorgung in Kleingärten).

3.3 Lehmofen
Nach § 81 BauO Bln dürfen Feuerstätten erst in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirksschornsteinfegemeister die Anlage abgenommen hat. Lehmöfen fallen nicht darunter.
Werden Lehmöfen nach der gängigen Bauweise erstellt und ist die Brutto-Grundfläche unter 10 m² groß, sind sie genehmigungsfrei. Jedoch sind bei der Planung die Arbeitsschritte, wie sie am Beispiel des Geräteschuppens (siehe 3.1) beschrieben sind, entsprechend abzuarbeiten.
Bei der Wahl des Standortes sollte man unbedingt darauf achten, dass durch den Rauch niemand belästigt wird. Denn ein Nachbar kann klagen, wenn er sich beeinträchtigt fühlt.

4. Weitere wichtige Verordnungen und Gesetze
4.1 Verkehrssicherheit

Ein Grundstücksbesitzer hat dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Grundstück keine Gefahr ausgeht. Er trägt damit die Verkehrssicherungspflicht. Wer die Benutzung eines Grundstücks zulässt, ist verkehrssicherungspflichtig. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Haftungsfragen (unerlaubte Handlungen) in § 823 und folgende.
Im Rahmen des Abschlusses eines Nutzungsvertrages für die Fläche kann die Verkehrssicherungspflicht für die Dauer der Nutzung an den Nutzer übertragen werden. Er übernimmt damit auch die Haftungsansprüche von Dritten. Ist dies der Fall, sollte der Träger eine Haftpflichtversicherung gegen Personen und Sachschäden abschließen.

Beispiel 1: Verkehrssicherheit bei Bäumen
Schäden durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume führen immer wieder zu der Frage, wer für den entstandenen Schaden haftet. Stellt ein Baum eine potentielle Gefahr dar, sollte ein Fachmann oder ein Mitarbeiter des Amtes für Umwelt und Natur einbezogen werden. Klare Regelungen in den Gesetzen, wie die Baumkontrollen durchzuführen sind, gibt es nicht. Die Überwachungspflicht gilt als erfüllt, wenn ein Fachmann in regelmäßigen Zeitabständen die Bäume begutachtet. Die Verkehrssicherungspflicht gilt als erfüllt, wenn Sicherungsmaßnahmen nach den Erfahrungen und Stand der Technik durchgeführt werden.

Beispiel. 2: Spielplätze
Insbesondere bei der Planung, dem Bau und Unterhalt von Spielplätzen und Spielgeräten sollten die Empfehlungen zu den sicherheitstechnischen Anforderungen an Spielgeräten der DIN EN 1176 beachtet werden. Der Aufbau der Geräte sollte nach den Angaben des Herstellers erfolgen.

4.2 Straßenreinigung und Schneebeseitigung
Im Nutzungs- oder Pachtvertrag für die Fläche sollten auch die Verantwortlichkeiten für Straßenreinigung und Schneebeseitigung festgelegt werden.
Rechtliche Grundlage für die Straßenreinigung bildet das Straßenreinigungsgsetz (StrReinG). Hier sind unter anderem die Zeiten für den Winterdienst festgelegt:
Beseitigung der Winterglätte unverzüglich nach Ende des Schneefalls auf Gehwegen in einer Breite von mind. 1 m. „Dauert der Schneefall über 20.00 Uhr hinaus an oder tritt nach dieser Zeit Schneefall oder Glatteisbildung ein, so ist der Winterdienst bis 07.00 Uhr des folgenden Tages, an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen bis 09.00 Uhr durchzuführen“ (§3 (StrReinG).

4.3 Lärmschutz
Aus dem Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin (LImSchG Bln) ergeben sich für den Aufbau und den Betrieb der Interkulturellen Gärten folgende Richtlinien:
In der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr sowie an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist es verboten, Lärm zu verursachen, durch den jemand in seiner Nachtruhe gestört werden kann.
Weiterhin sind Tonwiedergabegeräte (CD-Player, Kassettenrecorder, Radios etc.) und Musikinstrumente in einer Lautstärke zu nutzen, die niemanden erheblich stört.
Öffentliche Veranstaltungen im Freien müssen angemeldet werden, wenn von ihnen störende Geräusche für Dritte zu erwarten sind.

Nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BimSchV) dürfen in u. a. Wohngebieten oder Gebieten die der Erholung dienen, Maschinen und Geräte zu bestimmten Zeiten nicht betrieben werden. Das Gesetz unterteilt die Maschinen und Geräte in zwei Anwendungsbereiche:
  • Anwendungsbereich 1: Geräte und Maschinen, die an Sonn- und Feiertagen ganztägig sowie an Werktagen in der Zeit von 20.00 bis 07.00 Uhr nicht betrieben werden dürfen, sind z. B. Rasenmäher, Rasentrimmer, Motorhacke, Kraftstromerzeuger < 400 kW.
  • Anwendungsbereich 2: Geräte und Maschinen, die an Werktagen auch in der Zeit von 07.00 bis 09.00 Uhr, von 13.00 bis 15.00 Uhr und von 17.00 bis 20.00 Uhr nicht betrieben werden dürfen, sind z. B. Heckenscheren, Fugenschneider, Vertikutierer, Schredder, Betonmischer. Ausnahmen bilden die mit dem gemeinschaftlichen Umweltzeichen der EG gekennzeichneten Maschinen und Geräte. Sie dürfen werktags von 7.00 bis 20.00 Uhr benutzt werden. Das deutsche Umweltzeichen (sog. "blauer Engel") hat keinen Einfluss auf die Betriebszeiten.
4.4 Grundbucheintragungen
Beim Bau- und Wohnungsaufsichtsamt sollte sich der Grundstücksbesitzer oder der Nutzer informieren, ob ein Nutzungsrecht mit entsprechenden Auflagen wie Wege-, Überfahrts- oder Leitungsrechte (für Wasser, Abwasser, elektrischen Strom usw.) für ein Nachbargrundstück besteht.

4.5 Pflanzenschutz
Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
Pflanzenschutzmittel dürfen nur unter Beachtung der Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes und der erlassenen Gesetze und Verordnungen verwendet werden. Sie dürfen keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier, auf das Grundwasser oder den Naturhaushalt haben. Nach dem Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzmittel außerdem nur auf Freiflächen angewendet werden, die einer landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Nutzung unterliegen. Ausgeschlossen ist der unmittelbare Bereich an oberirdischen Gewässern (und Küstengewässern). Weiterhin sind die Verordnungen in Wasser-, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten zu beachten.

Speziell in Berlin dürfen in Haus-, Klein- und Siedlergärten (HuK-Bereich) nur die Mittel angewendet werden, die für diesen Bereich zugelassen sind. Auf der Verpackung muss stehen: "Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig". Sie dürfen nur auf dem Kulturland (z. B. Beeten) angewendet werden. Für Wege, Plätze und Parkplätze (Nichtkulturland) gilt grundsätzlich ein Anwendungsverbot für alle Pflanzenschutzmittel.

Pflanzenkrankheiten
Privatpersonen sind nicht zur Meldung von meldepflichtigen Krankheiten, wie z. B. Feuerbrand verpflichtet. Es wird ihnen aber empfohlen, bei einem Verdacht das Pflanzenschutzamt zu informieren.
Das Pflanzenschutzamt bietet persönliche pflanzenschutzliche Beratung im nichterwerbsmäßigen Bereich (Haus- und Kleingarten) an. In den Sprechzeiten kann man sich anhand von befallenen Pflanzenteilen über Krankheit und mögliche Bekämpfung beraten lassen: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/pflanzenschutzamt/

5. Allgemeine Hinweise zur Grundlagenermittlung , Informationsquellen
Da die meisten Gartenprojekte für eine professionelle Beratung kein Geld haben, kann man versuchen, im Rahmen eines Projektes, Studenten u. a. der Studienrichtungen Architektur oder Landschaftsarchitektur für das Gartenprojekt zu begeistern und für eine Beratung zu gewinnen.

Tipp: Bei der Anforderung der Unterlagen, wie z. B. Lagepläne GASAG, empfiehlt es sich, auf die Gemeinnützigkeit und das öffentliche Interesse des Projektes hinzuweisen und dies mit der Bitte zu verbinden, die sonst üblichen Gebühren erlassen zu bekommen.
Das gleiche gilt auch für eventuelle Bauanträge, da auch hier normalerweise Gebühren anfallen. Wenn ein Projekt im öffentlichen Interesse ist, besteht die Möglichkeit auf ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren (nach § 64 BauO Bln).
[1] Der Flächennutzungsplan (FNP) (vorbereitender Bauleitplan) stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde dar. Er ist das Ergebnis eines grundsätzlichen politischen sowie fachlichen Planungsprozesses einer Gemeinde. Seine Inhalte richten sich nach den Vorschriften des § 5 des Baugesetzbuches“ Aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chennutzungsplan

[2] §11 (2) DSchG Bln: "Einer Genehmigung bedarf ferner die Veränderung der unmittelbaren Umgebung eines Denkmals, wenn dieses sich auf den Zustand oder das Erscheinungsbild des Denkmals auswirkt."

Haltbarmachen und Verabeiten

Die eigene Ernte haltbar zu machen, bringt Spaß und kann eine ressourcen- und energieschonende Praxis sein. Die folgende Sammlung zeigt, dass Lebensmittelhaltbarmachung über Marmeladeeinkochen und Einfrieren hinausgehen kann. Vom Einkochen über das Einlegen bis hin zum Einlagern und Fermentieren findet ihr hier theoretische Hintergründe und praktisches Erfahrungswissen. Damit ihr selbständig passende Methoden entwickeln könnt, bringen wir euch näher, auf welchen grundlegenden Prozessen unterschiedliche Haltbarmachungsmethoden basieren und wie man sie frei kombinieren kann. Ihr seid eingeladen, zu erkunden, was möglich ist und welche Vielfalt euch erwartet.

Webinarreihe: Lebensmittel-Haltbarmachung & Fermentation

Die Reihe findet in drei Teilen statt. In jedem der drei Webinare werden saisonale Produkte und Möglichkeiten, sie haltbar zu machen, betrachtet. Dabei experimentieren wir mit den Wirkweisen verschiedener Methoden, um immer wieder neu sinnvolle Vorgehensweisen kombinieren zu können.

Teil 1

Im Webinar geht Gregor Scholtyssek auf die folgenden Punkte ein:
Einführung: warum Haltbarmachen?
Jahresübersicht saisonaler Produkte
Haltbarmachmethoden, Fokus: Wildkräuter, Beeren
Start eigener Dokumentation

Download der Präsentation hier.



Selbstbauten

Gemeinschaftsgärten sind nicht nur Orte des Gemüseanbaus. Vielmehr sind Gärten auch offene Werkstätten unter freiem Himmel, in denen gebaut, repariert, gekocht, eingemacht und experimentiert wird. Das Praxisblatt stellt erprobte Selbstbauten in den Bereichen Garteninfrastruktur, Mobilität, Kochen/Verarbeiten, Nützlinge und Kreativität vor. Zu allen Selbstbauten stellen wir Informationen zum ungefähren Zeitaufwand, den benötigten handwerklichen Fertigkeiten und Bauanleitungen zur Verfügung. Das Praxisblatt versteht sich als wachsende, offene Praxissammlung: Schickt uns gerne Informationen und Bauanleitungen eurer Bauprojekte.

Kontakt: gudrun.walesch@anstiftung.de

GARTENGERÄTE

Gärtnern mit bloßen Händen ist eine tolle Erfahrung, doch für manche Arbeiten sind auch Gerätschaften notwendig. Hier findet ihr verschiedene Gartengeräte und Werkzeuge zum Selberbauen.

Buddelschaufeln aus Plastikkanistern

buddelschaufeln C (c) Sigrid Ellen MünzbergSchnelle Schaufel: Mit ein paar Handgriffen und gezielt gesetzten Schnitten wird aus Plastikkanistern, Waschmittelflaschen und ähnlichen aussortierten Aufbewahrungsbehältern aus Plastik eine kleine Schaufel. Voraussetzung ist lediglich, dass der Plastikkanister einen Tragegriff hat – denn dieser verwandelt sich in den Schaufelgriff. Als Bastelaktion genau richtig für eine Kinderstunde im Garten.


• Zeitaufwand: wenige Minuten pro Schaufel
• Fertigkeiten: Plastik schneiden
Fotodokumentation

Fahrradbetriebener Gartenhäcksler

haecksler(c) KanTeFür viele Gemeinschaftsgärten ist Kompostierung zentral, um Gartenabfälle zu verwerten und lokale Stoffkreisläufe zu realisieren. Für eine optimierte Kompostierung sollte die zu verwertende Biomasse (z.B. Erntereste, Gras, Strauchschnitt) zunächst zerkleinert werden. So wird der Ab- und Umbau der Biomasse beschleunigt. Zum Zerhäckseln kommen oft Gartenscheren, Macheten, Benzin- oder Elektrohäcksler zum Einsatz. Doch es gibt auch eine stromlose, geruchsfreie Alternative, mit der größere Mengen weicher Biomasse in überschaubarer Zeit zerkleinert werden können und die selbst gebaut werden kann: ein LowTech-Gartenhäcksler mit Fahrradantrieb.

• Zeitaufwand: folgt
• Fertigkeiten: Metallbearbeitung
Webinar-Mitschnitt: Der 2016 vom Kollektiv für angepasste Technik (KanTe), der Hilfsorganisation Cadus und der offenen Metall-Werkstatt Linienhof gebaute Prototyp wird im Webinar vorgestellt.
Webinar-Präsentation

Radhacke

Radhacke C Timothee Ühlinger(c) Timothee ÜhlingerGartenarbeiten ohne Bücken (sofern man ebenerdig und nicht im Hochbeet gärtnert) ermöglicht eine Radhacke. So etwas gibt’s im Baumarkt für teures Geld, kann aber auch selbst aus einem alten Herrenfahrrad gebaut werden. Die folgende Anleitung verlangt keine Schweißkenntnisse. Verschiedene Gartengeräte können an die Radkonstruktion montiert werden und sorgen so für eine vielseitige Nutzung.

• Fertigkeiten: Umgang mit einem Winkelschleifer
Bebilderte Bauanleitung

Trommelsieb

trommelsieb(c) Transition Town Bielefeld Mit dem Trommelsieb wird der Kompost im Garten ohne Kraftstoff oder Strom gesiebt. Grobe, schwach zersetzte Pflanzenteile werden ausgesiebt und kommen erneut auf den Komposthaufen zur weiteren Verrottung. Gleichzeitig dient die grobe Fraktion als Kompost-Starter für neues Pflanzenmaterial, das unzersetzt auf den Komposthaufen kommt. Die feinen Kompost-Teilchen, die durch das Sieb fallen, landen beim Drehen des Trommelsiebes gleich in der Schubkarre. Ohne weiteres Schaufeln kann die feine Siebfraktion portionsweise zu den vorgesehenen Stellen im Garten transportiert und dort abgekippt werden. Im Vergleich zum Durchwurfsieb ist das Trommelsieb effektiver, schneller und weniger anstrengend. Bis auf das Siebgeflecht kann das Gerät ausschließlich aus recyceltem Material gebaut werden.

• Zeitaufwand: 2 Stunden Bauzeit + Vorbereitungszeit
• Fertigkeiten: messen, sägen, bohren, schrauben, Draht schneiden
Anleitung
Video: Funktion und Anwendung eines Trommelsiebes



Garteninfrastruktur

So unterschiedlich Gemeinschaftsgärten sind, so verschieden sind auch die Bedürfnisse an die dortige Infrastruktur. Selber bauen schafft individuelle Lösungen, vorhandene Materialien können optimal genutzt und umgestaltet werden. Im Folgenden sind Anleitungen für Beete und andere Pflanzmöglichkeiten zusammengestellt. Alle Bauten können natürlich auch nach eigenen Vorstellungen umgestaltet werden – es lebe die Improvisation!

Bewässerungssystem für Tomaten

tomatendach(c) Patrick Hercegfi Das Dach aus Paletten schützt Tomatenpflanzen vor Regen und damit vor Kraut- und Braunfäule, gleichzeitig sorgt das integrierte Bewässerungssystem für optimale Wasserversorgung der Pflanzen. Das Regenwasser wird aufgefangen und automatisch nach Bedarf auf die Wurzeln verteilt, so dass sich auch an heißen Tagen das Gießkannenschleppen erübrigt.

• Zeitaufwand:2-3 Bautage - bei Verwendung von Pfosten aus de Baumarkt weniger. Für das Anschließen vom Bewässerungssystem 2 - 3 Stunden mit zwei Personen.
• Fertigkeiten: planen, messen, mit Brechstange Paletten zerlegen, hämmern, bohren, schrauben
Anleitung von Transition Town Freiburg


Brunnen bohren

Brunnen bohren C Tassew Shimeles(c) Tassew ShimelesPflanzen brauchen Wasser und weil nicht immer der Regen ausreicht, ist Gießen angesagt. Falls es nicht genug Dachflächen zur Ernte von Regenwasser gibt, vor Ort kein Wasseranschluss verlegt ist oder in der Nachbarschaft angezapft werden kann und es auch keinen nahen Hydranten gibt, bedarf es anderer Lösungen. Bei nicht zu tiefem Grundwasserpegel (max. 7 bis 8m, Sand/Kies im Untergrund – Pegel kann über die Kommunalverwaltung in Erfahrung gebracht werden) kann ein eigener Brunnen in Form eines Ramm- oder Schlagbrunnens gebaut werden.

• Zeitaufwand: 1 Tag – abhängig von Bohrtiefe (Bohrzeit 1-2 Meter pro Stunde, je nach Bodenbeschaffenheit)
• Fertigkeiten: Bodenbeschaffenheit in Erfahrung bringen, Umgang mit Elektroramme oder Bohrgerät, Installation von Rohren und Pumpe
Anleitung Rammbrunnen
Informationen und Hilfestellung online im Brunnenbau-Forum
Grundwasserstand Online-Verzeichnis
Praxiswissen Wasser

DIY-Gartenbank von Bike-Kitchen

DIY Bank C (c) bikekitchenWeil Gärten nicht nur Arbeits-, sondern auch Austausch- und Aufenthaltsorte sind, dürfen Sitzgelegenheiten nicht fehlen. Aus einem kaputten Klappstuhl, stabilen Brettern und Holzresten entsteht schnell eine Gartenbank mit Lehne, die auf Grund des geringen Gewichtes auch gut im Garten von Ort zu Ort getragen werden kann. Oder man baut gleich mehrere Modelle...

• Zeitaufwand: etwa 2 Stunden
• Fertigkeiten: bohren, sägen
Fotodokumentation

Hochbeete

Hochbeet C Gudrun Walesch(c) Gudrun WaleschKein Garten ohne Beet und in Form des Hochbeetes gewissermaßen der Klassiker in (urbanen) Gemeinschaftsgärten – Hochbeete prägen das Bild der Gartenprojekte wie kaum etwas anderes. Die Vorteile liegen darin, dass nicht in belasteter Erde gepflanzt werden muss und dass diese Beete nahezu überall, also auch auf versiegelten Flächen, errichtet werden können. Zudem sind Hochbeeten zum Gärtnern auch besonders für Menschen geeignet, die sich nicht gut bücken können. Für RollstuhlfahrerInnen können unterfahrbare Tischbeete gebaut werden.
Hochbeete sind in unterschiedlichen Größen, Formaten und Materialien herstellbar – wobei sich Höhen zwischen 40 und 80 cm bewährt haben. Zu breit sollten die Hochbeete nicht sein, damit alle Stellen auf dem Beet vom Rand aus gut zum Arbeiten erreichbar sind. Die Beete können komplett neu konstruiert und gebaut werden oder man nutzt bestehende Versatzstücke wie Europaletten samt Aufsetzrahmen.

• Zeitaufwand: abhängig von Größe, Anzahl und Material – der Bau dauert einen halben bis ganzen Tag, je nach Größe des Beetes. Die Variante aus Paletten und Aufsetzrahmen ist schneller fertig.
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben
Praxiswissen Hochbeet, Hügelbeet, Tischbeet
Schnell gebautes Hochbeet aus Europalette mit Aufsetzrahmen
Pflanzkiste aus zwei Europaletten – Videoanleitung
Schrittweise Anleitung zum Bau eines Hochbeetes
Bauanleitung mit Maßen und Bildern für schlichtes Hochbeet
Beetboxen – Bauskizzen für verschiedene Konstruktionen auf Paletten


Hochbeet, selbstbewässernd

Selbstbewässerndes Hochbeet C Julia Beck(c) Julia BeckEin Beet, das sich selbst bewässert – sozusagen die Fortgeschrittenen-Variante des klassischen Hochbeetes. In einem Reservoir unter der Erdschicht wird Wasser gespeichert, das sich die Erde langsam von unten anzieht. Gebaut wird es zunächst wie ein normales Hochbeet (s.o.), dann jedoch mit (Teich-)Folie ausgekleidet, einem Rohrsystem versehen und unten mit einer wasserdurchlässigen Kiesschicht befüllt. Wichtig ist, ein selbstbewässerndes Beet beim Aufstellen mit der Wasserwaage waagerecht auszurichten, damit die Bewässerung gleichmäßig ablaufen kann. Unter dem Schlagwort „wicking garden bed“ finden sich weitere Anleitungen und Tutorials.

• Zeitaufwand: s. Hochbeete
• Fertigkeiten: s. Hochbeete
Ausführliche Informationen, Materialliste und Anleitung (engl.)
Video-Anleitung (engl.)
Video-Anleitung (engl.)
Fotodokumentation aus dem Gemeinschaftsgarten Lindenhof/Mannheim
Anleitung aus dem Buch "Wissen wuchern lassen. Ein Handbuch zum Lernen in urbanen Gärten" von Severin Halder et al.

Kräuterspirale

Kräuterspirale C Gudrun Walesch(c) Gudrun WaleschKräuterkosmos auf wenigen Quadratmetern: Durch den besonderen Aufbau mit verschiedenen Erdschichten und abnehmender Höhe können in Kräuterspiralen Kräuter unterschiedlicher Klima- und Vegetationszonen auf kleinem Raum kultiviert werden. Die Spiralform wird zunächst mit Steinen angelegt und anschließend mit Erde aufgeschüttet und bepflanzt.


• Zeitaufwand: 2-5 Tage, je nach Größe, Material und MithelferInnen
• Fertigkeiten: Planung von Ort und Material, Steine schichten
Praxiswissen Kräuterspiralen
Anleitung 1
Anleitung 2
Anleitung 3

Seilpumpe

seilpumpe c KanTe Kollektiv für angepasste Technik(c) KanTe - Kollektiv für angepasste Technik Brunnen gebohrt – und wie kommt nun das Wasser nach oben? Eine Seilpumpe (engl. rope pump) dient der Wasserbeförderung in vertikaler Richtung, mit ihrer Hilfe kann im Handbetrieb eine Förderhöhe von einigen Metern überwunden werden. Eine solche Pumpe kann einfach und aus größtenteils recycelten Materialien gebaut werden und ist daher im Vergleich zu herkömmlichen Pumpen sehr preiswert. Wer Hilfe beim Pumpenbau sucht, kann sich an das Kollektiv für angepasste Technik (KanTe) wenden.

• Zeitaufwand: 2-3 Tage
• Fertigkeiten: sägen, bohren
Anleitung und Kontakt Workshop


 


Tröpfchenbewässerung

troepfchenbewaesserung(c) Wissen wuchern lassenDie Tröpfchenbewässerung ist eine Bewässerungstechnik, mit der durch ein verzweigtes Schlauch- bzw. Rohrsystem geringe Wassermengen in definierter Zeit direkt an die Pflanzen gebracht werden. Sie bietet mehrere Vorteile: Der Verdunstungsverlust wird minimiert. Da das Laub nicht benetzt wird, werden Pilzerkrankungen minimiert. Auch Nährstoffe können direkt über das System verabreicht werden. Und sie ist bequem, da das Wasser direkt zu den Pflanzen transportiert wird.


• Zeitaufwand: 1 Tag (mit 4 Personen)
• Fertigkeiten: Erfahrung mit der Installation solcher Bewässerungssysteme hilfreich, aber nicht zwingen nötig.
Anleitung aus dem Buch "Wissen wuchern lassen. Ein Handbuch zum Lernen in urbanen Gärten" von Severin Halder et al."

 

Mobilität

Für Transporte vom, im oder zum Garten können Lastenräder oder Lastenradanhänger äußerst nützlich sein. Zum Bauen von Lastenrädern oder Anhängern sind häufig Kenntnisse im Schweißen erforderlich – oder einE befreundeteR SchlosserIn, die/der helfen kann. Das benötigte Werkzeug muss nicht unbedingt selbst angeschafft, sondern kann gegebenenfalls auch in Offenen Werkstätten genutzt werden. Zur Übersichtskarte Offener Werkstätten geht‘s hier.
Verschiedene Anleitungen für Anhänger, Front-, Heck- und Mittellader sind auf www.werkstatt-lastenrad.de zu finden – hier folgen einige ausführlich dokumentierte Anleitungen zum Nachbauen.

Eine Hilfestellung für Radbauprojekte ist die im Aufbau befindliche haptische Bibliothek – zusätzlich zu den digitalen Anleitungen kann eine Musterkiste ausgeliehen werden, die alle benötigten Rahmenteile, Halbzeug-Teile, Spezialschrauben etc. enthält. Alle Einzelteile sind beschriftet und mittels einer beigefügten Kärtchensammlung samt QR-Codes direkt mit den entsprechenden Stellen der digitalen Bauanleitung verlinkt. Achtung: Die haptische Bibliothek bietet keinen Fertigbausatz, sondern dient als Unterstützung für das eigene Bauprojekt!
Informationen und Ausleihe: Christophe Vaillant, info@werkstatt-lastenrad.de

Über die Plattform Velogistics können Lastenräder und -anhänger auch weiteren NutzerInnen aus der Nachbarschaft zugänglich gemacht werden – und wenn man kein Gartenlastenrad hat, kann man sich hier kundig machen, wo es eins zum Leihen gibt.

Wer Interesse daran hat, für den eigenen Gemeinschaftsgarten und die Nachbarschaft ein Lastenrad zu bauen, kann sich an Tom Hansing wenden: tom.hansing@anstiftung.de

Bike Bench

BikeBenchBsp(c) Thomas Viebach Ein hilfreiches Tool zum Bauen eigener Lastenradkonstruktionen ist eine BikeBench (oder auch: Fahrradlehre). Sie dient dazu, die Fahrradeinzelteile in den richtigen (gewünschten) Abständen und Höhen zueinander stabil zu fixieren, um so die Rahmenkonstruktion zu testen und bequemer zu verschweißen. Die Werkstücke werden mittels Schrauben und Gewinden auf verschiebbaren Führungsstangen befestigt. So ist sichergestellt, dass Vorder- und Hinterrad einer Konstruktion beispielsweise auch wirklich fluchten. Ganz wichtig ist es dafür, dass präzise rechtwinklig gesägt, gebohrt und geschweißt wird.

• Zeitaufwand: halber bis ganzer Tag
• Fertigkeiten: schweißen, sägen, bohren
Informationen und Bauanleitung

Carla Cargo - Lastenanhänger

CarlaCargobsp(c) werkstatt-lastenrad.de Bereits erprobt zur Auslieferung von Ernteanteilen oder in modifizierter Version als Werkstattanhänger Repair Carl: Carla Cargo ist ein fast drei Meter langer Lastenanhänger für Fahrräder, mit dem Lasten bis zu 150 kg transportiert werden können. Das Format der Ladefläche ist speziell für Euronormboxen bzw. NAPF-Kisten ausgelegt, so dass sie stabil gestapelt und transportiert werden können. Die Anleitung umfasst auch eine optionale Motorisierung des Anhängers.

• Zeitaufwand: mindestens eine Woche
• Kenntnisse: schweißen, schleifen, sägen, bohren
Carla Cargo Website
Informationen und Bauanleitung

Long André – Frontladerad

Long André cwerkstatt lastenrad.de(c) werkstatt-lastenrad.deDieses Rad mit Frontladefläche gehört zum Typ „Long John“ und eignet sich für verschiedene Transportfahrten. Gebaut wird es aus einem zerteilten Mountainbikerahmen, der vorne um die Ladekonstruktion verlängert wird. Die Ladefläche kann flach und rahmenlos konstruiert werden, mit einem Metallrahmen versehen sein oder auch eine geräumige Ladebox aus Holz bekommen.


• Zeitaufwand: ca. 12 Wochen, bei 6 Werkstunden/Woche
• Fertigkeiten: schweißen, schleifen, bohren
Information und Bauanleitung
Haptische Bibliothek Long André

 

KOCHEN / VERARBEITUNG / Haltbarmachen

In vielen Gemeinschaftsgärten sind das gemeinsame Kochen, Backen, Grillen, Haltbarmachen und Essen der Ernte Highlights. Rezepte werden ausgetauscht und ausprobiert, Erfahrungen zusammen gemacht und Gemeinschaft erlebt. Fast alle Gärten haben einen Grill, immer öfter finden sich Öfen oder auch holzbefeuerbare Herde. Die folgenden Projekte können zum Teil auch als mobile Bauten realisiert werden.

Mikrovergaser

Mikrovergaser C Tassew Shimeles(c) Tassew ShimelesKochen auf Konservendosen: Der Mikrovergaser kann unkompliziert aus alten Blechdosen gebaut werden. Er eignet sich zum energieeffizienten Kochen und produziert gleichzeitig Holzkohle. Er besteht aus zwei ineinander geschobenen Dosen; durch die spezielle Konstruktion brennt der Vergaser rauchfrei und mit ruhiger Flamme. (Achtung: Der Mikrovergaser ist nur zur Verwendung im Freien geeignet!)

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: Blech und Draht schneiden (Arbeitshandschuhe verwenden!)
Anleitung
• In größerem Format, aber ebenfalls aus alten Blechmaterialien zu bauen, ist ein Raketenofen: Anleitung

Ofen bauen

ofenbauen c Gudrun Walesch(c) Gudrun Walesch Eine größere Aufgabe ist der Bau eines Lehm- bzw. Brotbackofens. Einige Gärten haben solche Öfen bereits errichtet und in Nutzung. Sinnvoll ist, sich im Vorfeld bei Gärten zu informieren, die schon einen Ofen gebaut haben oder sich mit einer Fachkraft für Ofenbau auszutauschen, um sich umfassend zu Größe, Bauart und -materialien sowie den richtigen Standort im Garten beraten zu lassen. Durch ihre Konstruktion ist mit Lehmöfen bei einmaligem Heizen das Backen unterschiedlichster Gebäcke möglich – von Pizzen und Fladen über Brot zu Kuchen.

• Zeitaufwand: Ca. 2-3 Wochen. Abhängig von Anzahl und Zeit der MitbauerInnen, der Art und Größe des Ofens, den Materialien und auch der Witterung. (Der Lehm muss gut trocknen.)
• Fertigkeiten: Fundament betonieren, sägen, mauern. Grundvoraussetzung ist handwerkliche Freude und Grundkompetenz bei den Mitbauenden, um ein langlebiges und stabiles Bauergebnis zu erhalten.
• Umfassende Informationen, Anleitungen, Literaturtipps und Rezepte unter www.derlehmbackofen.de
Kleiner Raketenofen aus Mauerwerk
Bauanleitung für ein Brotbackhaus 
Anleitung Kleiner Lehmofen
Allgemeine Informationen zum Bau und Betrieb von Öfen
Videoanleitung zum richtigen Anheizen

Saftpresse

Saftpresse C Falk Messerschmidt(c) Falk Messerschmidt Saft selbermachen – mit einer selbstgebauten Saftpresse. Die Presse ist einfach und in kurzer Zeit zerleg- und wieder montierbar (Bauteile sind nur durch Steckbolzen verbunden), in Einzelteilen in einem Kleinwagen zu transportieren und so an verschiedenen Orten einsetzbar. Pro Füllung können ca. 100 kg Maische gepresst werden, was etwa 70 Liter Saft ergibt. In der Stunde sind zwei oder drei Pressgänge zu schaffen.


• Zeitaufwand: ca. 3 Tage mit 2 Personen in normal ausgestatteter Schlosserei
• Fertigkeiten: Stahl sägen, bohren, Blech schneiden, schweißen, feilen
Anleitung auf saftstrasse.de

Solardörrer

Solardörrerer c Jörg Brehme 2(c) Jörg Brehme Obst, Gemüse und Kräuter trocknet der Solardörrer mit bloßer Sonnenenergie. Er besteht aus dem Grundrahmen, in dem die Sonneneinstrahlung Wärme produziert, aus einem trichterförmigen Aufsatz und den Dörreinsätzen. Schon an warmen Frühlingstagen kann gedörrt werden; Obst in feinen Scheiben ist bereits nach einem sonnigen Dörrtag fertig. Der Dörrer sollte während des Dörrvorgangs immer wieder nach dem Sonnenstand ausgerichtet werden.

• Zeitaufwand: ca. 3 Stunden
• Fertigkeiten: sägen, schrauben

Anleitung für einen Solardörrer aus Holz (Autor: Jörg Brehme)
Anleitung für einen Dörrer aus Pappe und Recyclingmaterialien
• Open Source Ecology Anleitung


Solarkocher

Solarkocher Pappe c Himmelbeet(c) HimmelbeetKochen im Papierofen? Keine Sorge – Papier brennt erst bei über 200°C, dieser Solarofen mit Pappkorpus schafft Temperaturen, die etwas über 120°C liegen. Die schwarz bemalten Innenwände des Ofens absorbieren Licht und wandeln es in Wärmeenergie um. Gebaut ist dieser Solarofen relativ schnell, fürs Garen der Speisen muss dann etwas mehr Zeit eingeplant werden.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: messen, schneiden, kleben, malen
Anleitung

Trichterkocher

Trichterkocher C Michael Bonke(c) Michael Bonke Ein Trichterkocher aus Pappkarton und Rettungsdecke eignet sich toll für einen Workshop mit Kindern im Garten – zuerst werden gemeinsam die Kocher gebastelt, anschließend kann direkt danach mit Hilfe der Sonne gegrillt oder Essen zubereitet werden. Ganz wichtig: Sonnenbrillen beim Nutzen des Kochers nicht vergessen!


• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: messen, falzen, kleben
Anleitung
Ausführliche Anleitung zu Bau und Nutzung (englisch)


 

NÜTZLINGE

Gärten sind nicht nur Revier für säende, jätende und erntende Zweibeiner, sondern auch riesige Wohngemeinschaften für Mehrbeiner und Vielfüßler. Um ihnen den Aufenthalt im Garten angenehm zu machen und sie vom Bleiben zu überzeugen, können Insekten und anderen Nützlingen Unterschlupfmöglichkeiten der Marke Eigenbau angeboten werden.

Fledermauskasten

Forsthaus Eduardspring 2014 006(c) Sebastian Wallroth Normalerweise nisten einige Fledermausarten in Baumhöhlen, doch gerade immer mehr alte, höhlenreiche Bäume werden aus Baumbeständen entfernt. Die Fledermäuse verlieren ihre Wohnstatt. Eine Alternative für die Tiere sind Fledermauskästen, die an Bäumen, Hauswänden oder geschützt in offenen Gebäuden angebracht werden können. Sie sind unkompliziert aus unbehandeltem Holz herzustellen.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden + Trocknungszeit Leim
• Fertigkeiten: bohren, schrauben, sägen
Anleitung

Florfliegenkasten

Florfliegenkasten c Gudrun Walesch 2(c) Gudrun Walesch Die Larven der zarten, hellgrünen Florfliegen sind gute Schädlingsvernichter und fressen Blattläuse und ähnlich unbeliebte Gartenbewohner. Die Florfliegen legen ihre Eier auf Blättern und Pflanzen ab, die von Läusen befallen sind. Die ausgewachsenen Fliegen schätzen einen schlichten, mit Stroh befüllten Nistkasten aus Holzbrettern. Rot angestrichen lockt er die Florfliegen besonders gut an.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden, ggf. Trocknungszeit Farbe
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben
Anleitung

Futterstation für Vögel

futterstation(c) Carlsgarten Mit wenigen Handgriffen entsteht eine Vogelfutterstation aus einem ausgetrunkenen Tetrapack. Am besten eignen sich Milch- oder Saftkartons mit quadratischer Grundfläche und Schraubverschluss - darüber kann dann später leicht das Futter ein- und aufgefüllt werden.

• Zeitaufwand: 10-15 Minuten
• Fertigkeiten: schneiden, falten
Anleitung

Insektenhotels

Insektenhotel C GudrunWalesch(c) Gudrun Walesch Ein Nützlingshaus bietet Unterschlupf für viele Insektenarten – wie ein Hotel mit unterschiedlichen Zimmern. Aus (alten) Brettern wird ein hausförmiger Korpus gezimmert, der mit verschiedenen Materialien befüllt wird, in denen sich unterschiedliche Insekten wohlfühlen. Noch schneller gebaut sind Ohrwurmtöpfe aus mit Stroh gefüllten Blumentöpfen oder ein Bienenhotel aus Ton oder Holz – benötigt werden lediglich Ton und Grundkenntnisse im Töpfern, alternativ gut trockenes Hartholz und eine Bohrmaschine mit verschiedenen Bohraufsätzen.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden, je nach Art der Behausung
• Fertigkeiten: sägen, bohren, töpfern,...
Anleitung für verschiedene Nützlingbehausungen
Anleitung Bienenstein
Anleitung Bienenhotel aus Holz

Wurmfarm

wurmfarm(c) Hartmut Wagner, WandelGarten Freiburg-VaubanUnter einer Wurmfarm versteht man einen Behälter, in dem Kompostwürmer zusammen mit anderen Bodenlebewesen (Mikroorganismen, Asseln, Milben, Pilze, Springschwänze u.a.) fruchtbaren Wurmkompost (Wurmhumus, Wurmdünger) erzeugen. Kleine Wurmfarmen (Wurmkisten, Wurm-Cafés) können auch auf dem Balkon oder der Terrasse eingerichtet werden. Hier wird beschrieben, wie man in einem urbanen Garten eine horizontale „Wurmwanderfarm“ mit wenig Kosten anlegt. Der Wurmkompost hat eine dauerhafte Krümelstruktur und ist ideal für die Bodenverbesserung.

• Zeitaufwand: 0,5 - 1 Tag, abhängig von Größe und Anzahl der Kammern
• Fertigkeiten: sägen, schrauben, bohren
Anleitung

 

KREATIVITÄT

Über das Gärtnern, Kochen und Mobilmachen hinaus können noch weitere Bauprojekte in Gärten realisiert werden. Sei es zur Möblierung, zum Materialrecycling oder zum kreativen Arbeiten in Workshops und mehr.

Siebdruckgerät

Siebdruckrahmen C VOW(c) www.offene-werkstaetten.org Textilien aller Art mit eigenen Motiven bedrucken, Workshops für die Nachbarschaft anbieten, Gartenshirts, Plakate, Karten selbermachen – und nicht immer nur im Kartoffeldruck-Verfahren: Mit dem mobilen Siebdruckrahmen kann im klassischen Siebbeschichtungsverfahren oder mit flexiblen Schnittschablonen aus stabiler Pappe gedruckt werden. Das Druckgerät ist auch aus recyceltem Holz zu bauen, besonders geeignet sind Massivholz, Tischlerplatte oder MDF. Die Größe des Druckrahmens ist so gewählt, dass Motive bis DinA4 damit gedruckt werden können.

• Zeitaufwand: 1-2 Stunden
• Fertigkeiten: sägen, bohren, schrauben, leimen, tackern
Anleitung mit Text, Bildern, Video und CAD-Zeichnung

DIVERSES

Bambus Dome

kupola14(c) Ben Walter/Jaffe/KupolaObskura 2016 Statt einer Gartenlaube: Aus Bambus besteht die Konstruktion dieses leicht zu transportierenden und flexibel aufbaubaren Kuppeldoms. Bambusstangen formen die Fünf- und Sechsecke, aus denen die mobile Architektur aufgebaut wird. Die benötigten Werkzeuge sind in jeder normal ausgestatteten Werkstatt zu finden und es gibt keine Klebe- oder Schweißverbindungen.

• Zeitaufwand: ca. 4 Wochen, inkl. Anbringen der Plane/Außenhaut
• Fertigkeiten: Holz- und Metallbaukenntnisse; sorgfältiges und genaues Arbeiten ist wichtig, damit alle Teile am Ende passgenau sitzen
Anleitung

 

Biomeiler

Biomeiler C Armin Schmid(c) Armin Schmid Der Biomeiler ist quasi ein Riesenkomposthaufen zur Energiegewinnung: Auf einer Grundfläche mit 5 m² Durchmesser schichtet man rund zwei Meter hoch Grünschnitt und Holzhäcksel auf und durchwässert alles währenddessen. Im Innern des Haufens beginnen mikrobielle Prozesse, die Wärme produzieren und den im Meiler mitverlegten Wasserschlauch samt Wasser erhitzen. Der Biomeiler bei Ab geht die Lucie in Bremen beheizt so vor Ort einen Baucontainer, in dem die Gartenbibliothek untergebracht ist.

• Zeitaufwand: bei Aufschütten mit Schubkarren 5 Tage mit 5 HelferInnen
• Fertigkeiten: Geschick und Ausdauer
Anleitung
Blog "Der heiße Haufen"



Stromloser Kühlschrank

kuehlschrankstromlos(c) KEBAP Garten Kühlen ohne Strom: Hier verdunstet Wasser und hilft so, einen Kühlschrank ohne Elektrizität zu betreiben. Deswegen sind für den Bau auch handwerkliche, aber keine elektrotechnischen Fähigkeiten nötig: Die Seiten eines quaderförmigen Holzgestells werden doppelt mit feinmaschigem Draht verkleidet, die dann mit Holzkohle oder Tongranulat gefüllt werden. Damit der Kühlschrank auch ordentlich kühlt, ist regelmäßiges Bewässern der wasseraufnehmenden Wände nötig. Am besten wird der Kühlschrank an einem schattigen Ort mit Luftzirkulation platziert. So sind Kühltemperaturen von 8-12°C unter der Umgebungstemperatur möglich.

• Zeitaufwand: 2-3 Stunden mit mindestens zwei Personen
• Fertigkeiten: einfache Holzarbeitskenntnisse
Anleitung

 

GARTENPROJEKTE MIT WERKSTATT


Berlin: himmelbeet

himmelbeetRaum: Mobile Werkstatt unter freiem Himmel bzw. unter dem Pavillon im himmelbeet.
Größe: Variabel, da mobil. 10 Personen können gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung:
Zugang: Die Werkstatt ist nach Absprache für Einrichtungen der Behindertenhilfe nutzbar. Derzeit wöchentlicher Termin Donnerstags, 11 bis 13 Uhr.
Betreuung: Mindestens eine Person des himmelbeets schlägt Bauprojekte vor, leitet an und organisiert Material. Betreuer der Einrichtungen unterstützen die Mitwirkenden.
Finanzierung: Das Werkstattangebot ist Teil eines von "Aktion Mensch" geförderten Inklusionsprojekts.
Lagermöglichkeiten: Vorhanden für Holz und Werkzeug
Realisierte Bauprojekte: Stühle, Bänke, Pizzabretter, Kühlschrankmagnete, Hochbeete, Kräuterschnecke
Weitere Informationen: Website
Kontakt: Website


Berlin: Prinzessinnengärten

prinzessinnengarten In den Prinzessinnengärten ist eine offene Fahrradwerkstatt angesiedelt und es gibt eine Holzwerkstatt vor Ort. Die Materialmafia bietet zudem Workshops vor Ort an.

Offene Fahrradwerkstatt:

Raum: Der Radcontainer ist ein umgebauter ausrangierter Kühlcontainer, in dem eine Werkbank, mehrere komplette Werkzeugkisten, zwei Schweißgeräte und etliches anderes Material ihren Platz gefunden haben.
Größe: 2,50 x 6 m, im Sommer können etwa 10 Personen vor Ort arbeiten.
Ausstattung: Drei komplette Werkzeugboxen für die offenen Tage, Werkzeugbank mit Schraubstock, Spezialwerkzeuge für Fahrradbau, zwei Schweissgeräte MIG/MAG, Flex, Feilen, Schraubensammlung, Teilesammlung im Außenlager, Fahrradbox aus alten Paletten.
Zugang: Offene Werkstatt immer mittwochs,16:00 - 19:00 Uhr
Betreuung: Ja.
Finanzierung: Spende.
Lagermöglichkeiten: Kaum.
Realisierte Bauprojekte: Fahrradreparatur, Lastenradbau, Entwicklung und Bau von Solarmobilen.
Weitere Informationen: Tausch und Spende
Kontakt: Hans Boës, T: 0152/31768876


Frankfurt: Frankfurter Garten

frankfurter garten
Raum: Seecontainer zum Lagern des Werkzeugs. Gebaut wird draußen auf dem regensicheren Vorplatz des Containers.
Größe: 2,50m x 8,00 m. Vorplatz von doppelter Größe. Bis zu 20 Personen können gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung: Kreissäge, Stichsäge, Cutsäge, Hobel, Hämmer, anderes kleines Holzhandwerkzeug, Holz, Schrauben, anderes Verbrauchsmaterial
Zugang: Wer etwas bauen will, macht einen Termin aus.
Betreuung: Ja.
Finanzierung: Die Nutzung kostet Privatpersonen nichts, Spenden sind willkommen. Für Firmen gibt es kostenpflichtige Teamevents, die auch die Werkstattnutzung beinhalten können.  
Lagermöglichkeiten: Ja.
Realisierte Bauprojekte: Hauptsächlich Pflanzkisten in vielen Variationen.
Weitere Informationen: Im Frankfurter Garten wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Das Team legt Wert darauf, welche Materialien genutzt werden, woher diese kommen und dass sie nach der Nutzungsdauer weiter verarbeitet werden (Cradle-to-cradle-Prinzip).
Kontakt: Website

Köln: NeuLand

NeuLand Das Gartenprojekt NeuLand arbeitet zusammen mit der Faradgang, einer offenen mobilen Fahrradwerkstatt. Sie findet einmal monatlich an einem Samstag im Garten statt.

Minden: Tausendschön Garten und Werkstatt

minden tausendschön Raum: Die Offene Werkstatt ist im Gemeinschaftsgarten Tausendschön sowohl in einem wettergeschützten Raum als auch auf dem Gartengrundstück untergebracht.
Größe: Der geschlossene Raum ist 25 qm groß und der Gartenteil für die Werkstatt 50 qm. In der Werkstatt können bis zu 10 Personen gleichzeitig arbeiten.
Ausstattung: Komplette Profi-Ausstattung, viele Geräte und Maschinen über private Kontakte bzw. Spendenaufrufe.
Zugang: Die Werkstatt kann nach Anmeldung an drei Wochentagen genutzt werden.
Betreuung: Ja, es stehen mindestens drei HandwerkerInnen zur Verfügung.
Finanzierung: Über private Kontakte bzw. Spendenaufrufe und Stiftungsgelder; die HandwerkerInnen sind ehrenamtlich tätig. Es gibt keine Nutzungsgebühr.
Lagermöglichkeiten: Ja.
Realisierte Bauprojekte: Insektenhotel, Gartentor, Bio-Toilette, mobiler Hühnerstall, Gartentische und Bänke, Regale, Windspiele, Windlichter, Vogelkästen, Kompostkisten
Kontakt: Website

Finanzierungsmöglichkeiten

Literaturtipps
Programme Bund, Länder, Kommunen und EU
Förderportal des Bundes: www.foerderportal.bund.de/
Das Portal bietet Zugang zu zahlreichen Themen im Bereich der Projektförderung v.a. des Bundes, aber auch der EU. Zu finden sind hier z.B. Informationen zu Förderangeboten, Datenbanken mit aktuellen Forschungsvorhaben, Zugang zu Formularen und mehr.
Beispiel: Für das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" stehen für das Jahr 2015 insgesamt 150 Millionen Euro bereit. Um Synergieeffekte zu nutzen, ist das Programm bewusst auf ressortübergreifende Zusammenarbeit und sozialraumorientierte Bündelung mit Programmen aus anderen Politikbereichen auf EU-, Bundes-, Landes- und Gemeindeebene angelegt:
www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/soziale_stadt_flyer_bf.pdf

Einen guten Überblick über EU-Fördermöglichkeiten gibt Heike Kraack-Tichy unter:
www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/03/enl1_kraacktichy_01.pdf

Serviceclubs
In Deutschland gibt es mehrere tausend Serviceclubs, die sich auf lokaler Ebene engagieren.
•    Kiwanis; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.kiwanis.de
•    Lions; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.lions.de
•    Rotary; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.rotary.de
•    Zonta; lokale/regionale Ansprechpartner unter www.zonta-union.de

Stiftungen
Gartenprojekte erhielten für unterschiedliche Aktivitäten von Stiftungen finanzielle Förderung; z.B. von:
•    Aktion Mensch: www.aktion-mensch.de
•    Baden-Württemberg Stiftung: www.bwstiftung.de/gesellschaft-kultur/programme/
•    Deutsche Bundesstiftung Umwelt: www.dbu.de/index.php?menuecms=2505
•    Haleakala-Stiftung: www.haleakala-stiftung.de/
•    Heidehof Stiftung: www.heidehof-stiftung.de/
•    Kulturstiftung Sachsen: www.kdfs.de/stiftung/
•    Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung: www.bingo-umweltstiftung.de/
•    Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung: www.nue-stiftung.de/
•    Robert Bosch Stiftung: www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/foerdergrundsaetze.asp
•    SKala-Initiative: www.skala-initiative.de/initiative/
•    Stiftung MITARBEIT: www.mitarbeit.de/foerderung.html
•    Stiftungen oder Spendenfonds der Banken und Sparkassen 
     lokale/regionale Ansprechpartner unter: www.sparkassenstiftungen.de/home/
•    Bürgerstiftungen: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinder
Bei der Suche nach Stiftungs-Fördermitteln lohnt ein Blick in den Index Deutscher Stiftungen: www.stiftungsindex.de

Die zuständigen Bezirksregierungen verfügen über Verzeichnisse der lokalen/regionalen Stiftungen, die entweder im Internet stehen oder bei der Behörde eingesehen werden können. Beispiel: Stiftungsverzeichnis NRW

Wettbewerbe und Förderpreise
Eine stets aktuelle Liste mit Wettbewerben und Ausschreibungen: www.buergergesellschaft.de

Engagement der Wirtschaft
Wirtschaftsunternehmen wie Gartencenter oder Baumärkte engagieren sich zuweilen für soziale und ökologische Projekte durch Spenden oder Sachleistungen. Manche Unternehmen stellen gemeinnützigen Vereinen professionelles Know-how pro bono, also ohne Bezahlung, zur Verfügung. Die Vermittlungsagentur Proboneo vernetzt seit Oktober 2013 gemeinnützige Organisationen mit ExpertInnen aus der Wirtschaft: www.proboneo.de/

Plattformen und Spendenportale
www.vereine.de, www.connectinghelp.de/, www.buergermut.de, www.weltbeweger.de/toro/resource/html, www.betterplace.org/ oder www.spendenportal.de/main/home.php

Crowdfunding ist eine gemeinschaftliche Art der Finanzierung für Projekte und Startups im Internet. Wird der vorher festgelegte Betrag erreicht, erhalten in manchen Fällen die UnterstützerInnen eine Gegenleistung vom Projektinitiator. Wird der Betrag nicht erreicht, erhalten alle UnterstützerInnen ihr Geld zurück.

Beispiele:
Betterplace
EcoCrowd 
Startnext
Gemeinschaftscrowd.de

Tipp: Projekte mit kurzen Laufzeiten von etwa 30 bis 45 Tagen sowie interessante Gegenleistungen für die SpenderInnen, die eng mit dem Projekt verbunden sind, haben besonders gute Erfolgschancen.

Bußgelder (nur für Vereine möglich)
Gemeinnützige Vereine, die Zuwendungen aus Bußgeldern erhalten möchten, müssen sich beim zuständigen Oberlandesgericht (OLG) bewerben. Die Aufnahme in die Bußgeld-Liste erfolgt auf Antrag (Eintrag ins Vereinsregister und Gemeinnützigkeitsbescheinigung beifügen). Vorgedruckte Überweisungsträger des Vereins beifügen, das erleichtert die Arbeit. Da sich viele Vereine um die Bußgelder bewerben, ist es wichtig, sich immer wieder in das Bewusstsein der Staatsanwälte und Richter zu bringen (z.B. durch regelmäßige Infos; Einladungen in das Projekt, Dankes-schreiben etc.). Mehr Infos unter www.bussgeld-fundraising.de, in diesem Interview und hier: www.bpb.de/partner/akquisos/207862/im-fokus-bussgelder-fuer-bildungsprojekte (ab Seite 4)

Lottomittel
Zahlreiche Lotterien fördern auch soziale Projekte. Vor allem staatliche Lotterie stellen Gelder aus Lottomitteln dafür zur Verfügung. Jedoch ist die Förderpolitik von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Beispiele:
Berlin: www.lotto-stiftung-berlin.de/
Brandenburg: www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.307598.de
Deutsche Fernsehlotterie (Stiftung Deutsches Hilfswerk)
Deutsche Postcodelotterie

Engagement für und mit Geflüchtete/n
Finanzierung von Projekten:
BAMF Integrationsprojekte
Integrationsprojekte Ostdeutschland
Fördermittelbüro Friederike Vorhof
Robert Bosch Stiftung: Miteinander, füreinander!

Stiftungen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren:
www.stiftungen.org
Unterstützung für Helfende (Bayern):
www.bayern-evangelisch.de
Zum Praxisblatt Wie erreichen (Interkulturelle) Gemeinschaftsgärten Flüchtlinge und AsylbewerberInnen?

Weitere Tipps
Landeszentrale(n) für politische Bildung fördern u.U. Veranstaltungen auf Landesebene und schreiben Wettbewerbe aus:
www.bpb.de/partner/51452/landeszentralen-fuer-politische-bildung

Bundesländer legen eigene Förderprogramme auf, z.B. "Aktion Gesunde Umwelt und Aktion Nachhaltige Entwicklung – Lokale Agenda 21 in Brandenburg" (es wurden auch Gartenprojekte gefördert).
www.aktion-brandenburg.de/start

Interessante Fundraising-Infos sowie neue Wettbewerbe enthält der bpb-newsletter; Abo unter: www.bpb.de/newsletter// (Akquisos).

Bestattungsinstitute und Notare führen Spendenlisten von Organisationen, die nach Spenden bzw. SpenderInnen suchen. Ggf. eintragen lassen.

Fortbildung und Schulung
www.akademie.org
www.ibpro.de
www.mitarbeit.de

Gern nehmen wir Anregungen und Tipps zum Thema Projektfinanzierung aus dem Gartennetzwerk auf (Ingrid Reinecke: 089/74 74 60-15; ingrid.reinecke@anstiftung.de)

Im Dialog mit Verwaltung und Kommunalpolitik



Um einen Interkulturellen Garten oder Gemeinschaftsgarten im Stadtteil oder der Gemeinde zu etablieren und zu erhalten, ist es hilfreich, sich mit den politischen und verwaltungstechnischen Strukturen auseinanderzusetzen, Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzustreben. Insbesondere wenn ein Gemeinschaftsgarten auf öffentlichem Grund entstehen soll, materielle oder gar finanzielle Unterstützung durch die Kommune angestrebt wird, führt kein Weg daran vorbei. Fest steht, dass für Gartenprojekte vieles einfacher ist, wenn sie von der Kommunalpolitik und Stadtverwaltung wahrgenommen und unterstützt werden. Hilfreich ist ein Konzept, das die Idee veranschaulicht, mögliche Umsetzungsschritte skizziert, die Potentiale und den Mehrwert für die Nachbarschaft/den Stadtteil aufzeigt und auch auf positive (vergleichbare) Beispiele verweisen kann. Frauke Hehl, erfahrene Garten- und Werkstattaktivistin aus Berlin, dazu: „Es geht darum, strukturiert, zuverlässig und am Wohlergehen des Stadtteiles/ Umfeldes interessiert zu sein, also nicht was für sich privat tun zu wollen, sondern was für die Qualität und das Wohlbefinden im Stadtteil.“ Nach wie vor haben (einige) Kommunen Bedenken, die ernst genommen werden sollten.

„Die Bedenken:
- durch eine gemeinschaftliche gärtnerische Nutzung werde der öffentliche Raum privatisiert,
- durch die urbanen Gärten könnten Nutzungskonkurrenzen in öffentlichen Grünflächen entstehen,
- das Fehlen rechtlicher Förderinstrumentarien verunmögliche öffentliches Handeln,
- es könne kein oder nur kurzfristiges bürgerschaftliches Interesse und Engagement geben,
- man könne solche Nutzungen nicht kontrollieren,
- es könne zu mehr Vandalismus kommen,
- für die Gemeinden könnten höhere Kosten entstehen.“
Aus: Ella von der Haide: „Die neuen Gartenstädte“ (S. 9)

Am besten recherchiert man vorab, ob es Anknüpfungspunkte in den Leitbildern oder den Stadt- und Grün/Freiflächenentwicklungsplänen gibt, und nimmt darauf Bezug. Verweise auf wissenschaftliche Publikationen können die eigene Argumentation stärken und in einen größeren Zusammenhang stellen. Ggf. gibt es auch schon einen Antrag oder gar Ratsbeschluss zur Förderung von Gemeinschaftsgärten, auf den man sich beziehen kann. Auf den Websites der Städte und Gemeinden und in Berlin der Bezirke sind Anträge und Beschlüsse dokumentiert, wie z.B. in München im Ratsinformationssystem. Ein Antrag der Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN von 2015 ist hier zu finden. Hat man eine Fläche im Blick, sollte zunächst geklärt werden, wem diese gehört, um die richtige Stelle – sprich den/die EigentümerIn – ansprechen zu können. Die Kommune kann wenig tun, wenn es sich um eine Fläche in Privat- oder in Landesbesitz handelt. Bei der Kontaktaufnahme sollten die StadtgärtnerInnen wissen, dass Gemeinschaftsgärten in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit (noch) nicht eindeutig den bekannten Freiraumtypisierungen zugeordnet werden können und somit oft Neuland für die Kommunen bedeuten. Behörden sind an rechtliche Rahmenbedingungen und interne Abläufe gebunden. Auch liegen nicht immer Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement von Menschen, die ihre Stadt mitgestalten wollen, vor. Hilfreich ist der Versuch, die Aufgaben, Spielräume und aber auch Grenzen der Verwaltung zu verstehen und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen.

AnsprechpartnerInnen

Es ist von Stadt zu Stadt verschieden, ob, und wenn ja, welches Ressort zuständig ist. In einigen Städten gibt es inzwischen AnsprechpartnerInnen, deren Befugnisse und Unterstützungsspielräume jedoch variieren. Es können je nach inhaltlichem Anliegen auch mehrere Ämter involviert sein, da sich die Zuständigkeiten von Frage zu Frage ändern. Auch kann die Kooperation zwischen den Ämtern und zwischen Politik und Verwaltung schwierig sein. In Stadtstaaten wie Berlin mit starken Bezirken sieht es nochmal anders aus. Die Amtszuschnitte unterscheiden sich von Bezirk zu Bezirk, und es gibt zwischen Senat und Bezirken eine Hierarchie der Verantwortungsbereiche, die man kennen sollte. So gleicht es oft noch einer Odyssee, herauszufinden, wen man mit welchem Anliegen ansprechen kann (und sollte). Jedoch initiieren auch immer mehr Kommunen selber Gemeinschaftsgärten, weisen Flächen aus oder warten darauf, angesprochen zu werden.

Einige Beispiele

In Stuttgart gibt es eine Koordinationsstelle Urbanes Gärtnern, die beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung angesiedelt ist. Hier werden Aktive, Initiativgruppen, Schulen und Kindertagesstätten miteinander vernetzt, beraten und gefördert. Das Aufgabengebiet umfasst Koordination und Vernetzung, Beratung der Interessenten und Aktiven schon vor der Anlage eines urbanen Gartens und fortlaufend, die gezielte Ansprache von Eigentümerinnen und Eigentümern, um geeignet erscheinende Grundstücke und Gebäude für Interessenten bieten zu können, sowie die Vergabe von Fördermitteln. (PDF Richtlinie - Urbane Gärten in Stuttgart, S. 3) Außerdem wurde ein Haftpflichtversicherungsschutz für neue Gemeinschaftsgarteninitiativen – ohne eigenen Verein – über den Schrebergartenverein ausgehandelt (siehe dazu auch unser Praxisblatt Versicherung, unten).
In Essen gibt es eine feste Ansprechpartnerin bei Grün und Gruga (Grünflächenamt). Die Nutzung kommunaler Flächen ist für Gemeinschaftsgarteninitiativen pachtfrei, die Projekte werden bisher mit Erde, Mulch und Material unterstützt und die Behörde informiert die Bezirksvertretungen von neuen Vorhaben und steht für Fragen zur Verfügung. Die Gartenprojekte benötigen keinen Rechtsträger, um eine kommunale Fläche zu nutzen. Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaftsgarteninitiative unterzeichnen eine Erklärung, in der u.a. die Bewirtschaftung, Pflege und Gestaltung der Flächen ebenso wie Instandhaltung und -setzung sowie ggf. der Rückbau geregelt werden. (Explizit erwähnt wird, dass die Stadt die Verkehrssicherungspflicht der Bäume und den Winterdienst weiterhin übernimmt. 2015 gab es eine Landesförderung für Gemeinschaftsgärten, bei der der Zeitraum von Bewilligung bis zum Ende der Laufzeit nur wenige Wochen betrug. In Essen hat Grün und Gruga daher selber gehandelt und Flächen ausgewählt, Hochbeete aufgebaut und dann Interessierte gesucht. Es gibt außerdem eine Liste aufgelassener Spielplätze, die als Flächen für Gemeinschaftsgärten zur Verfügung stehen. Der Haumanngarten ist auf einer solchen Fläche 2015 entstanden. Hier gab es auch Geld aus der Landesförderung, um die Fläche durch Entsiegelung zu erweitern. 2017 ist Essen „Grüne Hauptstadt Europas“, und zur Zielstellung gehört u.a. die Etablierung weiterer Gemeinschaftsgärten.
In München ist ein Mitarbeiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung (Planungsreferat/Grünplanung), der für die Krautgärten der Stadt zuständig ist, auch Ansprechpartner für Gemeinschaftsgärten. Er kann Fragen zu Themen beantworten, die zum Aufgabenspektrum des Planungsreferats gehören und im Geoinformationssystem nachschauen, ob eine Fläche der Stadt gehört, um dann an das entsprechende Kommunalreferat zu verweisen. Dort, so sagt er, muss man sich dann durchfragen und wählt am besten die allgemeine Auskunftsnummer. Er berät die Gartenprojekte und ermutigt alle, sich bei ihm zu melden. Einzelne Gartenprojekte in München haben gute Kontakte zum Grünflächenamt und erhalten bei Bedarf Kompost oder Erde.
In Duisburg empfiehlt sich seit Neuestem das Amt für Umwelt und Grün als Anlaufstelle, das eine ressortübergreifende Kommunikation innerhalb der Kommune initiieren und begleiten will. Weiter heißt es: „Wir sind Ansprechpartner für Interessierte und leisten insbesondere organisatorische Unterstützung bei der Flächensuche, der Nutzungssicherung sowie der Herrichtung von Flächen. Außerdem begleiten wir die Akteure/Gruppen und vermitteln Kontakte zu anderen Interessierten aus der Gartenszene.“.[1]
In Frankfurt heißt es auf der offiziellen Seite der Stadt: „Mit dem Frankfurter Grünflächenamt, dessen Aufgabe und Wunsch es ist, grünen Freiraum für die Menschen der Stadt zur Verfügung zu stellen, zu pflegen und zeitgemäß zu gestalten, finden interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Urban Gardening. Wir stellen für Sie den Kontakt zu den Gartenprojekten her, und wenn Sie selbst einen "Stadtgarten" auf die Beine stellen wollen, und vielleicht sogar schon eine bestimmte städtische Fläche im Sinn haben, können Sie bei uns nachfragen, ob sie zum Gärtnern zur Verfügung steht.“[2]

Kontaktaufnahme

Zunächst gilt: Keine Scheu vor „denen“, die Politik und Stadtplanung betreiben oder in Behörden arbeiten. Wer Kontakt aufnehmen möchte, versucht zuvor am besten, Strukturen und Abläufe nachzuvollziehen und Geduld mitzubringen. Es kann zuweilen dauern, bis wechselseitiges Vertrauen aufgebaut ist.
Um herauszufinden, an welche Stelle oder Person man sich wenden kann und ob es strategisch anzuraten ist, Politik und Verwaltung parallel anzusprechen, fragt man am besten zunächst in der eigenen Initiative und dann auch andere Garten-, Freiraum- oder Stadtteilprojekte oder auch Bürgerstiftungen, Umweltbildungsorganisationen, Lokale Agenda oder Transition-Town-Initiativen und gewinnt sie als Unterstützer oder auch Türöffner. Sie können dabei helfen, „die Stadt zu entschlüsseln“ und die – wichtigen – informellen Strukturen zu verstehen: Wie ist die lokale politische Struktur? Welche Gremien und Institutionen gibt es und wer sind die AnsprechpartnerInnen? Wem sind sie weisungsgebunden bzw. -befugt? Welche Behörden oder Gremien der Verwaltung oder Kommunalpolitik spielen eine Rolle für Belange eines Gemeinschaftsgartens? Welche Personen könnten aufgeschlossen sein? Es gilt, diejenigen in Politik und Verwaltung herauszufinden, die ein Interesse an Gemeinschaftsgärten haben (könnten). Oft sind die Menschen in der Verwaltung, die die Projekte unterstützen (würden), nicht in Organigrammen sichtbar. Es sind Personen, nicht Funktionen oder Ämter, mit denen „man kann“, die auch KollegInnen überzeugen können. Wichtig ist die persönliche Ebene, hilfreich für die Gespräche eine Grundkenntnis von Arbeitsfeld, Aufgaben und Strukturen der GesprächspartnerInnen.
Es gilt auch zu verstehen, wie in Politik und Verwaltung Entscheidungen getroffen und Beschlüsse gefasst werden, und an welcher Stelle Eingriffe möglich und auch sinnvoll sind. Wie sind die politischen Mehrheiten? Wie arbeiten Politik und Verwaltung zusammen? Druck auf der politischen Ebene sollte man nur dann in Erwägung ziehen, wenn man bei der Verwaltung nicht weiterkommt. Die Verwaltung arbeitet weisungsgebunden und handelt nach dem, was die gewählten VertreterInnen entscheiden.
Als besonders relevant erweisen sich Fachabteilungen wie das Liegenschaftsamt und Planungsamt (verfügen über Flächen, erheben Pacht, verhandeln über Nutzungsverträge, können in Bebauungspläne eingreifen) sowie das Grünflächenamt, das die Grünflächen pflegt, Werkzeug und Maschinen hat und ein guter Ansprechpartner für Humus, Grünschnitt, Kompost oder sogar Pflanzen sein kann (vgl. Ella von der Haide: „Die neuen Gartenstädte“, S. 12). Sinnvoll kann es je nach Ausrichtung und Intention des Gartenprojekts sein, sich von Anfang an auch an Behörden zu wenden, die zu Bildung, Soziales, Gesundheit, Umwelt oder Integration arbeiten.
Hat man schon eine Fläche oder ein Gebiet im Blick, sollte man recherchieren, ob dieses Gebiet ein Quartiersmanagement hat, Sanierungs- oder Soziale Stadt Gebiet ist, und die dafür verantwortlichen Einrichtungen kontaktieren, das Vorhaben vorstellen und Kooperations- sowie Unterstützungsmöglichkeiten ausloten. Interessante AnsprechpartnerInnen sind auch die Stadtplanungsbüros, die die öffentlichen Ausschreibungen/Förderungen formulieren und Gemeinschaftsgärten mit aufnehmen könnten. In Dresden beispielsweise gibt es gute Kontakte zu solchen Büros, die an “guter Praxis“ Interesse haben.
Allen Ämtern sind Ausschüsse zugeordnet (das ist die politische Ebene), und so gibt es Ausschüsse für Soziales, Stadtentwicklung, Umwelt usw. Man kann den Stadtrat ansprechen und sollte unbedingt Kontakt mit Stadtteil-, Orts- oder Bezirksbeiräten aufnehmen, die auf Stadtteilebene aktiv sind. Die Termine der öffentlichen Sitzungen oder Versammlungen von Stadtrat oder Stadtteilbeiräten kann man recherchieren und die Vorstellung des Gartenprojekts sowie die Unterstützungswünsche auf die Tagesordnung setzen lassen. Wer diesen Weg empfohlen bekommt oder wählt, sollte sich vorher schlau machen, welche Parteien die Gemeinschaftsgartenidee und Ziele am besten teilen, sollte aber alle informieren.
Spricht man Politik und Verwaltung parallel an, dann sollte man transparent handeln und alle Beteiligten informieren, mit wem man warum in welcher Form in Kontakt tritt. Frauke Hehl beschreibt es so: „niemanden übergehen, alle in ihrer Rolle/Funktion sehen und entsprechend einbeziehen, einbinden. Das wird sich 'auszahlen' in Form von vielfältiger Unterstützung“ (eigene Befragung, G. Walesch).
Wichtig bei allen Formen der (persönlichen) Kontaktaufnahme und Vorstellung des Projekts ist, dass die Gartengruppe sich überlegt, wer eine gute und wirkungsvolle SprecherIn für alle sein kann. Um Gespräche mit Verantwortlichen in der Verwaltung oder Aktiven in der Politik vorzubereiten, findet ihr Argumente für urbane Gärten beispielsweise im Urban-Gardening-Manifest oder in der Studie „Neue Gartenstädte“ von Ella von der Haide. Wie man in Kontakt kommen kann und welche Methoden es auf der politischen Ebene gibt, könnt ihr im Webinar am Beispiel von Dresden erfahren.

Netzwerke bilden

Teil eines Netzwerks zu sein, stärkt die einzelnen Projekte und macht sie mit ihren Potentialen sichtbarer, schafft Möglichkeiten der gegenseitigen Beratung und Unterstützung. Als Netzwerk aufzutreten und gemeinsame Anliegen und Forderungen zu formulieren, kann Zugänge zu Politik und Verwaltung schaffen, die einem einzelnen Projekt nicht gelingen. Gibt es in der Stadt, Kommune oder im Landkreis nur einen oder sehr wenige Gemeinschaftsgärten, dann erkundet man, ob es andere Zusammenschlüsse gibt, die entweder direkt zu städtischem Grün arbeiten oder Schnittmengen aufweisen, wie z.B. Transition Town, Lokale Agenda 21, und vernetzt sich.
In Dresden ist der Ufer e.V. Träger von drei Gemeinschaftsgärten und wichtige Vernetzungsstelle für alle Dresdener Gemeinschaftsgärten. Über den Verein laufen inzwischen drei Bundesfreiwilligendienst-Stellen, die sich auch um die politische Arbeit kümmern. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die Workshops und Veranstaltungen zum Thema mitorganisiert und Termine mit relevanten PolitikerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen vereinbart. Sie treten als Gartennetzwerk auf und kooperieren mit verschiedenen Akteuren, u.a. mit Transition Town, Kleingartenverbänden und Naturschutzorganisationen. Ufer/das Gartennetz arbeitet außerdem mit dem Leibniz Institut für ökologische Raumplanung zusammen im europäischen ARTS-Projekt (Accelerating and Rescaling Transitions to Sustainability), das sich mit lokalen Transition-Initiativen und stadtregionalen Wandlungsdynamiken in Richtung Nachhaltigkeit beschäftigt. Zu den Veranstaltungen im Institut gehen Akteure aus Politik und Verwaltung eher als in die Gärten. Teil des Forschungsprojekts zu sein zeigt die Relevanz der Gartenprojekte und wertet sie auf.
In München finden ca. zwei Mal pro Jahr Vernetzungstreffen aller Gemeinschaftsgartenprojekte statt, zu denen auch VertreterInnen thematisch naher Organisationen und der Verwaltung kommen. Ende 2015 hat sich aus einem dieser Treffen heraus eine Strategiegruppe gebildet, die sich als Ziel gesetzt hat, die Gemeinschaftsgärten und andere Gartenprojekte in Politik und Verwaltung bekannter zu machen. So loten sie Beteiligungsmöglichkeiten an Veranstaltungen aus und treten verstärkt auch als Netzwerk der urbanen Gärten in der Öffentlichkeit auf. Außerdem gibt es in München über die Stiftungsinitiative urbane Gärten München eine Ansprechpartnerin für die Gartenprojekte, die Vernetzungs-, Öffentlichkeits- und politische Arbeit macht.
In Berlin gibt es seit 2010 alle zwei Jahre das Gartenaktivist*innentreffen. Seit 2012 finden zudem drei bis vier Mal pro Jahr Werkstattgespräche mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum urbanen Gärtnern statt. Die Kontakte zum Senat wurden von GartenaktivistInnen (u.a. aus dem Allmende-Kontor) und Berlin21 aufgebaut. Die Idee, zusammen mit SenatsvertreterInnen über Grünprojekte nachzudenken und in einen Austausch zu treten, entstand 2007 bei einem vom Quartiersmanagement und GemeinschaftsgärtnerInnen organisierten „Grünspaziergang“ zu grünen Freirauminitiativen in einem Berliner Bezirk. 2014 entstand das Forum Stadtgärtnern aus einem Zusammenschluss des Gartenaktivist*innentreffens und des „Runden Tisches Urban Gardening“, bei dem es um thematische Veranstaltungen geht. Es findet ca. viermal pro Jahr statt. Mehr Informationen zu den Vernetzungen in Berlin hier.


Webinar: Hacking Politics

Wie bahnt man Kooperationen mit Politik und Verwaltung an? Wie organisiert man clevere Lobbyarbeit und bringt sich in die städtischen Prozesse ein? Wie funktionieren Politik und Verwaltung überhaupt und wo gibt es "Andockstellen"? Diese und weitere Fragen behandelt Norbert Rost im Webinar.

Download der Präsentation hier.



[1]https://www.duisburg.de/micro2/umwelt/umweltrat/inhalt/102010100000500718.php#a102010100000500718-10152
[2]http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3051&_ffmpar[_id_inhalt]=19284341