Kompost

Der Begriff stammt ab vom lateinischen componere und bedeutet Zusammengesetztes. Kompost bereichert den Gartenboden mit organischem Material, dadurch wird er locker, gut durchlüftet und kann mehr Wasser speichern. Durch Kompost wird das Bodenleben aktiviert und die Nährstoffversorgung verbessert. Regelmäßige Anwendung vom Kompost verbessert die Bodenfruchtbarkeit.

Woraus setzt sich Kompost zusammen?

Ganz einfach: Aus allen pflanzlichen Abfällen aus Garten und Küche. Je vielfältiger er zusammengesetzt ist, desto besser das Ergebnis. Rasenschnitt muss jedoch vorgetrocknet sein oder mit anderen Materialien gemischt werden. Baumschnitt muss im Häcksler zerkleinert werden.

Kompost herstellen – wie geht das?
Kompost 01Alle pflanzlichen Abfälle aus Küche und Garten werden laufend am Kompostplatz aufgehäuft. Oben liegt also immer das Frische, während im unteren Bereich nach einiger Zeit fertiger Kompost entsteht. Damit sich das Material gleichmäßig zersetzt, wird der Komposthaufen umgeschichtet. D.h. neben dem Haufen wird der neue Kompost angelegt: Als unterste Schicht werden Zweige und grobes Material ausgelegt, damit der Kompost gut durchlüftet ist. Dann werden die frischen, noch grünen Abfälle abwechselnd mit dem schon erdigen, zersetzten Material übereinander geschichtet. Dadurch wird das gesamte
Kompostmaterial gelockert und gleichmäßig durchmischt, die trockene Außenschicht mit den feuchten, verdichteten Zonen im Inneren, wo schon viele Mikroorganismen und Regenwürmer leben. Der Kompost kann sich jetzt gleichmäßig zersetzen.
Kompost 02Der umgesetzte Komposthaufen wird am besten mit Gras oder einer wasserdurchlässigen Decke abgedeckt, damit kein Unkraut darauf wachsen kann. Häufiges Umsetzen beschleunigt den Kompostiervorgang. Wenn nur einmal im Jahr umgesetzt wird, dann am besten im Herbst: Dann ist der Kompost im folgenden Frühjahr gebrauchsfertig. Generell kann der Haufen zu jeder Jahreszeit umgesetzt werden.
Im Fachhandel sind unterschiedliche Kompost-Behälter erhältlich. In einem großen Garten, in dem viel organisches Material anfällt, ist es jedocheinfacher, den Kompost als Hügel oder Wall anzulegen.

Unterschiedliche Kompostarten und ihre Verwendung

Je nach Ausgangsmaterial entstehen unterschiedliche Kompostarten. Mistkompost ist z. B. sehr nährstoffreich, Laubkompost dagegen nährstoffarm. Mistkompost spendet dem Boden lebendige Mikroorganismen und schnell verfügbare Nährstoffe, aber auch nährstoffarmer Kompost verbessert den Boden durch das organische Material (Huminstoffe). Je nach Kompostierzeit unterscheidet man zwischen frischem, unreifen Kompost (nach ca. 6 Wochen) und Reifkompost (nach mindestens 4 Monaten). Reifkompost kann direkt in Saatrillen oder Pflanzlöcher gegeben werden, unreifer Kompost wird als Bodenabdeckung zwischen Gemüse verteilt (Mulchen).
Kompost, der verfault riecht, entsteht durch schlechte Durchlüftung bei der Lagerung und sollte nicht auf dem Gemüsebeet verteilt werden, da er Schnecken anzieht.

Kompostzusätze

Besonders bei nähestoffarmem Kompost empfiehlt sich die Zugabe von Nährstoffen (v. a. Stickstoff) in Form von Mist oder Hornspänen. Die Nährstoffe dienen als Futter für Mikroorganismen (z.B. Hefepilze), die die Zersetzung des Materials bewirken.
Zur Verbesserung der Bodenstruktur kann dem Kompost Gesteinsmehl zugesetzt werden.

Tipp: 1 Pfund Zucker (als Futter für Mikroorganismen) und 1 Würfel Hefe in einer großen Gießkanne mit handwarmem Wasser lösen (reicht als Nährstoff für 1 m³ Kompost)

Erfahrungen

Es ist wichtig, auf die Materialien zu achten. Ein Kompost ist kein Müllhaufen! Holz, Steine, Plastik (Blumentöpfe, Handschuhe usw.) gehören nicht in den Kompost. Wenn der Kompost nicht für die Beete benötigt wird, kann er auch an Ort und Stelle mit nährstoffbedürftigem Gemüse (z. B. Kürbissen) bepflanzt werden. Am Kompost sammeln sich auch gerne Nacktschnecken, sie fressen die verrottenden Pflanzenteile. Wenn der Kompost oft umgesetzt wird, verschwindet das Schneckenfutter im Kompost-Inneren und die Schnecken werden gestört. Es empfiehlt sich, den Kompost im Spätherbst, nach der Eiablage der Schnecken umzusetzen, dadurch werden die Eier zerstört und die Schnecken im Folgejahr dezimiert.
In der Gruppe geht das Umsetzen schnell und macht Spaß. Außerdem fördert es das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen für den ganzen Garten.

Was gehört nicht auf den Kompost?

  • Pflanzen mit Krankheiten wie z. B. Tomatenfäule oder Kohlhernie; hartnäckige Wurzelunkräuter wie z.B. Quecke oder Giersch.
  • Alle Produkte, die Kunststoff enthalten wie Tüten, Folien, Blumentöpfe, Joghurtbecher, Milchtüten….
  • Alle Abfälle, die Metall enthalten wie Dosen, Nägel oder Alufolien;
  • Glas, Steine, Knochen, Leder, Holz.
  • Fleisch, Fisch, gekochte Speisereste (ziehen Ratten und Ungeziefer an) und Zigarettenreste.

Erstellt von Konrad Bucher, Bewohnergärten München-Neuperlach


Webinar: Kompost - Das Gold des Gärtners

Gartenexpertin Christine Nimmerfall erklärt Techniken der Kompostgewinnung und Kompostierung.


Die Präsentation zum Download gibt es hier.


Webinar: Wurmkompost, Bokashi, Terra Preta

Im zweiten Teil des Webinars informiert Christine Nimmerfall über Wurmkompost, Bokashi und Terra Preta.



Die Materialien zum Download: