Kräuterspiralen

Kräuterspiralen sind spezielle Beete, die auf kleinstem Raum den Standortansprüchen von Kräutern aus verschiedenen Klima- und Vegetationszonen gerecht werden können. Kräuter, die trockene und nährstoffarme Böden brauchen, können ebenso gepflanzt werden wie solche, die nährstoffreiche, eher feuchte Bedingungen brauchen. Die zur Verfügung stehende Oberfläche vergrößert sich durch die Bauart: Die Spirale windet sich nach oben. Man kann so eine Vielfalt von ganz unterschiedlichen Kräutern anbauen.

Doch die Wirkung von Kräuterspiralen geht weit über die botanische Funktion hinaus. Die Erfahrungen in den Gemeinschaftsgärten, die Kräuterspiralen angelegt haben, zeigen, dass von ihnen Impulse in die Gartengemeinschaft und in die Nachbarschaft ausgehen. Kräuterspiralen fördern die Kommunikation!

Kräuter interessieren viele Menschen. Der Geruch, der Geschmack, der Anblick erinnert oder macht neugierig. Kräuterspiralen regen Menschen an, sich zu Wachstum, Pflege und Verwendungsmöglichkeiten auszutauschen und Erinnerungen zu teilen.

Das gemeinsame Planen und Bauen stärkt die Gemeinschaft der GärtnerInnen. Da Kräuter aus vielen verschiedenen Klima- und Vegetationszonen in einer Kräuterspirale wachsen können, können sich viele mit ihrem Wissen und ihrem Interesse einbringen und miteinander bzw. voneinander lernen. Menschen, die nicht unbedingt eine Parzelle bewirtschaften wollen, haben die Möglichkeit, sich an der Pflege der Kräuterspirale zu beteiligen und so Teil der Gartengemeinschaft zu werden. Für manche NachbarInnen und SpaziergängerInnen erleichtert eine Kräuterspirale den Zugang zum Garten. Hier kommen die Menschen ins Gespräch. Kräuterspiralen sind Umweltbildungsorte für Kinder und für Erwachsene.

Einige Erfahrungen aus dem Netzwerk der Interkulturellen Gärten:

Kräuterspirale 01Kräuterspirale im Interkulturellen Garten im Görlitzer Park

Im Interkulturellen Garten im Görlitzer Park (Berlin-Kreuzberg) ist die Kräuterspirale Ausgangspunkt für Austausch zwischen NachbarInnen und für Kochaktionen mit Kindern (z.B. Kochen mit türkischstämmigen Jungen). Weitere Infos: info@tdz-berlin.de





Kräuterspirale 02Kräuterspirale im Rosenduftgarten


Im Interkulturellen Garten Rosenduft (Berlin-Schöneberg) war der Bau der Kräuterspirale Teil eines Qualifizierungsprojektes. Heutzutage ist sie Bestandteil der Bildungsprojekte des Gartens. Weitere Informationen: Begzada Alatovic, begzada.alatovic@suedost-ev.de




  • Im Wuhlegarten (Berlin Köpenick) hat das Gartenmitglied Brigitte Kanacher-Ataya einen interreligiösen Kräutergarten angelegt: http://dialog-garten-kanacher-ataya.de/interreligioeser_kra.html
    Weitere Informationen: Brigitte Kanacher-Ataya, kanacher@googlemail.com
  • Im Interkulturellen bürgerschaftlichen Gemeinschaftsgarten Fürstenwalde ist eine Kräuterspirale entstanden, die für Aktivitäten mit Kitas und anderen Kindergruppen genutzt wird. Sie ist Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Gartens. Weitere Informationen: Cornelia Petermann, cornelia.petermann@ewetel.net

Weitere Anregungen

  • Die GärtnerInnen zeigen sich vor dem Anlegen der Spirale gegenseitig die Kräuter, die schon im Garten wachsen und erklären, wie sie verwendet werden können.
  • Gemeinsame Planung der Spirale mit Auswahl der Kräuter und der Wuchsplätze.
  • Kleine Workshops zur Verwendung der Kräuter wie Herstellung von Gewürzmischungen, Tees, Naturkosmetik.
  • Kräuterwerkstatt für Kinder mit Herstellung von Kräutergerichten und Kräutersäckchen.

Die Zonen der Kräuterspirale

  1. Ganz oben ist eine trockene Zone (Mittelmeerzone), die wasserdurchlässig, mager und trocken ist. Hier empfiehlt es sich, unter die Gartenerde zur Hälfte Sand und ggf. Kalk zu mischen. Es wachsen beispielsweise Thymian, Currykraut und Salbei gut.
  2. Es folgt eine Zone (sogenannte Normalzone), die halbschattig und eher trocken ist. Der Gartenerde wird nicht mehr so viel Sand beigemischt, dafür etwas humose Erde oder Kompost. U.a. fühlen sich hier Oregano, Melisse und Koriander wohl.
  3. Bei der humusreichen, sonnigen Feuchtzone wird der Boden mit reifem Kompost angereichert. Ideal für z.B. Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel.
  4. Möchte man eine Wasserzone in Form eines Miniteichs anlegen, dann ist darauf zu achten, dass die Erde am Teichrand mit dem Wasser verbunden ist, so dass die Pflanzen mit Wasser versorgt werden. Pflanzen wie Wasserminze und Brunnenkresse können hier gedeihen.

ACHTUNG: Auch bei kleineren Teichen auf Kinder achtgeben und dafür sorgen, dass hier nichts passieren kann (Ertrinkungsgefahr).

Der Übergang zwischen den Zonen ist fließend, so dass viele Wachstumsbedingungen erfüllt werden können.

Wie, wann und wo baut man eine Kräuterspirale?

Die besten Zeiten für den Bau einer Kräuterspirale sind Frühjahr oder Herbst. Je nach gewünschter Vielfalt an Kräutern mit unterschiedlichen Standortansprüchen, braucht man einen sonnigen Platz mit etwas Halbschatten. Für ein gutes Dutzend unterschiedlicher Kräuter in einer ca. 80 cm hohen Spirale sind mindestens drei Quadratmeter Durchmesser (entspricht einer Fläche von 7 m²) notwendig.

Die Baumaterialien

Für die Grundfläche eignen sich grober Kies oder zerbrochene Ziegelsteine, für die Mauern Steine (z.B. Feldsteine, Ziegelsteine oder Natursteine); je nach Steinsorte und -größe ggf. Zwischenräume mit Lehm oder Erde auffüllen. Für die Fläche zwischen den Mauern kann man groben Schotter oder Mischungen aus Erde, Sand und Kompost verwenden - je nach Pflanzenzone. Wer einen Teich (für eine Wasserzone) anlegen möchte, kann Teichfolie verwenden oder einen Eimer, der eingegraben und zur Hälfte mit Sand gefüllt wird.

Das Werkzeug

Nötig sind Spaten, Schubkarre sowie ein paar Stöcke und Schnur zum Abspannen von Form und Größe.

Das Bauen

Am besten zeichnet man den Grundriss (Form eines Schneckenhauses, das sich nach Süden hin öffnet) auf den vorgesehenen Platz auf, steckt die Form mit Stöcken ab und spannt die Schnur.
Die Grundfläche spatentief (ca. 20 cm) ausheben und mit grobem Kies oder zerbrochenen Ziegelsteinen auffüllen (Drainagefläche und Fundament für die Mauer).
Beim eigentlichen Bau beginnt man entweder mit dem Teich (Anleitung siehe angegebene Links weiter unten) oder – wenn kein Teich angelegt werden soll - mit dem flachen Ende. Dazu die erste Reihe Steine in der abgesteckten Spiralenform auf die Kiesschicht legen. Die Zwischenräume zwischen den Steinen sollten möglichst klein sein, damit die Erde nicht hindurchrieselt oder vom Regen ausgespült wird. Der Abstand zwischen den beiden Spiralwindungen sollte ca. 60 cm (mindestens aber 40 cm) groß sein. Die Fläche zwischen den beiden Windungen der Spirale mit Schotter auffüllen und sich so sukzessive nach oben arbeiten. Je nach gewünschter Höhe füllt man das Gebilde dann mit der jeweiligen Erd-Sandmischung auf. Sobald diese etwas gesackt ist, kann mit dem Bepflanzen der Spirale begonnen werden.

Welche Pflanzen eignen sich nicht?

Nicht geeignet sind Kräuter und Heilpflanzen, die sehr groß werden und lange Wurzeln bilden (z.B. Beinwell und Liebstöckel) sowie Kräuter, deren Wurzelausläufer sich über die ganze Spirale ausbreiten (wie Pfefferminze). Diese lassen sich aber in Töpfen in die Spirale integrieren.
Kräuter, die nicht winterhart sind wie z.B.: Rosmarin, sollten ebenfalls im Topf belassen werden.
Für kleinere Spiralen nimmt man am besten kleinwüchsige Kräutersorten.

Kräuterspirale 03Kräuterspirale im Pyramidengarten (Berlin-Neukölln); Fotos: Gudrun Walesch






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