Saatgut und Pflanzen vermehren

 

Saatgut ansetzen, Pikieren, Stecklinge schneiden
Gemeinschaftsgärten sind Orte gestalteter gärtnerischer Vielfalt. In einigen werden Kulturpflanzen aus verschiedenen Herkunftsländern angebaut. Die selbständige Vermehrung von Saatgut trägt zum Erhalt des gärtnerischen Wissens und zur Pflege der Kulturpflanzenvielfalt bei.
Diese Praxisseite dokumentiert kurz den ersten Teil der Veranstaltungsreihe „Vermehrung von Pflanzen durch Saatgut und Stecklinge“, die von Tassew Shimeles und Petra Kaltenstein für das niedersächsische Netzwerk der Interkulturellen Gärten organisiert und mit Ulrike Läsker-Bauer als Referentin in deren Baumschule Walsetal (www.baumschule-walsetal.de) stattfand.

Saatgut
Definition von Wikipedia:
„Als Saatgut (auch Saatkorn oder Saatfrucht) bezeichnet man die trockene, ruhende, generative - d.h. die vollständige, durch Befruchtung entstandene Keimanlage der Pflanzen enthaltende - Fortpflanzungsorgane wie Samen, Früchte, Scheinfrüchte, Fruchtstände oder Teile davon. Nach der Ernte befinden sich die Samen in einer Keimruhe, die sich z.T. erst nach mehreren Wochen enzymatisch abbaut - dadurch sorgt die Natur für die saisongerechte Keimfähigkeit. Bei trockener und kühler Lagerung behält Saatgut über viele Jahre die Keim- und Triebkraft. Dagegen bezeichnet man vegetative Vermehrungsorgane wie Rhizome, Knollen, Zwiebeln, Stecklinge -d.h. regenerationsfähige Pflanzenteile - als Pflanzgut. Dieses ist in der Regel nur über wenige Vegetationsperioden haltbar. [...]“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Saatgut).

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Saaten, z.B. sehr kleine, bei dem aus einem Gramm Saatgut 5000 Pflanzen entstehen können, bis hin zu Nüssen und noch größeren. Manche Saaten bleiben über 10 Jahre im Boden liegen, bevor sie zu keimen beginnen, andere brauchen einen Hitze- oder Kältereiz, wie das Saatgut von Mohn oder Schlüsselblumen (bei Lagerung bei 4°C beginnen die Samen in Verbindung mit Feuchtigkeit zu keimen).
Es gibt Lichtkeimer, also Pflanzen, die neben Feuchtigkeit, Wärme und Sauerstoff Licht zum Keimen brauchen und Dunkelkeimer, die ohne Lichtkeimen. Diese Samen müssen nach der Aussaat mit Erde abgedeckt werden und brauchen es feucht. Lichtkeimer haben in der Regel ganz feine Samen, die beim Aussäen nur angedrückt werden sollten. Die Oberfläche sollte feucht gehalten werden.

Die positive Wirkung von Kräuterbädern und -sud auf Saatgut

Das Baden von Samen in Kräutertee oder -sud reduziert Krankheitserreger und macht die Pflanzen widerstandsfähiger. Gut geeignet für das Ansetzen von Tees und Suds sind echte Kamille, Ackerschachtelhalm (stärkt das Zellwachstum und die Widerstandfähigkeit gegenüber Pilzen) oder Baldrian (die Baldrian-Blüte stärkt das Zellwachstum und ist gut für die Bodenvorbereitung).
Und so wird es gemacht: Wasser mit den Kräuternaufsetzen, auf 50-55°C (für Kürbis, Zucchinisamen-Gurken, Bohnen, Tomaten brauchen lauwarme Temperaturen) erhitzen und darin dann das Saatgut einen Tag lang einweichen. Danach die Samen mit einem kleinen Sieb abseihen und aussäen. Samen, die nach zwei Stunden nicht abgesunken sind, sind „taub“, d.h. unbrauchbar.

Ansetzen von Saatgut


Die Saaterde, also die Erde, in die man die Samen aussät, darf nicht gedüngt sein. Am besten Kompost verwenden.

  1. Lockerer Humus/Kompost wird mit etwas Sand gemischt. Den Humus evtl. sieben, damit er ganz fein wird. Das Sieb lässt sich leicht herstellen, in dem in einen Holzrahmen ein feines Drahtgitter eingesetzt wird. Geeigneter Sand ist Estrichsand oder der Sand, der nach dem Aussieben von Betonkies übrigbleibt. Sand desinfiziert, magert die Erde ab und macht sie durchlässiger und lockerer.
  2. Für das Vorziehen (auf dem Balkon oder an anderen geschützten Orten) wird eine kleine Schale mit der Humus/Sand-Mischung fast randvoll gefüllt. Die Mischung an den seitlichen Rändern etwas andrücken, um ein Absinken nach dem Gießen zu verhindern

Pflanzen vermehren 01nDer Humusboden wird gesiebt.  Pflanzen vermehren 02nDie Schalen werden mit Humus-Sandgemisch gefüllt.











3. Dann entweder auf einem kleinen Teller Sägemehl und Sand vermengen und mit dem Saatgut vermischen (so wird dunkles Saatgut sichtbarer) und in die vorbereitete Schale geben.

Pflanzen vermehren 03nSägemehl-Sand-Mischung wird mit Saatgut vermischt... Pflanzen vermehren 04n... und auf die vorbereitete Schale gegeben.










4. Oder man lässt das Saatgut langsam und gleichmäßig mit der geöffneten Hand (aus dem Saattütchen) zwischen den Fingern direkt auf die Saatfläche gleiten. Wichtig ist, dass das Saatgut gleichmäßig verteilt wird und nicht zu viel in ein Schälchen geschüttet wird.

5. Das Saatgut wird nur leicht angedrückt, darüber etwas Humus und Sand streuen, so dass das Saatgut gerade eben bedeckt ist. Wieder leicht andrücken. Faustregel: Diese letzte Schicht sollte 1,5 mal so hoch sein wie das Saatgut groß ist.

6. Zum Schluss vorsichtig etwas Wasser aus einer Gießkanne mit dem Brausemundstück über die Saatfläche gießen. Nicht zu viel. Erst wenn die Pflänzchen im Freiland sind, müssen sie feucht gehalten werden.

Pflanzen vermehren 05nErst eine dünne Schicht Humus, und danach… Pflanzen vermehren 07n… etwas Sand über das Saatgut streuen











Pikieren

Pikieren bezeichnet das Verpflanzen von zu dicht stehenden jungen Pflänzchen. Pikiert wird also, wenn sie sich gegenseitig „Platz wegnehmen“. Wenn die ersten Laubblätter (das sind die Blätter, die nach den Keimblättern kommen) sichtbar werden, kann pikiert werden. Pikieren regt die Wurzelbildung an und verleiht den jungen Pflanzen so mehr Stabilität.
Und so wird es gemacht: Man bereitet eine Schale mit Humus vor. Die zarten Pflänzchen vorsichtig mit Hilfe eines kleinen Holzstabes, einer Gabel oder einem Löffel (es gibt auch Pikierstäbe zu kaufen) einzeln aus dem Topf oder der Schale nehmen und in eine andere umsetzen. Evtl. mit dem Holzstab ein kleines Loch in die Erde bohren und darauf achten, dass beim Umsetzen die zarten Wurzeln der einzelnen Pflänzchen nach unten gehen; längere Wurzeln kann man etwas kürzen. Dann vorsichtig die Erde andrücken.. Das nächste Pflänzchen mit etwas Abstand daneben setzen.

Mehr Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Pikieren

Pflanzen vermehren 07nVorsichtig die Pflänzchen herausnehmen. Pflanzen vermehren 08nFür das junge Pflänzchen ein Loch in die Erde bohren.










Stecklinge

Stecklinge lassen sich aus verschiedenen Stauden, z.B. aus Kräutern und einigen Gehölzen, herstellen. Die Endknopse der Pflanze bzw. des Teils der Pflanze, von der man einen Steckling machen möchte, darf noch nicht ganz weich sein. Wenn der potentielle Steckling blüht, muss man die Blüte abschneiden. Am oberen Ende des Stecklings zwei bis drei Blattachsen stehen lassen. An der letzten Blattachse die Blattpaare mit einem scharfen Messer entfernen und direkt unter der Blattachse schräg den Stiel abschneiden. Der Teil des Stecklings, der in die Erde kommt, sollte blattfrei sein, aber Blattachsen/Blattknoten haben, da an diesen Stellen bevorzugt Wurzeln entstehen. Wenn oben am Steckling viele Blätter sind, sollten diese gekürzt oder ausgedünnt werden (einfach abschneiden oder abreißen) Den Steckling in eine Pflanzschale mit gut gewässertem Blähton-Sand -Gemisch (als Substrat für den Steckling) stecken. Das Gemisch darf nie trocken werden.

Pflanzen vermehren 09n Unterhalb der zweiten oder dritten Blattachse wird mit einem scharfen Messer der Steckling abgeschnitten. Pflanzen vermehren 10nEinige Blätter entfernen oder kürzen.           


                                                             









Einfache und kostengünstige Pflanzschalen kann man aus zwei unterschiedlich großen Plastikschalen mit Luftlöchern selbst basteln. Die kleine Schale in die größere stellen. Die kleinere ist die Pflanzschale und die größere zum Wässern (Boden der größeren Schale mit Wasser bedecken). Die Schalen sollten hell stehen, aber nicht direkt in der Sonne.

Einfache Pflanzschale, die mit Blähton gefüllt ist.Einfache Pflanzschale, die mit Blähton gefüllt ist. Tipp: Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Pflanzenwachstum. Sie ist leicht zu erzeugen, indem man eine Plastiktüte oder Folie mit ein paar Holz-, Plastik- oder Drahtstäbchen abstützt, über den Topf/die Schale hängt und mit einem Gummiband am Rand befestigt. Entweder kleine Lüftungslöcher in die Folie/Tüte stechen oder regelmäßig lüften, so dass nichts faulen kann.

Sobald die Pflänzchen größer und kräftiger werden, kann man sie - je nach Jahreszeit - ins Freiland setzen oder in größere Gefäße umsetzen.






Saatgut reinigen und lagern

Saatgut ist lebendig und deshalb nur begrenzt haltbar. Es verliert mit der Zeit immer mehr seiner Keimfähigkeit. Um eine Sorte erhalten und das Saatgut wieder erfolgreich anbauen zu können, muss man einiges über Pflanzen, Vermehrung von Saatgut und Lagermöglichkeiten wissen.
Die Informationen dieser Praxisseite basieren auf dem Austauschtreffen Interkultureller Gärten Deutschlands und Österreichs bei der Arche Noah in Schiltern (www.arche-noah.at) und dem dritten Teil der Veranstaltungsreihe „Vermehrung von Pflanzen durch Saatgut und Stecklinge“ in Zusammenarbeit mit der Baumschule Walsetal (www.baumschule-walsetal.de) im Jahr 2009. [1]

Saatgut gewinnen

Verwendet wird nur das Saatgut von gesunden Pflanzen, die nach den Eigenschaften auswählt werden, die erhalten bleiben sollen (z.B.  Geschmack, Größe, Aussehen, Festigkeit der Blätter).

Achtung: Dem Saatgut ist nicht anzusehen,

  1. ob es verkreuzt wurde. Pflanzen, die zu ihrer Fortpflanzung den Blütenstaub (Pollen) einer anderen Pflanze ihrer Art brauchen, werden von Insekten und Wind bestäubt. Verschiedene Sorten einer Pflanzenart können sich verkreuzen. Laienhaft ausgedrückt: Die verschiedenen Sorten vermehren sich untereinander wie z.B. Rote Beete und Mangold oder Wildmöhre und Speisemöhre sowie Kürbissgewächse. Typische Eigenschaften (wie z.B. Geschmack) gehen dann entweder ganz verloren oder können sich erheblich verändern. [2]
  2. mit welcher Technik es gezüchtet wurde. Bei allen Gemüsen gibt es Hybrid-Sorten (sogenannte Einmalsorten). Hybrid ist eine Züchtungsmethode, bei der zwei Inzuchtslinien miteinander gekreuzt werden. Bei der nächsten Aussaat sind die Pflanzen dann besonders groß und ertragreich – haben aber unfruchtbare Samen oder Nachkommen von minderer Qualität. D.h. das Saatgut von Hybridpflanzen kann man nicht mehr verwenden. Zu erkennen ist Hypridsaatgut im Laden an der Kennzeichnung F1. Mehr Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Hybridsorte

Saatgut reinigen
Nassreinigung


Samen z.B. von Melonen, Kürbissen, Zucchini und Auberginen werden mit einem Löffel aus der Frucht herausgeholt und in einem Sieb unter fließendem Wasser solange gewaschen, bis das Fruchtfleisch weggespült ist. Wenn das nicht gleich funktioniert, kann man die Samen für einen Tag in ein Wasserbad geben und dann spülen. Danach muss das Saatgut schnell getrocknet werden (siehe weiter unten)

Nassreinigung mit Gärung (Samen von Tomaten und Gurken) am Beispiel von Tomaten:
Reife, gesunde Tomaten aufschneiden und die Kerne mit dem Fruchtfleisch herauslöffeln. Das grobe Fruchtfleisch gleich entfernen. Die übrige Masse etwas anquetschen und zwei Tage (ein bisschen Wasser zugeben) in einem offenen Glas gären lassen.[3] Dann die Kerne in einem ganz normalen kleinen Küchensieb unter fließendem Wasser solange spülen, bis das vergorene Fruchtfleisch weg ist, sprich das Wasser klar bleibt.
Die Samen müssen nun schnell wieder trocknen…

  • In der Baumschule Walsetal werden die Samen dazu auf einem Stück Frischhaltefolie bis zu einer Woche an einem warmen Ort gelagert. Wenn sie ganz trocken sind, werden sie in kleine Papiertütchen gefüllt.  
  • Bei Arche Noah in Schiltern werden die Samen in Kaffeefilter gefüllt und auf eine Wäscheleine gehängt, wo sie zwei Tage trocknen.

Kerne mit einem Löffel herausholenKerne mit Löffel herausholen Masse zerquetschenMasse zerquetschen Nach dem Gären spülenNach dem Gären spülen Kerne trocknen lassenKerne trocknen lassen

















 




Trockenreinigung

Das meiste Saatgut wird im trocknen Zustand gereinigt. Es kann geerntet werden, sobald es an den Pflanzen ausgereift ist. Wer sich nicht ganz sicher ist, legt die Pflanzenteile mit den Samen (Kapseln, Hülsen, Schoten etc.) an einen trockenen Ort zum Nachreifen. Bei einigen Pflanzen trocknen die Samen an den Früchten, wie bei Erbsen, Bohnen, bei vielen Kräutern, Blumen und bei Getreide. Das Saatgut muss vor der Reinigung ganz trocken sein.
Als erstes werden die Samenkörner von ihren Hüllen, Schoten oder Kapseln befreit und grob mit der Hand gereinigt. Sollten sich die Samen nicht schon durch leichtes Drücken, Reiben oder Schütteln lösen lassen, ist Dreschen möglich: Das Saatgut in einen Sack oder in einen alten Kissenbezug füllen, gut zubinden und auf eine feste Unterlage legen. Dann mit einem Stock auf den Sack schlagen, den Sack gegen die Wand schleudern oder mit den Füßen bearbeiten.
Sodann durch Aussieben die Samen von anderen organischen Pflanzenteilen wie z.B. Blättern, von Erde und Staub trennen. Spezielle Saatgutreinigungssiebe, die es zu kaufen gibt, sind dazu nicht nötig, es reichen einfache Küchensiebe in unterschiedlichen Größen. Sehr feines Saatgut evtl.  mit einem Stück Stoff oder Zeitungspapier unter dem Sieb auffangen. Sollen beispielsweise Staub und feinere Pflanzenteile ausgesiebt werden, ist ein Sieb mit feinen Maschen, in dem das Saatgut liegen bleibt und der Staub durchfällt, hilfreich. Geübte können das Sieb so schütteln, das der Inhalt hoch geworfen und wieder aufgefangen wird, während durch vorsichtiges Blasen die leichteren Hüllen, Blätter und Zweigteilchen verschwinden.

Tipp: In der Baumschule Walsetal hat es sich bewährt, drei Siebe mit unterschiedlichen Maschenweiten übereinander zu setzen und zu schütteln. Das Sieb mit den größten Löchern siebt das gröbere Material aus, in das mittlere fallen die Samen und das untere siebt Staub und schwache, kleine Samen aus.

Lavendel wird vorsichtig geriebenLavendel wird vorsichtig gerieben Erste Grobreinigung per HandErste Grobreinigung per Hand AussiebenAussieben Fertiges SaatgutFertiges Saatgut


















 

Saatgut lagern

Das Saatgut sollte zum Lagern so sauber wie möglich sein, da Erdreste oder Pflanzenteile Krankheiten übertragen können. Und es muss ganz trocken sein; ggfs. das Saatgut nach der Reinigung noch etwa eine Woche in der Nähe eines Ofens oder einer Heizung trocknen lassen. Empfehlenswert ist auch das Trocknen mit Hilfe von Silikagel (kleine orange Kügelchen, gibt es in der Apotheke, weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Silicagel). Die Samen werden dazu in offene Gläser oder Stoffsäcke gefüllt und in einer luftdicht verschlossenen Kiste etwa eine Woche lang gelagert. Diese enthält dieselbe Menge Silikagel wie Saatgut (nicht miteinander in direkten Kontakt bringen).
Das sehr trockene Saatgut muss dann so verpackt werden, dass keine Luft mehr herankommt (Marmeladengläser mit Schraubverschluss, luftdichte Säckchen z.B.). Geeignete Lagerorte können Wohnräume sein, wenn sie eine geringe Luftfeuchtigkeit, keine extremen Temperaturschwankungen und auch keine direkte Sonneneinstrahlung haben. Aber kühle, trockene Räume eignen sich am besten.
Eine Gefrierlagerung ist für die meisten Sorten geeignet. Sie erhöht die Lagerfähigkeit erheblich (im Durchschnitt 10 Jahre und länger). Bei Arche Noah wird dafür das Saatgut über Silikagel (siehe oben) getrocknet, in metallbeschichtete Säckchen eingeschweißt und in handelsübliche Tiefkühlschränke (Temperatur –18 C) gelegt.
Bevor das tiefgekühlte Saatgut ausgesät wird, legt man es in seinem Behältnis für einen Tag in den Kühlschrank und für einen weiteren in ein Zimmer. Dann erst das Behältnis öffnen und die gewünschte Menge herausholen. Den Rest – wenn er wieder trocken ist – erneut einfrieren.

Tipp 1: Gleich mehrere kleine Portionen einfrieren.
Tipp 2: Wenn möglich, zwei Lager einrichten; eines im Tiefkühlschrank und eines in einem trockenen Raum.

 Dokumentation und Fotos: Gudrun Walesch


[1] Die Praxisseite kann nur ein paar Hinweise geben. Ein Buchtipp für ausführliches Praxiswissen: Andrea Heistinger, Arche Noah, Pro Specie Rara (Hrsg.):“ Handbuch Samengärtnerei. Sorten erhalten, Vielfalt vermehren, Gemüse genießen“, loewenzahn, Innsbruck, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage 2008
[2] Im Handbuch Samengärtnerei, S. 28ff sind ausführlich die Gegenmaßnahmen beschrieben
[3]Aus dem Handbuch Samengärtnerei, S.44: „[…]Wer noch keine Erfahrung mit dem Vergären von Samen hat, sollte anfangs […] die Samen genau beobachten. Ist die Keimschutzschicht einmal abgebaut, finden die Samenkörner die besten Bedingungen zum Auskeimen (Feuchtigkeit und Wärme) - die Samen wären kaputt. Wir verlassen uns daher auf eine Fingerprobe: Die Samen greifen sich nicht mehr glitschig, sondern rau an. Meist ist dies nach ein bis zwei Tagen der Fall. Die Keimschutzschicht ist auch dann abgebaut, wenn die Samen zu Boden sinken und das Fruchtfleisch sich im oberen Teil des Glases sammelt.[…]. Gut ist es, öfters umzurühren, damit die Gärung gleichmäßig erfolgt. […] Lösen sich die Samen noch nicht vom Fruchtfleisch, ist die Gärung noch nicht abgeschlossen. Das Vergären erfolgt optimal bei Temperaturen von 23-30 Grad °C.

Webinar: RUND UMS SAATGUT

Saatgut selber gewinnen, Saatgutkauf, Gartenerde, torffreie Substrate



Die Materialien zum Download:

Webinar: WER DIE SAAT HAT, HAT DAS SAGEN

Anja Banzhaf gibt im Webinar einen groben Überblick über die Entwicklungen der vergangenen hundert Jahre Saatgutgeschichte und erläutert, wie wir das Sagen über unsere Saat wiedergewinnen können. Hierbei soll deutlich werden, warum es eigentlich so wichtig ist, vielfältige, samenfeste und am besten sogar nicht zugelassene Sorten zu verwenden und ein wenig Saatgut selbst zu vermehren. Fragen zum praktischen Samengärtnern stehen bei diesem Webinar nicht im Fokus.



Die Präsentation zum Download:

Webinarreihe: Alte und neue Nutzpflanzen

Teil 1 - Diversität, Anbau, Verwendung

Roter Meier, Guter Heinrich, Speisechrysantheme, Choi Sum, Zitronengras, Lupine und Co: Alte Nutzpflanzen werden wiederentdeckt und Neuzugänge aus aller Welt bereichern unsere Gärten. Aber Informationen zu Anbau, Verwendung und Vermehrung sind oft spärlich gesät. Im ersten Teil des Webinars stellt Dipl.-Biol. Eike Wulfmeyer alte und neue Nutzpflanzen vor, die in den letzten Jahren zunehmend angebaut wurden, und erklärt ihre Ansprüche, Mischkulturmöglichkeiten und Saatgutgewinnung.



Die Präsentation zum Download:


Teil 2 - Kürbisgewächse


Im zweiten Teil geht es speziell um Kürbisgewächse. Hier gibt es Wissenswertes über Kalebasse, Minigürkchen, Trompetenzucchini, Feigenblattkürbis, Wassermelonen, Luffa und Verwandte. Neben Vorkultur- und Verwendungstipps legt Eike Wulfmeyer diesmal einen besonderen Schwerpunkt auf die sortenreine Vermehrung der in dieser Hinsicht oft problematischen Familie.


Die Präsentation zum Download: