Gartengeräte

Der Gartengerätemarkt boomt. Für jede Gelegenheit, für jeden Boden und jeden denkbaren Einsatz gibt es das passende Gerät in zig Ausführungen. Dabei sind die Gartenwerkzeuge höchst unterschiedlich, insbesondere was Qualität, Haltbarkeit und Nutzen angeht.

Die optimale Geräte-Ausstattung für das einzelne Gartenprojekt hängt von verschiedenen Faktoren ab: Bodenbeschaffenheit und Bewuchs des Grundstücks, Größe, Aufteilung und konkrete Nutzung der Flächen und Lagermöglichkeit.
Bei allen Gartengeräten ist auf Qualität zu achten, damit sie möglichst lange halten. Wichtig ist die richtige Handhabung, um sich vor Verletzungen und gesundheitlichen Schäden zu schützen. Die Geräte sollten beispielsweise der eigenen Körpergröße angepasst sein, um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Das Praxisblatt stellt eine Grundausstattung an Gartengeräten vor, die sich in vielen Gemeinschaftsgärten bewährt hat.

Pflege und Lagerung
Gartengeräte 01nGeräteschuppen im Friedensgarten Göttingen-Grone; Foto: Shimeles

Damit die Gartengeräte möglichst lange halten, sollte man sie im Trocknen (Gerätekiste, Schuppen, Gartenhäuschen, Garage) aufbewahren und regelmäßig pflegen. Am besten macht man sie nach jedem Einsatz sauber. Erde lässt sich gut mit einem Spachtel entfernen oder abbürsten. Am Ende der Gartensaison fettet man Metallteile mit einem Pflege-Öl ein und schärft die Schneiden.
Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, sollten die Geräte so abgestellt werden, dass Zinken und Schneiden zur Wand zeigen.
Im Friedensgarten in Göttingen-Grone fand 2008 für die Gartengemeinschaft und weitere Interessierte eine Fortbildung zur richtigen Handhabung und Pflege von Gartengeräten statt.

Spaten
Gartengeräte 02neulinks: Spaten, rechts: Schaufel; Foto: Shimeles

Einsatzgebiet: Umgraben und Lösen von verdichteten, schweren und lehmigen Böden, Verpflanzen von Stauden und Gehölzen, Abhacken von Unkraut, Zerteilen von Stauden, Abstechen von Grassoden oder Rasenkanten.
Mit einen Spaten arbeitet man möglichst wenig mit Handkraft, sondern überträgt Körperkraft durch Gewichtsverlagerung auf den Griff. Dieser sollte daher am besten T-förmig sein (sogenannter Krückengriff). Die Länge des Spatens ist richtig, wenn der Griff bei hängenden Armen bis an den Ellenbogen reicht.
Es gibt unterschiedlich große Spatenblätter. Je schwerer (toniger) der Boden ist, desto kleiner sollte das Spatenblatt sein. Es empfiehlt sich, möglichst leichte Spaten mit solide geschmiedetem Blatt aus Edelstahl und mit Trittfläche an der Blattoberkante in unterschiedlicher Größe anzuschaffen.                          

Schaufel

Einsatzgebiet: Aufnehmen und Transport von lockerem Material wie Sand, Erde oder Schotter, Umheben von Kompost und Planieren von Unebenheiten. Im Vergleich zum Spaten ist das Blatt tiefer und hat dadurch ein größeres Füllvolumen.

Hacke
Gartengeräte 03neuSpitzhacke [1]

Einsatzgebiet: Lockern und Lösen des Bodens (auch vor Einsatz des Spatens bei steinigen Boden und dichtem Wurzelwerk), Pflanzen, Jäten und Graben im Blumen- und Gemüsebeet oder auf engem Raum. Größe und Form des Hackenblattes sind unterschiedlich. Zum Lösen eines schweren, d.h. tonigen oder lehmigen, Bodens eignet sich ein kleines Hackenblatt, für lockere und sandige Böden ein großes und breites.


Spaten- und Grabegabel

Gartengeräte 04neuGrabegabel mit spitzen Zinken [2]; Heugabel, Foto: Shimeles

Einsatzgebiet: Lockern und Bewegen des Bodens, Entfernen von Wurzeln und Wuzel-Ballen, Sieben und Umsetzen von Kompost, Verteilen von Mulch, Aushebeln von Stauden, Gehölzen, Knollen- und Wurzelgemüse.
Die Gabeln sind aus Eisen, teurere Geräte aus rostfreiem Stahl. Die Vierkantzinken mit Tülle sollten aus einem Stück geschmiedet sein. Ein Stiel aus Holz dämpft, wenn man z.B. auf einen Stein trifft, besser als einer aus Fieberglas oder Metall – und lässt sich einfacher er- bzw. einsetzen. Ein „T-Griff“ ist gut für große Hände, dreht aber leichter weg, dagegen ist ein „D-Griff“ besser zu halten. Es gibt unterschiedlich schwere Gabeln und je nach Boden und Haupteinsatzgebiet kann man unterschiedliche Zinken wählen.
Die Heugabel hat lange runde Zinken und wird zum Zusammenhäufeln und Aufladen (z.B. auf Schubkarren) von pflanzlichen Resten wie Gras und Schnittgut auf Schubkarren genutzt.

Harke
Gartengeräte 06 nGartenharke

Einsatzgebiet:
Abharken, Glätten von Umgegrabenem und Flächen, Einebnen von lockerer Erde, Sand und Kies, Einharken von (Rasen-)Saat. Harken bestehen meistens aus Metall und Holz. Sie unterscheiden sich in Zinkenlänge und -dichte. Harken mit verlängerten Zinken z.B. kann man auch zum Laub-Abharken von Rasenflächen nutzen.

Rechen

Gartengeräte 07nLaubbesen
Einsatzgebiet: Zusammenrechen von Grasschnitt und Gartenabfällen. Man kann damit eine feine Krümelstruktur des Bodens erzeugen. Engzinkige Rechen eignen sich gut für die Bearbeitung von Rasenflächen, denn sie können gleichzeitig kleine Teile aufsammeln und den Rasen vertikutieren (belüften). Für die Bearbeitung dicht verwachsener Flächen ist ein weitzinkiger Rechen besser geeignet, weil dieser nicht so leicht "stecken bleibt".
Auch Laubbesen bleiben so gut wie nie stecken, da die - meist recht breiten - Zinken in einem vergleichsweise flachen Winkel über den Boden gezogen werden. Oft kann man deren Abstände sogar verändern. Laubbesen aus Kunststoff sind zwar leicht, doch verbiegen die Zinken oft und nutzen schnell ab.

Pflanzkelle oder -schaufel


Einsatzgebiet: Ein- und Umpflanzen von Zwiebeln, Stauden sowie Jungpflanzen und zum Arbeiten zwischen den Pflanzen. Pflanzkellen aus Blech können bei schweren Böden schnell umbiegen, daher empfiehlt es sich, geschmiedete zu kaufen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Ausführungen, sogar solche mit Hacke auf der einen und Kelle auf der anderen Seite.

Grubber (Jätekralle, Gartenkralle, Dreizack)

Einsatzgebiet: Schonende Bodenlockerung, Untermischen von Kompost und Unkrautjäten.
Ein leichtes, stabiles Werkzeug, das den Boden nicht wendet, sondern nur aufbricht und durch seine speziell gewundenen Zinken die Pflanzen schont. Ungewollte Pflanzen können ganz erfasst und entfernt werden. Ein Sauzahn (auch Tiefenlüfter) hat nur eine Zinke. Man nutzt ihn hauptsächlich bei schweren Böden wie einen Grubber.
Auch mit Unkrautmessern oder Unkrautstechern lassen sich unerwünschte Pflanzen gut entfernen. Man dreht den Unkrautstecher einfach in die Erde und entfernt das Unkraut samt Wurzel. Es gibt diese Werkzeuge in vielen Formen und Größen, sogar welche, die gleichzeitig Unkrautklaue und Säge sind.

Tipp: Wenn das Wetter trocken und heiß ist und bleibt, kann entferntes Unkraut liegen bleiben. Bei feuchtem Wetter dagegen kann es wieder anwachsen.

Gartenmesser

Einsatzgebiet: Abschlagen von kleinen Ästen, Beseitigen von Gestrüpp, Schneiden von Gras und Stecklingen, Veredeln von Gehölzen.
Je nach Verwendungsart unterscheiden sich die Gartenmesser in Größe und Form.
Eine Hippe z.B. hat eine sichelförmige Klinge mit nach unten gebogener Spitze. Sie eignet sich besonders für Arbeiten im Unterholz.

Gartenscheren und Astsägen

Gartengeräte 07Verschiedene Sägen; Foto: Wikipedia [3]Einsatzgebiet: Schneiden von Gehölzen, Stauden, Beerensträuchern, Entfernen von Verblühtem, Zerkleinern von Stöcken, Abschneiden von Zweigen.
Es gibt Gartenscheren in verschiedenen Größen und solche für Rechts- oder Linkshänder. Die Scheren sollten nicht zu groß sein und gut in der Hand liegen. Ein abgeknickter oberer Griff reduziert den Kraftaufwand und Kunststoff überzogene Griffe die Blasenbildung. Scheren mit Klingen aus beschichten Hartmetall halten länger und Baumharze und Pflanzensäfte lassen sich leichter entfernen.
Hat man Bäume im Garten, dann kann eine Baumschere (oder Astschere) zum Beschneiden und Abschneiden von Ästen sinnvoll sein. Einige Baumscheren haben eine Teleskopstange, die bis zu einer Länge von zwei Metern ausgefahren werden kann, um höher liegende Äste zu erreichen. Hecken stutzt man mit der Heckenschere.
Pflege: Gartenscheren nutzen sich mit der Zeit ab und sollten regelmäßig gesäubert sowie geschärft und die Gelenke ab und zu mit einem Tropfen Öl geschmiert werden. Stumpfe Scheren quetschen die Stängel, und das Schneiden ist anstrengend. Auch Sägen nutzt man zum Beschneiden von Bäumen und Sträuchern. Mit Ast-Sägen entfernt man Äste. Mit einer Baumsäge (mit langem Stiel oder Teleskopstiel) sind Stellen erreichbar, an die man auch mit einer Leiter nicht heran kommt.

Sense

Einsatzgebiet: Mähen von Gras, Wiesen, Getreide.
Die Handhabung lässt man sich am besten zeigen. Sie erfordert ein bisschen Übung. Das Blatt wird in schwingenden Bewegungen (Schnittrichtung von rechts nach links) bogenförmig dicht über den Boden durch den Bewuchs geführt. Das Sensenblatt muss regelmäßig gepflegt werden, d.h. in kürzeren Abständen Nachschärfen (Wetzen mit einem Wetzstein) und „Dengeln“, auch um größere Scharten in der Schneide zu glätten. Wichtig ist es, die Sense nicht zu scharf, d.h. zu dünn zu schleifen, da sich sonst leicht die Kante verbiegt.

Rasenmäher

Gartengeräte mit Motoren bergen Unfallgefahren! Deshalb: Unbedingt die Gebrauchsanweisungen beachten und „Neuen“ im Garten den richtigen Umgang zeigen. Rasenmäher gibt es viele, große und kleine, teure und preiswerte. Bei kleineren Flächen genügt ein Handmäher. Bei großen und unebenen Flächen empfiehlt sich ein größeres Modell mit Allrad-Antrieb, da es einfacher zu lenken ist. Wichtig ist hier die richtige Handhabung der Kupplung, die zum richtigen Zeitpunkt gezogen werden muss. Mäher mit Seitenauswurf sind vorteilhaft, weil das Schnittgut, das Steine und Äste enthalten kann, nicht nach hinten zum Mähenden geschleudert wird (Verletzungsgefahr).

Außerdem braucht man je nach Größe des Gartenprojekts mindestens eine Schubkarre und ein paar Gießkannen. Empfehlenswert ist ein Grundset handwerklicher Werkzeuge (Hammer, Bohrmaschine, Stichsäge, Zange etc.).

Abschließend noch ein Pflegetipp für Gartenschläuche: Im Herbst das Wasser aus dem Schlauch lassen und ihn aufgewickelt im Trockenen aufbewahren.

[1] Soweit nicht anders vermerkt, stammen die Fotos von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite)
[2] Dieses Bild basiert auf dem Bild Bar spade.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Grabegabel
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist: Hhttp://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:MarkusHagenlocher
[3] Dieses Bild basiert auf dem Bild Astsägen.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Asts%C3%A4gen.jpg&filetimestamp=20080429143807 und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:StromBer