Forschung
Die anstiftung forscht zu Commons-Praxen, Do-it-yourself-Bewegungen, urbaner Subsistenz und nachhaltiger Regionalisierung in ihrer Bedeutung für gesellschaftliche Inklusionsprozesse und nachhaltige Lebensstile. Forschung in der anstiftung ist qualitative empirische Sozialforschung; Forschung und Praxisförderung sind eng miteinander verzahnt. Wir beraten, bearbeiten Förderanträge, veranstalten Workshops, Seminare, Camps und Netzwerktagungen. Durch diese Aktivitäten erhalten wir zugleich einen privilegierten Forschungszugang zum empirischen Feld, der uns (im Vergleich z.B. zu zeitlich limitierten Forschungsprojekten) mittel- und langfristig abgesicherte Einblicke ermöglicht.

Im Rahmen der eigenen Forschungsarbeit entstehen kontinuierlich Publikationen.
Zuletzt erschien im Herbst 2016 Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis (Andrea Baier/Tom Hansing/Christa Müller/Karin Werner). Das Buch bietet eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« postkapitalistischen Fabrizierens, wie sie sich in neuen Formen des kollaborativen Produzierens, Reparierens und Teilens zeigt.

Das Forschungsprojekt zu "Do-it-yourself-Kulturen als Formen postindustrieller Produktivität" mündete in den 2013 im transcript Verlag erschienenen Bildband Stadt der Commonisten (Andrea Baier/Christa Müller/Karin Werner). Das Projekt vereint zeitdiagnostische Lektüren urbaner Commonspraxen mit fotografischen Lektüren neuer Räume des Selbermachens.

Ebenfalls 2013 bei transcript erschien von Andrea Baier Wie soll man gesund sein, wenn man keine Arbeit hat? Die Soziologin hatte drei Jahre lang die Erfahrungen von Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern in einem Göttinger Selbsthilfeprojekt beobachtet und diskutiert die dabei gewonnenen Ergebnisse im Rahmen einer kompakten Studie zum Thema "Gesundheit und soziale Ungleichheit".

2011 erschien der von Christa Müller herausgegebene Sammelband Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt. Die mittlerweile in der fünften Auflage vorliegende Anthologie ist ein Standardwerk und instruiert die Erforschung neuer kollektiver Formen urbanen Gärtnerns seit Jahren in vielfältiger Weise. Der Band ist im oekom Verlag erschienen.

2007 erschien die Monografie Wovon Menschen leben. Arbeit, Engagement und Muße jenseits des Marktes von Andrea Baier/Christa Müller/Karin Werner (ebenfalls im oekom Verlag, 2. Auflage 2011).

Neben der eigenen Forschungstätigkeit koordiniert die anstiftung ein Forschungsnetzwerk Urbane Gärten, dokumentiert aktuelle Forschungsarbeiten zu urbaner Landwirtschaft, veranstaltet Forschungsworkshops und schreibt gemeinsam mit anderen den Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie aus.

Darüber hinaus förderte die anstiftung in den vergangenen Jahren externe Forschungsprojekte, z.B. das an der FU Berlin angesiedelte Projekt „Zivilgesellschaft und Performanz", dessen Ergebnisse unter dem Titel Eigensinnige Geographien. Städtische Raumaneignungen als Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe (Hg. Bastian Lange und Malte Bergmann) erschienen.