Von anstiftungs-Mitarbeiter Robert Jende co-herausgegeben und mit einem Beitrag von Andrea Baier und Christa Müller zum Forschungsverständnis der anstiftung (Doing Public Sociology) versehen, ist es nun auch endlich als Printausgabe erschienen: das Handbuch Öffentliche Soziologie. Der Sammelband fasst erstmals im deutschsprachigen Raum den State of the Art der Öffentlichen Soziologie zusammen und zeigt auf, dass auch Einmischungen aus den disziplinären Schrebergärten hinaus zur Geschichte und Zukunft der Soziologie gehören.
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An dieser Stelle berichten wir in unregelmäßigen Abständen über Themen aus unseren Arbeitsbereichen, von Veranstaltungen und Veröffentlichungen oder über alles, was wir darüber hinaus als Erkenntnisgewinn betrachten.
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Letztes Jahr haben wir im Rahmen der Webinarreihe „Gärtnerische Grundlagen“ festgestellt, dass phänologische Kalender sehr praktisch sind, deren Gestaltung in Form von Excel-Tabellen jedoch nicht jede/n anspricht. Und darum haben wir nun einen eigenen in A3 zum Selbstausdrucken (farbig) erstellt - wie wir finden, einen sehr hübschen :-)(Demnächst folgt auch noch eine schwarz/weiß-Version, für alle, die keinen Zugriff auf einen Farbdrucker haben.) Hier gibt's den Kalender als PDF. Einfach downloaden, ausdrucken und losgärtnern.
Seit Jahresbeginn berät und vernetzt die anstiftung rund um ein neues Format gesellschaftlicher Mitgestaltung: das Demokratiecafé. Was darunter zu verstehen ist, erklärt uns im Interview Robert Jende, der das Konzept zusammen mit Gerald Beck in den letzten Jahren an der Hochschule München entwickelt hat. Er ist Soziologe und widmet sich in diesem Jahr dem Aufbau eines Netzwerks aus Demokratiecafés, die er als Ergänzung und Erweiterung unserer bestehenden Demokratie begreift. Der Fokus seiner Forschungstätigkeit liegt auf performativer Soziologie, die Gesellschaft nicht nur begreifen, sondern auch gestalten will.
Soll das, was täglich am Mittelmeer passiert, Teil unserer Geschichte sein? anstiftungs-Mitarbeiterin Anuscheh Amir-Khalili hat sich auf Samos ein Bild von der derzeitigen Geflüchtetensituation gemacht. >> hier weiterlesen Selfm.aid sucht für verschiedene Bereiche noch Unterstützung: Support_selfm.aid.pdf Foto: Abdo M.
Freie oder proprietäre Software? Vor dieser Wahl stand auch das Orga-Team vom Utopiekongress „Zukunft für alle“ unseres Kooperationspartners „Konzeptwerk Neue Ökonomie“ aus Leipzig. Die Veranstalter*innen haben nun einen Leitfaden für die Durchführung von digitalen Kongressen veröffentlicht, in dem sie die zentralen Fragen bearbeiten, mit denen die Organisation einer digitalen Großveranstaltung konfrontiert.
In Gemeinschaftsgärten, offenen Werkstätten und Reparatur-Initiativen engagieren sich auffällig viele Frauen für partizipative Stadtentwicklung, nachhaltige Lebensstile, Nachbarschaft und Community. In Reaktion auf männliche Dominanz in gemischten Gruppen bilden sie mitunter auch feministische Zusammenschlüsse, so haben z.B. Frauen und Queers She*fix it gegründet, um Reparier-Videos von und für Frauen* zu erstellen. Die Vision vom ökologisch verträglichen Wirtschaften bzw. von anderen gesellschaftlichen Naturverhältnissen rüttelt zudem unweigerlich auch an überkommenen Geschlechtsidentitäten und Arbeitsteilungen. Insofern ist insbesondere interessant, welche Vorstellungen sich zum Verhältnis von „Reproduktion“ und „Produktion“ – oder von (Re)Produktivität – in den Praxen von Gemeinschaftsgärtner*innen, Reparateur*innen und Maker*innen explizit oder implizit ausmachen lassen.
Frei, fair und lebendig: So lautet der Titel ihres letzten Buches. Und so hat Silke Helfrich gelebt. Vermutlich deshalb war auch mein erster Gedanke, als ich von ihrem tödlichen Bergunfall am 10. November 2021 erfuhr: Die unermüdliche Silke? Das kann nicht sein. Immer sprühend vor Ideen, immer neugierig, der Welt so zugewandt wie kaum eine andere. Der Tod, der sie zwischen zwei Terminen in den Liechtensteiner Alpen buchstäblich ereilte, riss sie aus einem energiegeladenen Leben, das seinen Anfang 1967 in einem thüringischen Dorf nahm. An der Karl-Marx-Universität Leipzig studierte sie romanische Sprachen und Sozialwissenschaften.
Nach der „Wende“ baute Silke Helfrich zunächst die Landesstiftung Thüringen der Heinrich-Böll-Stiftung auf. 1999 ging sie – erneut in Leitungsposition – für die Grünen-nahe Parteistiftung nach El Salvador. Nach fünf weiteren Jahren, in denen sie sich mit zahlreichen mittelamerikanischen sozialen und ökologischen Bewegungen vernetzte und verbündete, zog sie als Gründungsdirektorin ins „Regionalbüro Mexiko und Karibik“ nach Mexiko-Stadt.
Was passiert, wenn wir Stadtplanung von der Verrottung her denken? Was darf auf den Kompost unserer Träume? Was produziert unsere Gesellschaft, das nicht oder nur mühsam modert? Sind wir bereit uns langsam zu zersetzen?
Anuscheh Amir-Khalili, seit Anfang des Jahres unsere neue Kollegin in der anstiftung, wurde Ende Mai in New York mit dem Global Citizen Prize ausgezeichnet.
Sehr verdient, wie wir finden, und freuen uns mit ihr über die Auszeichnung und selbstredend auch über die Würdigung der Bedeutung von Gemeinschaftsgärten gerade auch für geflüchtete Frauen und Kinder, für die Anuscheh sich seit 2010 engagiert. Sowohl im Rahmen der Organisationen Band of Sisters und Flamingo e.V., wie nun eben auch in der anstiftung, wo sie ihr Wissen und ihre Netzwerke im Bereich von inter- und transkulturellen Aktivitäten in Gemeinschaftsgärten und anderen DIY-Projekten fruchtbar macht.
Am letzten August-Wochenende starb Elisabeth Meyer-Renschhausen 73-jährig in Berlin. Am selben Wochenende fand das Urban-Gardening-Sommercamp statt. Wir hatten insgeheim gehofft, dass Elisabeth vorbeischauen würde, aber so war es leider nicht.
Einige von uns in der anstiftung kannten sie schon seit den 1980er Jahren, sie gehörte zu denen, die sich – wie wir – für die Möglichkeiten einer geldunabhängigen Subsistenz interessierten, sie schaute über den deutschen Tellerrand, nach Osteuropa und in den globalen Süden.